29.11.2006 · Mit drei Monaten Verspätung wollte Kuba den 80. Geburtstag seines Staatschefs Fidel Castro feiern. Doch der „Maximo Lider“ schreibt, er sei zu krank für die Party. Die Ärzte hätten von „einer solch kolossalen Begegnung“ abgeraten.
Selbst die Hand Gottes wollte Fidel Castro gratulieren: Auch Diego Maradona stand auf der Gästeliste des Kulturfestes, mit dem der 80. Geburtstag des „Máximo Lider“ gefeiert werden sollte. Mehr als 1300 Politiker, Künstler und Intellektuelle wollten mit Kubas Staatschef in Havanna anstoßen: die Präsidenten von Bolivien und Haiti, Evo Morales und René Preval, der gewählte nicaraguanische Präsident Daniel Ortega, Literaturnobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez, die südafrikanische Sängerin Miriam Makeba.
Doch sie alle warteten vergeblich im Karl-Marx-Theater auf den erkrankten Präsidenten. Seine Ärzte hätten ihm von einem öffentlichen Auftritt bei einer „solch kolossalen Begegnung“ abgeraten, teilte der Achtzigjährige am Dienstag in einem Brief mit, der vor den Gästen verlesen wurde.
Seit Darmoperation nicht mehr aufgetreten
Genaugenommen wurde Fidel Castro schon am 13. August 80 Jahre alt. Doch da ließ seine angeschlagene Gesundheit ein rauschendes Fest nicht zu. Die Feierlichkeiten für den dienstältesten Präsidenten der Welt wurden auf die Tage vor dem 2. Dezember verschoben, dem 50. Jahrestag der Gründung der kubanischen Revolutionstruppen. Am 2. Dezember 1956 waren die Castro-Brüder mit 80 anderen Revolutionären auf der Insel gelandet, um drei Jahre später den Diktator Fulgencio Batista zu stürzen. Dies soll am Samstag unter anderem mit einer großen Militärparade gefeiert werden.
Seit seiner Darmoperation im Juli trat der „Máximo Lider“ nicht mehr öffentlich in Erscheinung, lediglich auf Fotos und in Filmaufnahmen war er seitdem zu sehen. Die Amtsgeschäfte übertrug er einstweilen seinem jüngeren Bruder Raúl.
Wird sich Fidel die Ehre geben?
Gespannt warten die Kubaner, ob ihr „Fidel“ sich nach seiner Absage vom Dienstag nun überhaupt bei den fünftägigen Festivitäten die Ehre geben wird oder nicht. Von diesem Mittwoch an folgen eine wissenschaftliche Konferenz, ein Konzert und eine Kunstausstellung. Höhepunkt ist am Samstag die Militärparade, zu der mehr als 300.000 Menschen in Havanna erwartet werden.
Castros Entourage beteuert immer wieder, daß er sich auf dem Weg der Genesung befinde. Doch die Spekulationen über Castros Gesundheitszustand schießen ins Kraut. Sollte eine Krankheit geschafft haben, was die Vereinigten Staaten in fast fünf Jahrzehnten nicht zuwege brachten: das Ende der Ära Fidel Castro?