27.12.2009 · Die Entscheidung über den nächsten Präsidenten Kroatiens wird in einer Stichwahl fallen. Im ersten Wahlgang erreichte der Sozialdemokrat Josipovic knapp über 32 Prozent. Der parteilose Bürgermeister von Zagreb, Bandic, kam auf fast 15 Prozent der Stimmen.
Die Entscheidung über den nächsten Präsidenten Kroatiens wird in einer Stichwahl fallen. Bei der ersten Runde der Präsidentenwahl am Sonntag erreichte kein Kandidat mehr als 50 Prozent. Die meisten Stimmen entfielen auf den Kandidaten der oppositionellen Sozialdemokraten, Ivo Josipovic. Nach Auszählung fast aller Stimmen erreichte er nach Angaben der Wahlkommission 32,4 Prozent. Josipovic tritt gegen den populären parteilosen Bürgermeister von Zagreb, Milan Bandic, an, der 14,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte. Die Stichwahl findet am 10. Januar statt.
Josipovic sagte nach dem ersten Wahlgang, die Kroaten hätten sich entscheiden müssen zwischen „Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Gesetz und Gesetzlosigkeit, Licht und Dunkelheit“ und sie hätten für das Licht gestimmt. „Ich bin sicher, am 10. Januar wird es genauso sein“, sagte der 52 Jahre alte Professor für Völkerrecht, der seit dem Jahr 2003 Abgeordneter ist. Josipovic genießt einen guten Ruf, gilt aber als farblos.
Bandic sagte, das Wahlergebnis vom Sonntag zeige, dass Kroatien „einen anderen Präsidenten braucht, der nicht von irgendeiner Art von Parteipolitik beeinflusst wird“. Gegen den 54 Jahre alten Bandic waren immer wieder Korruptionsvorwürfe laut geworden; offizielle Ermittlungen gab es aber nie. Er wurde aus der sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen, als er an seiner Kandidatur gegen Josipovic festhielt.
Der kroatische Staatspräsident hat weitgehend repräsentative Aufgaben, beeinflusst aber auch die Außenpolitik und ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Wichtigstes außenpolitisches Thema in Kroatien ist der Beitritt zur Europäischen Union, der für 2011 oder 2012 erwartet wird. Innenpolitisch stehen der Kampf gegen Korruption und die Wirtschaftskrise im Mittelpunkt. Der neue Präsident wird das dritte Staatsoberhaupt seit der Loslösung Kroatiens von Jugoslawien im Jahr 1991. Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.