21.09.2007 · Trotz abermaliger Kritik aus Peking hält die Bundeskanzlerin an ihrem Treffen mit dem Dalai Lama am kommenden Sonntag fest. Regierungssprecher Steg sagte, auch wenn Deutschland die Unabhängigkeit Tibets unterstütze, werde sich an Merkels China-Politik nichts ändern.
Die Bundesregierung hat das geplante Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem Dalai Lama abermals gegen Kritik aus China verteidigt. Die chinesische Regierung wisse sehr genau, dass sich die deutsch-chinesischen Beziehungen und die Zusammenarbeit außerordentlich positiv entwickelt hätten, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag in Berlin.
Merkel habe immer wieder betont, dass sich an der China-Politik Deutschlands nichts ändere. Die chinesische Regierung hatte die Kanzlerin aufgefordert, den Dalai Lama nicht zu empfangen. Steg sagte weiter, eine Lösung der Tibetfrage könne es nur im Dialog zwischen der chinesischen Regierung und dem Dalai Lama geben.
Dalai Lama, der „liberale Sozialist“
Er sagte, das geistliche und weltliche Oberhaupt der Tibeter machte sich die Forderung nach einer Unabhängigkeit Tibets ausdrücklich nicht zu eigen, sondern fordere weitgehende Autonomie. Dieses Bestreben unterstütze die Bundesregierung. Auch Außenamtssprecher Martin Jäger sagte, es stehe außer Frage, dass Tibet Teil des chinesischen Staatsverbands sei.
Bundeskanzlerin Merkel wird den Dalai Lama am Sonntag im Kanzleramt zu einem „privaten Gedankenaustausch“ empfangen. Der deutsche Botschafter in Peking wurde deswegen in der vergangenen Woche ins chinesische Außenministerium einbestellt. China hat von der Bundesregierung bereits mehrfach ein Einreiseverbot für den Dalai Lama gefordert. Dies wurde bereits von früheren Bundesregierungen stets abgelehnt. Peking sieht Tibet als Teil Chinas. Der Dalai Lama lebt seit 1959 im indischen Exil.
Der Dalai Lama nannte die Bundeskanzlerin eine „gute Freundin“. Merkel habe ähnliche persönliche Erfahrungen mit einem totalitären Regime gemacht wie er selbst, sagte er. „Ich betrachte mich oft als halber Marxist und halber Buddhist.“ Er sehe sich also als eine Art „liberaler Sozialist“.
BRAVO!!
Erni Bär (Kuwitter)
- 21.09.2007, 20:09 Uhr
Bedauerlich
Liqun LIU (liuliqun)
- 22.09.2007, 05:12 Uhr