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Krisendiplomat Friedensnobelpreis für den Finnen Ahtisaari

10.10.2008 ·  Das Nobelkomitee in Oslo hat den früheren finnischen Präsidenten Martti Ahtisaari mit dem Friedensnobelpreis 2008 ausgezeichnet. Der 71 Jahre alte Diplomat wird für zahlreiche internationale Vermittlerdienste zur Beendigung von Kriegen und Konflikten geehrt, unter anderem in Indonesien und im Kosovo.

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Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an den Diplomaten und früheren finnischen Präsidenten Martti Ahtisaari. Das teilte das norwegische Nobelpreiskomitee am Freitag in Oslo mit. Der 71 Jahre alte Ahtisaari habe sich weltweit für die Lösung von Konflikten eingesetzt, unter anderem in Indonesien und im Kosovo.

Ahtisaari gilt als einer der erfahrensten Diplomaten und absolvierte zahlreiche Vermittlereinsätze auf der Weltbühne. Einer seiner wichtigsten Vermittlungserfolge gelang ihm im Jahr 2005 in der indonesischen Krisenprovinz Aceh. Seine letzte Mission als UN-Beauftragter für den künftigen Status des Kosovos verlief dagegen nicht so reibungslos.

Der mit rund einer Million Euro (zehn Millionen schwedische Kronen) dotierte Friedennobelpreis wird am 10. Dezember verliehen, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel. Im vergangenen Jahr wurden der amerikanische Politiker Al Gore und der Weltklimarat für ihr Engagement gegen die Erderwärmung ausgezeichnet.

Vermittler von Beruf

Sein Leben hat der stets zurückhaltend auftretende Ahtisaari zum großen Teil damit verbracht, in aller Welt einander feindlich gesinnten Parteien endlos geduldig zuzuhören, um Möglichkeiten einer Verständigung auszuloten, sie dann aber auch mit Hartnäckigkeit zu befördern. „Beruf: Vermittler“ könnte der Diplomat und frühere Staatspräsident von sich sagen, der schon seit längerem als Kandidat für den Friedensnobelpreis galt.

Eigentlich hatte Ahtisaari zunächst Lehrer, dann Entwicklungshelfer werden wollen, doch dann trat er in den diplomatischen Dienst seines Landes ein. 1973 wurde er Botschafter in Tansania, von 1977 an wirkte er vor allem als UN-Diplomat. Generalsekretär Waldheim ernannte ihn 1978 zu seinem Sonderbeauftragten für Namibia, unter Perez de Cuellar diente er als stellvertretender Generalsekretär und trug als Namibia-Beauftragter zur Unabhängigkeit des Landes bei. Kofi Annan bemühte ihn, als er noch Staatspräsident war, während des Luftkrieges der Nato gegen das Jugoslawien Milosevics im Jahr 1999 als Kosovo-Vermittler. Ein Finne, dachte man damals, werde auch von den Russen eher akzeptiert. Im Juni 1999 rang Ahtisaari dann Milosevic die Räumung des Kosovos ab.

Als Landespolitiker nie beliebt

Die sechs Jahre als finnischer Staatspräsident von 1994 bis 2000 waren eher ein Intermezzo, auch wenn er den EU-Beitritt seines Landes vorantrieb. Als Landespolitiker war der schwergewichtige Ahtisaari nie beliebt. Danach war er wieder rastlos als Vermittler tätig, inspizierte Waffenlager der IRA, half der EU aus ihrem Boykott Österreichs herauszukommen, überwachte die Hungerhilfe in Nordostafrika, vermittelte zwischen Indonesien und der abgespaltenen Provinz Aceh einen Waffenstillstand.

Ende 2005 wurde Ahtisaari vom UN-Sicherheitsrat abermals als Leiter der Kosovo-Verhandlungen mobilisiert und legte im Frühjahr 2007 seinen Plan für eine kontrollierte Unabhängigkeit des Kosovos vor. Doch Russland und Serbien wiesen den Plan brüsk zurück, worauf Ahtisaari seine Mission für beendet erklärte. Über einen Sprecher hatte er sich zuvor abermals zur Verhandlungsführung zwischen Serben und Kosovaren angeboten, was Moskau und Belgrad aber ablehnten. Die Verhandlungen wurden fortan von einer „Troika“ aus Unterhändlern der EU, der Vereinigten Staaten und Russlands geführt.

Der serbische Außenminister Kostunica kleidete das damals in die offensive Bemerkung: „Damit ist die Ahtisaari-Zeit beendet und sein Plan Teil der Vergangenheit.“ Unabhängig wurde das Kosovo trotzdem.

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