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Krise entschärft : Ex-Präsident Jammeh hat Gambia verlassen

  • Aktualisiert am

Gambias ehemaliger Präsident Al Hadji Yahya Jammeh Bild: Reuters

Lange hatte er sich geweigert, sein Amt zu räumen. Nun ist Gambias bisheriger Präsident Yahya Jammeh nach Guinea abgereist. Anhänger verabschiedeten ihn zum Teil unter Tränen.

          Gut sieben Wochen nach seiner Wahlniederlage hat Gambias bisheriger Präsident Yahya Jammeh sein Land verlassen und damit eine drohende gewaltsame Eskalation vermieden. Am Samstagabend flog er von der Hauptstadt Banjul nach Guinea. Er wurde vom Präsidenten Guineas, Alpha Condé, begleitet.

          Anhänger verabschiedeten Jammeh auf dem Flughafen zum Teil unter Tränen. Ihm war dort ein roter Teppich ausgerollt worden und sein Gepäck wurde mit einem zweiten Flugzeug transportiert. Jammeh hatte den kleinen westafrikanischen Staat 22 Jahre mit harter Hand regiert.

          Bedingungen für Amtsverzicht

          Jammeh hatte sich lange geweigert, seine Wahlniederlage einzugestehen und sein Amt zu räumen. Erst angesichts der Drohung einer Entmachtung durch ausländische Interventionstruppen und nach Marathonverhandlungen mit Vertretern anderer westafrikanischer Staaten erklärte er in der Nacht zum Samstag im staatlichen Fernsehen, er habe sich entschlossen, „die Führung des Landes“ abzugeben. In seiner Ansprache sagte Jammeh, es sei nicht nötig, „dass auch nur ein Tropfen Blut vergossen wird.“ Er dankte jenen, die ihn beim Aufbau „eines modernen Gambia unterstützt“ hätten. Seinen Nachfolger Adama Barrow erwähnte er nicht.

          Seinen Amtsverzicht knüpfte Jammeh allerdings an Bedingungen. Er forderte etwa, dass ihm eine Amnestie gegen strafrechtliche Verfolgung zugesichert werde. Außerdem verlangte er, an kommenden Wahlen in Gambia teilnehmen dürfen. Ein Teil der Bevölkerung hat den neuen Präsidenten bereits darum gebeten, die Forderungen Jammehs abzulehnen. Barrow hatte seinen Amtseid am Donnerstag in der gambischen Botschaft im Senegal abgelegt. Am Samstag kündigte er die Einsetzung einer Kommission an, die mögliche Verfehlungen Jammehs während seiner Regierungszeit untersuchen solle.

          7000-Mann-Truppe aus Nachbarstaaten als Druckmittel

          Die militärische Intervention westafrikanischer Truppen war am Freitag vor den Vermittlungsgesprächen auf Eis gelegt worden. Hätte Jammeh nicht nachgegeben, wären die 7000 Mann starke Truppe aus Nigeria, Ghana, Togo und dem Senegal nach Banjul marschiert. Die Führung von Streitkräften und Polizei Gambias hatte sich bereits von Jammeh losgesagt.

          Die frühere britische Kolonie Gambia gehört nach einem UN-Index zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Neben der Landwirtschaft ist in dem Staat mit etwa zwei Millionen Einwohnern der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige.

          Quelle: hepo./dpa

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