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Krise am Golf : Arabische Staaten wollen Qatar notfalls jahrelang isolieren

  • Aktualisiert am

Auf Jahre isoliert?: Strandpromenade von Doha, der Hauptstadt des Emirats Qatar. Bild: Reuters

Qatar hat großen Ärger mit seinen Nachbarn. Geht es nach einem der Hauptgegner könnte die Isolation des Emirats noch sehr lange dauern.

          Die Isolierung Qatars durch mehrere arabischen Staaten könnte nach Meinung eines Ministers der Vereinigten Arabischen Emirate „Jahre“ dauern. „Wir wollen keine Eskalation, wir wollen (Qatar) isolieren“, sagte der Staatsminister für Auswärtiges, Anwar Gargasch, am Montag in Paris. Qatar werde erkennen, dass sich die Sachlage geändert habe „und dass die Isolation Jahre anhalten könnte“, sagte Gargasch weiter. „Wenn sie wegen ihrer perversen Vorstellungen über ihre politische Rolle isoliert sein wollen, dann lasst sie isoliert sein.“ Mit ihrer Blockade setzten die verantwortlichen Länder auf den Faktor Zeit, doch könne es keine Lösung geben, solange nicht Qatar seine Unterstützung für „extremistische Islamisten“ aufgebe.

          Gargasch kündigte an, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten würden der Regierung in Qatar in den kommenden Tagen eine Liste mit ihren Forderungen vorlegen. Unter anderem gehe es um die Ausweisung radikaler Islamisten.

          Saudi-Arabien und seine Verbündeten wie die VAE werfen Qatar vor, Extremisten zu unterstützen. Das Emirat weist dies zurück. Die Türkei und der Iran haben sich hinter Qatar gestellt.

          Den Westen forderte der Minister auf, einen „Überwachungsmechanismus“ einzurichten, falls Qatar auf die Forderungen eingehe. Neben den Vereinigten Staaten, Frankreich und Großbritannien verfüge auch Deutschland über das nötige politische Gewicht und die technische Expertise hierfür.

          Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten Anfang des Monats ihre Beziehungen zu Qatar gekappt und eine Blockade gegen das Golfemirat verhängt. Begründet wurde das Vorgehen mit Qatars Verbindungen zu „Terrororganisationen“ wie der Hamas und der Muslimbruderschaft. Besonders Saudi-Arabien ärgert zudem, dass Qatar seinen harten Kurs gegen den Iran nicht mitträgt.

          Quelle: AFP/Reuters

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