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Kriegsverbrechen Bosnisch-serbischer Ex-Minister stellt sich UN-Tribunal

10.03.2005 ·  Der frühere bosnisch-serbische Innenminister Mica Stanisic will sich dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag stellen. Stanisic war ein enger Berater des gesuchten Chefs der bosnischen Serben, Radovan Karadzic.

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Der frühere bosnisch-serbische Innenminister Mica Stanisic will sich nach Angaben der serbischen Regierung dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag stellen.

Stanisic werde am Freitag nach Den Haag reisen, teilte die Regierung am Donnerstag mit. Während des Bosnien-Krieges von 1992 bis 1995 war Stanisic Innenminister in der bosnischen Serben-Republik. Ihm werden Kriegsverbrechen zur Last gelegt; der genaue Wortlaut der Anklage ist jedoch bislang nicht veröffentlicht worden.

Enger Berater Karadzics

Stanisic war ein enger Berater des Chefs der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, der ebenfalls vom Tribunal in Den Haag wegen Kriegsverbrechen angeklagt ist. Karadzic befindet sich auf der Flucht.

Die Europäische Union hatte Serbien wiederholt zu einer engeren Kooperation mit dem Kriegsverbrechertribunal aufgefordert. Eine reibungslose Zusammenarbeit gilt als wesentliche Bedingung für eine Annäherung Serbiens an EU und Nato.

Lukic und Pavkovic bleiben dem Tribunal fern

Stanisic ist der fünfte wegen Kriegsverbrechen gesuchte Serbe oder bosnische Serbe, den die Regierung in Belgrad binnen zwei Monaten dazu veranlaßt hat, sich dem UN-Tribunal zu stellen. Zwei serbische Generäle wollen sich dagegen nach wie vor nicht freiwillig nach Den Haag begeben.

Der herzkranke frühere Polizeigeneral Sreten Lukic lehne es ab, sich wie vom Tribunal angeboten in Rotterdam operieren zu lassen, berichtete die Nachrichtenagentur Beta am Donnerstag in Belgrad unter Berufung auf Lukics Anwalt. Ein internationales Ärzteteam hatte Lukic untersucht und für reisefähig erklärt. Lukic hatte das bestritten.

UCK-Führer Balaj freiwillig nach Den Haag

Auch der ehemalige serbische Armeegeneral Nebojsa Pavkovic hatte in dieser Woche eine freiwillige Reise nach Den Haag abgelehnt. Lukic und Pavkovic sind wegen Kriegsverbrechen im Kosovo in den Jahren 1998/99 angeklagt.

Am Mittwoch abend hatte das UN-Tribunal bestätigt, daß sich als weiteres Führungsmitglied der albanischen Guerillaorganisation UCK Idriz Balaj freiwillig gestellt habe. Zuvor waren der ehemalige UCK-Kommandant Ramush Haradinaj und sein Mitstreiter Lahi Brahimaj in Den Haag eingetroffen. Haradinaj war nach Aushändigung der Anklageschrift als Kosovo-Ministerpräsident zurückgetreten.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters und dpa
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