An der Grenze zwischen Sudan und Südsudan wird offenbar wieder gekämpft. Ein Sprecher der südsudanesischen Streitkräfte sagte am Donnerstag, Sudan habe am Mittwoch drei Angriffe und am Donnerstag eine weitere Attacke gegen den Südsudan gestartet. Alle Angriffe seien zurückgeschlagen worden. Über mögliche Opfer machte er keine Angaben. Am Mittwoch hatte der sudanesische Präsident Omar al Baschir mit dem Sturz der südsudanesischen Regierung gedroht.
Sein wichtigstes Ziel sei es, „die Bürger Südsudans“ von der Herrschaft der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) „zu befreien“, sagte Baschir in Khartum. „Das ist unsere Verantwortung gegenüber unseren Brüdern in Südsudan.“ Er warf den südsudanesischen Streitkräften vor, sie setzen eine „externe“ Agenda um und handelten nicht im Interesse ihres Volkes.
Der Staatschef äußerte sich bei einer Versammlung von 3000 Jugendlichen zur Unterstützung der Armee, die seit Freitag um die Rückeroberung des wichtigen Ölfelds Heglig kämpft. Südsudanesische Truppen hatten das Ölfeld an der Grenze zwischen beiden Staaten vergangene Woche unter ihre Kontrolle gebracht. „Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wir landen in Juba oder sie landen in Khartum“, sagte Baschir. „Wir können nicht innerhalb der alten Grenzen friedlich zusammenleben.“
Juba: befinden uns nicht im Kriegszustand
Heglig liegt in einer ölreichen Region, in der der Grenzverlauf zwischen den beiden Staaten nicht eindeutig ist. Ein südsudanesischer Regierungssprecher sagte am Donnerstag, sein Land befinde sich nicht im Kriegszustand mit dem Sudan. Er nannte den Sudan einen Nachbarn und eine „freundliche Nation“.
Die chinesische Regierung zeigte sich unterdessen besorgt über den Konflikt. Das chinesischen Außenministeriums ließ verlauten, China sei bereit, gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft zu einer Schlichtung der Spannungen beizutragen und eine friedliche Lösung zu erreichen. „China fordert die beiden Staaten auf, die Gefechte unverzüglich einzustellen, ihre Souveränität gegenseitig anzuerkennen und eine langfristige Lösung zu finden“. China hat ein besonderes Interesse an der Stabilität in der Region, da im vergangenen Jahr zwei Drittel der sudanesischen Ölexporte nach China gingen.
Der Vermittler der Afrikanischen Union, Thabo Mbeki, hatte den UN-Sicherheitsrat bereits am Dienstag aufgerufen, sich mit dem Konflikt zu befassen. Die beiden Seiten seien in der „Logik des Krieges“ festgefahren. Die derzeitige Vorsitzende des Sicherheitsrats, Susan Rice, versprach, die Krise im Rat zu besprechen. Sie sagte, Mbeki habe dem Sicherheitsrat mitgeteilt, dass die sudanesische Regierung glaube, Südsudan versuche die zu stürzen. Wenn das der Fall sein sollte, sei das Ziel Sudans auch ein Regierungswechsel im Süden, sagte Rice. Der Süden hatte sich erst im vergangenen Sommer offiziell vom Norden unabhängig erklärt. Bis 2005 herrschte in Sudan jahrzehntelang Bürgerkrieg.
Zwangsarabisierung und Zwangsislamierung 2.0
Gerd Mannes (DeutscherBurger)
- 20.04.2012, 13:38 Uhr
