http://www.faz.net/-gpf-790n0

Krieg in Syrien : Erdogan: Assad hat schon lange Chemiewaffen eingesetzt

  • Aktualisiert am

Tayyip Erdogan Bild: REUTERS

Das Regime des syrischen Präsidenten Assad hat im Krieg um das Land schon lange Chemiewaffen eingesetzt, sagt der türkische Ministerpräsident. Einzelheite nannte er nicht.

          Die syrische Regierung hat die von den Vereinigten Staaten gesetzte „rote Linie“ zum Einsatz von Chemiewaffen nach Ansicht des türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan längst überschritten. „Es ist klar, dass das Regime (von Präsident Baschar al Assad) chemische Waffen und Raketen eingesetzt hat“, sagte Erdogan dem amerikanischen Sender NBC. Einzelheiten oder Zeitpunkt des angeblichen Einsatzes nannte er nicht. Ankara unterstützt in dem Konflikt die syrische Opposition.

          Erdogan verwies auf Teile von Raketen, die man gefunden habe und die auf eine Bewaffnung mit Kampfstoffen schließen ließen. Außerdem seien an verletzten syrischen Flüchtlingen entsprechende Symptome festgestellt worden. „Es wurden Patienten in unsere Krankenhäuser gebracht, die durch diese chemischen Waffen verletzt wurden“, sagte Erdogan. Inwiefern sich daraus eindeutig auf syrische Regierungstruppen schließen lasse, sagte Erdogan indes nicht. In den vergangenen Wochen hatten bereits amerikanische und israelische Geheimdienste angegeben, konkrete Hinweise auf den Einsatz geringer Mengen des Nervengifts Sarin zu besitzen. Eindeutige Beweise hingegen stehen bislang aus. Die Rebellen und die syrische Regierung hatten sich in der Vergangenheit gegenseitig vorgeworfen, Giftgas einzusetzen.

          Türkei für Flugverbotszone

          Der amerikanische Präsident Barack Obama hatte den Einsatz von chemischen Waffen durch die syrische Regierung als rote Linie bezeichnet und dem Assad-Regime mit schwerwiegenden Konsequenzen gedroht. Auf die Frage, ob diese Linie nun überschritten sei, sagte Erdogan: „Sie wurde schon vor langer Zeit überschritten.“

          Zugleich forderte er die amerikanische Regierung auf, in dem Konflikt „mehr Verantwortung zu übernehmen und weitere Schritte zu unternehmen“. Darüber wolle er mit Obama während eines Treffens in der kommenden Woche beraten. Die Türkei würde nach seinen Worten eine Flugverbotszone in Syrien unter Führung der Vereinigten Staaten unterstützen. Sein Land hätte von Anfang an „Ja“ zu einem solchen Einsatz gesagt, sagte Erdogan.

          Quelle: FAZ.NET, mit Material von dpa/Reuters

          Weitere Themen

          IS in syrischer Ex-Hochburg Raqqa offenbar geschlagen Video-Seite öffnen

          Kampf gegen den Terror : IS in syrischer Ex-Hochburg Raqqa offenbar geschlagen

          Die radikalislamische IS-Miliz ist in ihrer einst wichtigsten syrischen Hochburg Raqqa offenbar geschlagen. Von Amerika unterstützte kurdische und arabische Kämpfer hätten den Ort vollkommen unter ihre Kontrolle gebracht, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit.

          Per Bulldozer ins Massengrab Video-Seite öffnen

          Tote IS-Kämpfer : Per Bulldozer ins Massengrab

          Das sogenannte Kalifat der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien bröckelt immer weiter. Das Schicksal der getöteten Kämpfer sorgt bei den Menschen vor Ort nicht für Mitleid: Im irakischen Dhuluijah sind die Verstorbenen mit Bulldozern in Massengräbern am Stadtrand verscharrt worden, nachdem die Leichen offen herumgelegen hatten.

          Topmeldungen

          Abgang: Stanislaw Tillich am Mittwoch

          Tillichs Rücktritt : Sächsischer Befreiungsschlag

          Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich tut jetzt das, was während seiner Regentschaft viele bitter vermisst haben: Er handelt konsequent. Die Luft um ihn war schon lange vor seinem Rücktritt dünn geworden.
          Macron forderte in einer Grundsatzrede  eine „profunde Veränderung“ der Einwanderungspolitik.

          Frankreich : Macron will Einwanderungspolitik verschärfen

          Er spricht von „administrativer Machtlosigkeit“ angesichts des „Einwanderungsdrucks“ – und will diese beenden: Dazu hat der französische Präsident Emmanuel Macron nun viele Maßnahmen angekündigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.