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Krieg im Gazastreifen : Israels Offensive geht weiter - Sarkozy trifft Assad

  • Aktualisiert am

Der Krieg geht weiter: Israelische Artilleriestellung im Gazastreifen Bild: REUTERS

Schwere Kämpfe auch am elften Tag der israelischen Operation „Gegossenes Blei“ im Gazastreifen. In Damaskus verhandelte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy mit seinem syrischen Amtskollegen Baschar al Assad über Auswege aus der Krise.

          In seinem Bemühen um Vermittlung im Nahost-Konflikt ist Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Dienstag in Syrien eingetroffen, um mit seinem syrischen Kollegen Baschar el Assad über Auswege aus der Krise zu beraten.

          Am Montag hatte der französische Staatschef nach einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah das „sofortige und bedingungslose Ende“ der Gewalt gefordert.

          Straßenkämpfe in Gaza

          Syrien gehört in dem Konflikt zu den Schlüsselstaaten. In dem Land lebt auch Hamas-Chef Khaled Meschaal im Exil. Sarkozy bemühte sich in jüngerer Zeit um eine Annäherung an die syrische Regierung. Auf seiner Vermittlungsmission besuchte der französische Präsident bereits Ägypten, Israel und das Westjordanland. Am Dienstag beendet er seine Nahost-Reise mit einem Besuch im Libanon.

          Bemühungen um Waffenstillstand: Sarkozy und Abbas am Montag in Ramallah
          Bemühungen um Waffenstillstand: Sarkozy und Abbas am Montag in Ramallah : Bild: REUTERS

          Am vierten Tag der israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen ist es zu heftigen Straßenkämpfen am Rand der Stadt Gaza gekommen. In der Siedlung Schadschaijeh lieferten sich israelische Soldaten und Hamas-Kämpfer heftige Gefechte, wie aus dem israelischen Verteidigungsministerium verlautete.

          Bei den Angriffen am Dienstag kamen bis zum Morgen nach Angaben von Ärzten mindestens 18 Palästinenser ums Leben. Von ihnen gehörten lediglich zwei zu den Kämpfern der Hamas, denen die israelische Offensive gilt. Bei den israelischen Angriffen am Montag kamen mindestens 20 Kinder ums Leben, wie Moaiya Hassanain vom Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte.

          Tod durch „Friendly Fire“

          Wie israelische Zeitungen berichteten, kamen drei Soldaten durch Beschuss eigener Truppen ums Leben, ein weiterer soll der israelischen Taegszeitung „Haaretz“ zufolge nähe der Ortschaft Beit Hanun getötet worden sein. Erstmals seit Beginn der Operation „Gegossenes Blei“ rückte die Armee in dicht besiedelte Wohngebiete nördlich von Gaza vor. Dabei kam es zu schweren Kämpfen mit militanten Palästinensern.

          Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP ist die israelische Armee am Dienstag auch in das südlich von Gaza gelegene Khan Yunis eingerückt. Mehrere Panzer rollten am frühen Dienstagmorgen mit Unterstützung aus der Luft in die zweitgrößte Stadt des Gazastreifens ein und lieferten sich heftige Feuergefechte mit Hamas-Kämpfern und Mitgliedern anderer Gruppen, wie Augenzeugen berichteten. Ein israelischer Armeesprecher wollte die Berichte zunächst nicht bestätigen.

          Bei einem Panzerangriff wurden in Dair al Balah im Zentrum des Gazastreifens am Morgen sechs Palästinenser getötet, wie Augenzeugen und palästinensische Ärzte berichteten. Den Berichten zufolge handelte es sich bei den Opfern um vier Hamas-Aktivisten und zwei Mitglieder des Islamischen Dschihad. Die Männer hatten sich in einem Haus verschanzt und starben bei einem Schusswechsel mit der israelischen Armee.

          Die drei durch „Friendly Fire“ ums Leben gekommenen israelischen Soldaten starben, als ein israelischer Panzer ein leerstehendes Gebäude in Dschabalija, in dem die Männer Deckung gesucht hatten, unter Beschuss nahm. 24 weitere Soldaten wurden den Berichten des israelischen Onlinedienstes Y-Net zufolge durch das sogenannte „Friendly Fire“ verletzt, vier von ihnen schwer. Einer befand sich den Angaben zufolge am Morgen noch in kritischem Zustand. Damit erhöhte sich die Zahl der seit Beginn der Militäroperation im Gazastreifen getöteten israelischen Soldaten auf vier.

          Hundert Palästinenser am Montag getötet

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