20.01.2005 · Irans Präsident Chatami schätzt die Gefahr eines amerikanischen Angriffs auf sein Land gering ein. Im staatlichen Rundfunk sagte er: „Wir glauben, daß die Möglichkeit eines Angriffs Amerikas sehr gering ist.“
Der iranische Präsident Mohammed Chatami hat einen Angriff der Vereinigten Staaten auf sein Land als unwahrscheinlich bezeichnet.
Amerika sei stark im Irak engagiert, sagte Chatami am Donnerstag im staatlichen Rundfunk. Teheran sei aber auf einen „Akt der Aggression“ vorbereitet. „Wir haben Pläne dafür“, erklärte der Staatschef, ohne Einzelheiten zu nennen.
Die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs sei gering und Iran wolle keine Spannungen mit Washington, erklärte der Staatschef weiter. „Wir glauben, daß Amerika nicht in der Lage ist, die verrückte Maßnahme eines Angriffs auf Iran zu ergreifen.“ Der amerikanische Präsident George W. Bush hatte Anfang der Woche öffentlich einen Militärschlag gegen den Iran im Streit um dessen Atomprogramm nicht ausgeschlossen. In einem Fernsehinterview sagte er: „Ich hoffe, wir können das auf diplomatischem Weg regeln, aber ich schließe keine Option aus.“ Zudem gibt es Berichte, wonach die Vereinigten Staaten bereits Spionagetrupps nach Iran eingeschleust haben. Dies hatte vor allem in Europa Besorgnis ausgelöst.
Auch der iranische Botschafter in London forderte die Vereinigten Staaten auf, aus
den im Irak begangenen Fehlern zu lernen und auf Militäraktionen gegen den Iran zu verzichten. Washington solle keine weitere Beschädigung seines internationalen Ansehens und keine Verstärkung der Spannungen in der islamischen Welt riskieren, sagte Botschafter Mohammed Hossein Adeli in der BBC. Er wies amerikanische Darstellungen zurück, daß der Iran Atomwaffen bauen wolle. Das Nuklearprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken.