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Krawalle im Kosovo Ukrainischer UN-Polizist erliegt Verletzungen

18.03.2008 ·  Ein ukrainischer UN-Polizist ist bei den gewaltsamen Ausschreitungen im Norden des Kosovos ums Leben gekommen. Er erlag den Verletzungen, die er bei Zusammenstößen zwischen Serben und Sicherheitskräften in Mitrovica erlitten hatte.

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Ein ukrainischer UN-Polizist ist bei den gewaltsamen Ausschreitungen in Mitrovica im Norden des Kosovos ums Leben gekommen. Er erlag am Montagabend seinen Verletzungen, die er während der Zusammenstöße erlitten hatte. Der Ukrainer sei von einer Handgranate getroffen worden und später in einem Militärkrankenhaus gestorben, erklärte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Am Montag war es im Anschluss an die Räumung eines UN-Gerichtsgebäudes in Mitrovica zu den schwersten Ausschreitungen seit der Unabhängigkeitserklärung der früheren serbischen Provinz gekommen. Aufgebrachte Serben bewarfen die UN-Polizisten und Kfor-Soldaten mit Steinen und Molotow-Cocktails. Es fielen auch Schüsse. Mehrere UN-Fahrzeuge gingen in Flammen auf. Mehr als 150 Menschen wurden verletzt, darunter auch mindestens 63 Angehörige internationaler Sicherheitskräfte. Ein serbischer Demonstrant liegt nach einem Kopfschuss im Koma. Er habe schwere Gehirnverletzungen erlitten und ringe mit dem Tode, hieß es von behandelnden Ärzten.

UN-Generalsekretär besorgt über Eskalation

Noch bevor der Tod des Polizisten bekannt wurde, äußerte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon Bedauern über die gewaltsame Eskalation. Er rief die serbische Regierung auf, ihren Einfluss geltend zu machen, damit sich derartige Zwischenfälle nicht wiederholten.

Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin kritisierte die Entscheidung der UN-Polizei, das Gebäude zu stürmen. Es hätte auch die Möglichkeit von Verhandlungen zur Lösung des Konflikts gegeben, sagte Tschurkin.

Lage unter Kontrolle

Am Dienstag bewarfen junge Serben einen französischen Kfor-Konvoi mit Steinen. Die Soldaten setzten Blendgranaten und Gummigeschosse ein, woraufhin sich die Randalierer zurückzogen. Soldaten in gepanzerten Fahrzeugen gingen am Dienstag an wichtigen Punkten der Stadt in Stellung. Die größte Brücke über den Fluss Ibar, der Serben und Albaner voneinander trennt, war mit Stacheldraht gesperrt.

Die Kfor habe die Lage in der zwischen Serben und Albanern geteilten Stadt inzwischen unter Kontrolle, sagte der Unmik-Sprecher. Wann die Unmik in den Norden der entlang des Ibars zwischen Serben und Albanern geteilten Stadt zurückkehre, werde der Leiter der UN-Polizei, Larry Wilson, in den kommenden Tagen entscheiden.

Die Unmik wies Kritik am Verhalten der internationalen Polizeikräfte zurück. Nach Konsultationen von Unmik-Chef Joachim Rücker mit serbischen Regierungsvertretern am Wochenende sei eine Räumung des von serbischen Extremisten besetzten Gerichtsgebäudes unumgänglich gewesen. Angeblich hatten sowohl die Kfor als auch die Unmik-Polizei über Informationen verfügt, wonach serbische Krawallmacher eine Besetzung nicht nur des Gerichtsgebäudes, sondern auch des von UN-Polizisten bewachten Gefängnisses und einer UN-Polizeiwache im Norden Mitrovicas geplant hätten.

Japan erkennt Unabhängigkeit des Kosovos an

Unterdessen hat mit Japan ein weiterer Staat das Kosovo anerkannt. „Japan hofft, dass die Unabhängigkeit des Kosovos langfristig einen Beitrag zur Stabilität der Region leistet“, erklärte das Außenministerium am Dienstag. Dabei wünsche Tokio weiterhin freundschaftliche Beziehungen zu Serbien. Japan schloss sich damit dem Schritt von rund 25 weiteren Staaten an, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten.

Russland, das die Unabhängigkeit des Kosovos vehement ablehnt, appellierte derweil an die muslimischen Länder, die frühere serbische Provinz trotz ihrer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung nicht als Staat anzuerkennen. Vor einer Reise in den Nahen Osten warnte Außenminister Sergej Lawrow in einem Zeitungsinterview davor, Separatisten weltweit Auftrieb zu geben. Lawrow reist am Mittwoch nach Syrien, Israel und ins Westjordanland.

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