Home
http://www.faz.net/-gq5-72083
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Kosovo Kfor will Straßensperre in Mitrovica nicht räumen

Die internationale Kosovo-Truppe weicht einer weiteren gewaltsamen Konfrontation im Norden des Landes aus. Laut Angaben des deutschen Kommandeurs Erhard Drews wird die letzte verbliebene Blockade der Kosovo-Serben nicht geräumt.

© REUTERS Vergrößern Barrikadenräumung bei Mitrovica: Ein Hubschrauber fliegt Anfang Juni über einen ungarischen Kfor-Soldaten hinweg.

Die internationale Kosovo-Schutztruppe Kfor lässt die letzte noch verbliebene Straßenbarrikade der Kosovo-Serben in der Stadt Mitrovica stehen. „Wir können sie mit Gewalt beseitigen, doch würde das von denen, die sie errichtet haben, nicht gut aufgefasst“, sagte der deutsche Kfor-Kommandeur Generalmajor Erhard Drews nach Medienberichten am Donnerstag bei einem Besuch der Stadt. In den Köpfen würde sich nichts ändern, sagte Drews, mit Blick auf die Demonstranten.

Die Serben blockieren die Brücke über den Fluss Ibar seit Monaten mit Schutt und Beton. Sie verbindet den serbischen dominierten Norden vom mehrheitlich albanischen Süden der Stadt. Seit dem Beginn neuer Unruhen im Nordkosovo im Juli vergangenen Jahres haben die nördlich des Ibar ansässigen Serben, die die Unabhängigkeit des mehrheitlich albanisch bevölkerten Kosovo von Serbien nicht anerkennen wollen, immer wieder und an zahlreichen Orten Straßenblockaden errichtet. Da der Kfor die Aufgabe zufällt, die volle Bewegungsfreiheit im Nordkosovo durchzusetzen, hatte die Schutztruppe zuletzt gewaltsam die Blockaden beseitigt. Dabei waren vor der Ortschaft Rudare, nördlich von Mitrovica, Anfang Juni zwei deutsche Soldaten angeschossen worden.

Mehr zum Thema

Die mächtige Opposition im Kosovo-Parlament hat derweil den von der EU angestrebten politischen Dialog zwischen Prishtina und Belgrad abgelehnt. Darüber solle ein Referendum abgehalten werden, das eine klare Ablehnung ergeben werde, verlangte Oppositionsführer Isa Mustafa am Donnerstagabend im lokalen Fernsehen in Prishtina. Auch die oppositionelle Partei Vetevendosje lehnt solche Verhandlungen mit Serbien ab. Die EU-Außenbeauftragte will im Oktober Spitzenpolitiker Serbiens und des Kosovos an einen Tisch bringen, um die Dauerkrise zu lösen.

Quelle: FAZ.net/lohe/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Einhausung der A661 Zuschüsse vom Bund bleiben aus

Frankfurt will die Autobahn zwischen Bornheim und Seckbach überbauen, um Wohnungen zu errichten. Die Kosten muss die Stadt allerdings allein tragen. Mehr Von Rainer Schulze, Frankfurt

08.12.2014, 11:02 Uhr | Rhein-Main
Niederlande mitverantwortlich für Srebrenica

Ein Gericht in Den Haag hat den Niederlanden eine Mitverantwortung für den Tod von 300 Opfern des Massakers im bosnischen Srebrenica 1995 zugewiesen. Der UN-Schutztruppe hätte wissen müssen, dass die 300 Menschen bei einer Deportation durch die bosnischen Serben ermordet würden. Mehr

16.07.2014, 19:08 Uhr | Politik
Terror von Boko Haram Dutzende Menschen in Nigeria entführt und getötet

Nigeria scheint machtlos gegen die islamistische Boko-Haram-Miliz. Wieder hat sie ein Dorf überfallen, Menschen entführt und getötet. Der Staat kämpft derweil gegen die eigenen Soldaten. Mehr

18.12.2014, 18:40 Uhr | Politik
Indien Aufräumarbeiten im Zoo

Aufräumarbeiten im Zoo der ostindischen Stadt Visakhapatnam. Mitte des Monats wurde die Region von einem Wirbelsturm verwüstet, am Montag begannen etwa 200 freiwillige Helfer damit abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume zu beseitigen. Mehr

28.10.2014, 12:01 Uhr | Gesellschaft
Entlang des Hadrianswalls Vergesst den Jakobsweg!

Der Hadrianswall sicherte einst das Römerreich nach Norden. Wer heute an der Grenze zwischen England und Schottland unterwegs ist, erlebt Geschichte - und Geschichten. Mehr Von Tilman Spreckelsen

21.12.2014, 18:52 Uhr | Reise
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 09.08.2012, 16:46 Uhr

Sicherheit kostet

Von Reinhard Müller

Der Tadel aus Brüssel zum Thema mangelnde Flughafensicherheit trifft gerade den Musterknaben Deutschland. Eine Erinnerung, dass nicht an der falschen Stelle gespart werden sollte. Mehr 6 7