19.02.2008 · Kosovo-Serben haben zwei UN-Kontrollpunkte an den Grenzübergängen zwischen dem Kosovo und Serbien beschossen, überfallen und verwüstet. Auch Fahrzeuge der Vereinten Nationen wurden angezündet.
Mehrere hundert Serben haben am Dienstag zwei Grenzposten im Kosovo angegriffen und zerstört. Laut Agenturberichten haben die dort stationierten kosovarischen und UN-Polizisten Nato-Hubschrauber angefordert, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Kosovo-Schutztruppe Kfor sei inzwischen an Ort und Stelle.
Ein Kfor-Sprecher nannte die Lage „sehr ernst“. Ein Kontrollpunkt sei in Brand gesteckt, ein weiterer mit Sprengstoff zerstört worden. Am Dienstag ist der Hohe Repräsentant für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU, Solana, zu Gesprächen in den neuen Staat gereist. Bei den Treffen mit Regierungschef Thaçi und Staatspräsident Sejdiu ging es um die Abstimmung zwischen der EU und der kosovarischen Regierung über die nächsten Schritte in der schwierigen Phase nach der Unabhängigkeitserklärung.
Kostunica rief zu Ruhe und Ordnung auf
Die serbische Regierung hat unterdessen damit begonnen, ihre Botschafter in jenen Hauptstädten, die das Kosovo schon anerkannt haben, zu Konsultationen nach Belgrad zu beordern. Dieser Schritt, der zunächst die Botschafter in Washington, Paris und Ankara betraf, war erwartet worden. Als erstes Land hatte Afghanistan das Kosovo anerkannt. Eine Wirtschaftsblockade soll nach Regierungsangaben hingegen nicht verhängt werden, da dies dem Ansinnen Belgrads widerspreche, das Kosovo als Bestandteil des serbischen Staates zu bewahren.
Zuvor war es in Belgrad und mehreren anderen serbischen Städten in der Nacht zum Dienstag wiederum zu Unruhen und Ausschreitungen gekommen. Dabei war es allerdings jeweils nur eine Minderheit von dem Hooligan-Milieu zugerechneten Randalierern, die zu Gewalt griff. Der serbische Regierungschef Kostunica rief zu Ruhe und Ordnung auf. Proteste, die zu Gewalt und Aufruhr führten, seien nutzlos für Serbien und die Verteidigung des Kosovos.
Die ersten zehn Gesetze
Das Parlament des Kosovos hat bei seiner ersten regulären Sitzung die ersten zehn Gesetze verabschiedet. Unter anderem wurde die Schaffung eines eigenen Außenministeriums beschlossen. Die übrigen Gesetzestexte befassen sich beispielsweise mit Fragen der Staatsbürgerschaft oder dem Schutz des religiösen Kulturerbes.
Eine andere Sprache
Gabor von Zoltan (Putinras)
- 19.02.2008, 16:36 Uhr
Serben...Kosovo-Serben.....greifen an....GEHTS noch dramatischer???
gerd hodina (hodger)
- 19.02.2008, 16:38 Uhr
Es war zu erwarten
Werner Stettner (WStettner)
- 19.02.2008, 18:13 Uhr
Widerstand
Daniel Eckardt (Eckes28)
- 19.02.2008, 18:50 Uhr
Ob Gewaltexzesse ein gutes Argument sind?
Joachim Mense (JMense)
- 19.02.2008, 18:51 Uhr