http://www.faz.net/-gpf-99o0p

Uhrzeit-Angleichung : Koreanische Staaten lassen Worten erste Taten folgen

  • Aktualisiert am

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un (links) und der südkoreanische Präsidenten Moon Jae am Freitag bei ihrem Treffen in der Demilitarisierten Zone zwischen den Koreas Bild: dpa

Nach ihrem Treffen leiten die beiden koreanischen Staaten erste Schritte zur Versöhnung ein. Die Aussicht auf Frieden veranlasst den Südkoreas Präsident Moon gar dazu, Trump für den Nobelpreis ins Gespräch zu bringen.

          Die beiden koreanischen Staaten untermauern ihre Versöhnungsabsichten mit ersten praktischen Schritten. Südkorea kündigte an, ab Dienstag die Propaganda-Lautsprecher an der Grenze abzubauen. Der Norden erklärte, er wolle ab dem kommenden Samstag die Uhrzeit um 30 Minuten nach vorn verschieben, um wieder in einer Zeitzone mit Südkorea zu liegen.

          Der Abbau der Lautsprecher sei der einfachste erste Schritt, um das Vertrauen zu festigen, erklärte das Verteidigungsministerium in Seoul. Über die Lautsprecher wurde der Norden mit einer Mischung aus Nachrichten, koreanischer Popmusik und Kritik an der Führung beschallt.

          Die unterschiedliche Uhrzeit in den beiden Staaten geht auf das Jahr 2015 zurück. Damals führte Nordkorea seine Zeitzone ein. Anlass war der 70. Jahrestag der Befreiung Koreas von der japanischen Besetzung am Ende des Zweiten Weltkrieges. Südkorea liegt in derselben Zeitzone wie Japan.

          Bei dem historischen Gipfeltreffen am Freitag hatte Kim es als schmerzhaft bezeichnet, zwei Uhren mit den unterschiedlichen Zeiten für die Hauptstädte Seoul und Pjöngjang an der Wand zu sehen.

          Bei dem Treffen am Freitag hatten der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un und der südkoreanische Präsidenten Moon Jae vereinbart, den seit fast sieben Jahrzehnten andauernden Kriegszustand zu beenden. Zudem soll die geteilte Halbinsel schrittweise atomwaffenfrei werden.

          Die Aussicht auf Frieden veranlasste Moon am Montag zudem, den amerikanischen Präsidenten Donald Trump für den Nobelpreis ins Gespräch zu bringen. Trump hatte scharfe Sanktionen gegen Nordkorea durchgesetzt, um das Land von seinem Atomwaffen-Programm abzubringen.

          Der Gipfel hat auch das Vertrauen der Südkoreaner in den Norden gesteigert. Nach einer am Montag veröffentlichten Umfrage glauben 64,7 Prozent der Südkoreaner, dass Kim es mit seinen Friedensabsichten und der atomaren Abrüstung ernst meint. Auf die Frage, ob sie bereits vor dem Gipfel Vertrauen in Nordkorea hatten, antworteten nur 14,7 Prozent mit Ja.

          Ob das innerkoreanische Tauwetter anhält, wird aber auch davon abhängen, wie das geplante Gipfeltreffen zwischen Kim und dem amerikanischen Präsidenten Trump ausgeht. Bislang stehen weder Termin noch Ort des Treffens fest. Die Vereinigten Staaten verlangen von Nordkorea, das den Abbau seiner Atomtest-Anlagen angekündigt hat, die unumkehrbare Abschaffung seiner Atomwaffen. Die Testanlagen sollen unter öffentlicher Kontrolle unbrauchbar gemacht werden.

          Weitere Themen

          EU-Gipfel soll Brexit-Blockade lösen Video-Seite öffnen

          Verlängerte Übergangsphase? : EU-Gipfel soll Brexit-Blockade lösen

          Fünf Monate vor dem geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU suchen die Staats- und Regierungschefs nach einem Ausweg aus der Brexit-Sackgasse. Die Einigung auf eine verlängerte Übergangsphase nach dem Brexit könnte den Knoten beim EU-Gipfel zum Platzen bringen.

          Erhöhter Druck auf Saudi-Arabien Video-Seite öffnen

          Verschwinden Khashoggis : Erhöhter Druck auf Saudi-Arabien

          Die G7 zeigte sich äußert besorgt und forderte von der Führung in Riad eine gründliche, transparente und rasche Untersuchung. Außenminister Maas kündigte an, eine geplante Reise nach Saudi-Arabien zu überdenken.

          Topmeldungen

          Brexit-Verhandlungen : Der Moment der Wahrheit naht

          Beim EU-Gipfel in Brüssel sind sich die Teilnehmer einig: Eine Einigung für den anstehenden Brexit zu erzielen, wird immer schwerer. Und neue Kritik an der britischen Premierministerin gibt es auch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.