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Veröffentlicht: 16.03.2017, 11:24 Uhr

Geheimdienstausschuss „Der Präsident war eindeutig im Unrecht“

Mit seinen Abhörvorwürfen gegen Amtsvorgänger Obama hat Trump für Furore gesorgt. Der Geheimdienstausschuss des Kongresses sieht jedoch keinerlei Beweise für seine Anschuldigungen. Doch Trump gibt nicht auf.

© AFP Widerspricht dem Präsidenten: der republikanische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Devin Nunes

Der Geheimdienstausschuss des amerikanischen Kongresses hat keinerlei Belege für Donald Trumps Abhörvorwürfe an die Adresse seines Vorgängers Barack Obama. Der amerikanische Präsident hatte am vorvergangenen Wochenende in einer Serie wütender Tweets erklärt, Obama habe ihn 2016 im Wahlkampf im Trump-Tower abhören lassen.

Der republikanische Vorsitzende des Ausschusses, Devin Nunes, sagte am Mittwoch: „Ich glaube nicht, dass es ein aktuelles Anzapfen des Trump Towers gab.“ Er fügte hinzu: „Wenn Sie Trumps Tweets wörtlich nehmen, dann war der Präsident eindeutig im Unrecht.“ Trump habe die Sorge, dass andere staatliche Stellen ihn oder seine Mitarbeiter kontrolliert hätten, und das werde man herausfinden.

Trump ließ jedoch auch am Mittwoch nicht locker. In einem Interview mit dem von ihm favorisierten Sender Fox News erklärte Trump: „Ich glaube, Sie werden in den nächsten beiden Wochen einige sehr interessante Dinge sehen, die an die Oberfläche kommen.“ Der Terminus „Abhören“, den Trump auf Twitter gebraucht hatte, umfasse eine Vielzahl von Dingen, sagte er kryptisch.

Das Weiße Haus war bereits in den vergangenen Tagen von Trumps unbelegten Vorwürfen abgerückt. Sein Sprecher Sean Spicer sagte, Trump habe das Abhören nicht wörtlich gemeint, sondern in Anführungszeichen.

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Trump hatte das angebliche Abhören zu einer Staatsaffäre stilisiert und Obama als „kranken Typen“ bezeichnet. Auch der frühere Geheimdienstdirektor James Clapper hatte ein Abhören verneint. FBI-Direktor James Comey hatte das Justizministerium aufgefordert, sich von den Vorwürfen zu distanzieren. Es gibt bisher keinen einzigen Beleg für Trumps Anschuldigungen.

Comey will am Montag vor dem Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses zu möglichen Verbindungen des Trump-Wahlkampflagers zu Russland aussagen. Bereits am Mittwoch hatte er einzelne Senatoren hinter verschlossenen Türen unterrichtet. Umfragen unter Trumps Anhängern ergaben, dass sie dem Abhörverdacht in großer Mehrheit Glauben schenken.

© AP, reuters FBI-Direktor hält nichts von Trumps Spitzel-Vorwürfen

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