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Kongress stimmt für Haushalt : Ausgabensteigerung von mehreren Hundert Milliarden Dollar beschlossen

  • Aktualisiert am

Geschafft: Ein Haushaltsgesetz hat am Freitag beide Kammern des amerikanischen Kongresses passiert. Bild: Reuters

Der Haushaltsnotstand in Amerika dauert nur wenige Stunden. Beide Kammern des Kongresses haben einem Haushaltsgesetz zugestimmt. Ein Rebell hatte jedoch für Verzögerungen gesorgt.

          Nach einer dramatischen Nachtsitzung bis fast zum Morgengrauen und einem kurzen „Shutdown“ haben die Vereinigten Staaten für die kommenden zwei Jahre einen neuen Haushalt. Der Plan sieht Mehrausgaben in Höhe von über 300 Milliarden Dollar vor allem für die Rüstung vor und wird damit die schon jetzt immense Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten weiter in die Höhe treiben.

          Nach dem Senat stimmte auch das Abgeordnetenhaus in den frühen Morgenstunden dem zuvor zwischen Republikanern und oppositionellen Demokraten ausgehandelten Papier mit jeweils deutlicher Mehrheit zu. Am Vormittag verlieh Präsident Donald Trump dem Gesetz mit seiner Unterschrift Rechtskraft, wie er auf Twitter mitteilte.

          Aus Furcht vor einer zu hohen Schuldenlast hatte der libertäre Senator Rand Paul aus Kentucky die Abstimmung im Senat stundenlang verzögert. Laut Geschäftsordnung stand ihm dies zu. Somit konnte der eigentliche Plan, die Abstimmungen noch rechtzeitig vor Ablauf einer Frist am Donnerstag um Mitternacht (Ortszeit) durchzubringen, nicht weiter verfolgt werden. Die Folge war ein „Shutdown“, also der Stillstand der Regierungsgeschäfte, für wenige Stunden. Da dies jedoch mitten in der Nacht erfolgte, hatte es praktisch kaum Auswirkungen.

          Gegen 5.30 Uhr Ortszeit stimmte nach dem Senat schließlich auch das Repräsentantenhaus für das Papier. Zuvor hatte der Senat um 1.45 Uhr mit 71 Ja-Stimmen der insgesamt 100 Senatoren einen entsprechenden Beschluss gefasst. Senator Rand Paul hatte bis 1.00 Uhr morgens von seinem Rederecht Gebrauch gemacht und damit ein Ende der Debatte verhindert. Er wies immer wieder auf die hohe Schuldenlast hin.

          Paul mit Bedenken gegen hohe Schuldenlast nicht allein

          Die Vereinigten Staaten waren bereits Ende vergangenen Jahres mit 106 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschuldet. Dies entspricht der Schuldenlast der Euro-Problemländer Irland und Spanien. Deutschland hat derzeit Staatsschulden von etwa 71 Prozent. Paul befürchtet, dass es in den Vereinigten Staaten zu einem wirtschaftlichen Kollaps kommen könnte. Der ehemalige Präsidentschaftsbewerber vertritt bei den Republikanern eine extrem staatsferne Politik.

          Mit seinem Alleingang zog sich Paul den Zorn zahlreicher Kollegen auf dem Capitol Hill zu. Von „Verantwortungslosigkeit“ war die Rede. Allerdings hatte es auch im Repräsentantenhaus wegen der stark steigenden Staatsausgaben erhebliche Bedenken auf republikanischer Seite gegeben.

          Die Demokraten bemängelten, dass das Gesetz keine Regelungen zur Immigration enthält. Die Oppositionsführerin im Abgeordnetenhaus, Nancy Pelosi, hatte am Vortag in einer achtstündigen Rede auf die Probleme von Kindern aufmerksam gemacht, die mit ihren Eltern illegal in die Vereinigten Staaten eingereist waren und dort aufgewachsen sind. Trump hatte eine Sonderregelung seines Vorgängers Barack Obama für diese Gruppe außer Kraft gesetzt. Sowohl im Senat als auch im Abgeordnetenhaus gibt es seitens der Republikaner bisher lediglich Willenserklärungen, über eine Lösung für das Problem zu sprechen. „Wir wollen eine Lösung“, hatte der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Paul Ryan, noch am Donnerstag erklärt.

          Das Gesetz sieht vor, dass die geplanten Ausgabenbegrenzungen in den kommenden zwei Jahren um knapp 300 Milliarden US-Dollar (244 Milliarden Euro) höher liegen als bisher. Ein Schwerpunkt liegt auf der Rüstung. Das Pentagon könnte im laufenden Haushaltsjahr 80 Milliarden US-Dollar mehr ausgeben, im kommenden hätte es 85 Milliarden mehr. Beide Parteien waren sich grundsätzlich einig, dass die amerikanischen Streitkräfte mehr Geld brauchen, um die Anforderungen einer modernen Armee weiterhin zu erfüllen.

          In anderen Bereichen würde die Ausgabengrenze um 63 Milliarden höher liegen, beziehungsweise um 68 Milliarden im nächsten Jahr. Zusätzliche Mittel werden für die Katastrophenhilfe zur Verfügung gestellt. So soll der Wiederaufbau von zerstörten Gegenden nach den Hurrikans der vergangenen Saison beschleunigt werden, etwa in Texas und Florida.

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