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Konflikt in Mali Regierungstruppen erobern Konna zurück

Die malische Armee hat gegenüber den Dschihadisten Boden zurück gewonnen. Die Rückeroberung der Stadt Konna gelang auch mit Hilfe der französischen Luftwaffe.

Auf dem Flughafen von Bamako traf unterdessen das erste westafrikanische Truppenkontingent ein Artikel.Text Video starten $fazgets_pct
© reuters Vergrößern Mali: Frankreich setzt Vormarsch fort

Die malische Armee hat am Freitag die Rückeroberung der Stadt Konna in der Nähe von Mopti begonnen. Dort hatte die französische Luftwaffe in der vergangenen Woche die ersten Angriffe gegen die Dschihadisten geflogen, als diese versuchten, auf Mopti und damit auf Bamako zu marschieren. Die Radikalen aber waren umgehend nach Konna zurückgekehrt, als malische Truppen die Stadt besetzen wollten. Der Rückeroberung Konnas am Freitag waren wieder Angriffe französischer Kampfhubschrauber vorausgegangen. Die Angaben der malischen Armee sind nicht zu überprüfen, da unabhängige Beobachter keinen Zugang zu den Kampfgebieten haben. Sie wurden dieser Zeitung allerdings von Bewohnern Konnas telefonisch bestätigt.

Am Donnerstagabend war ein Vorauskommando der insgesamt 3300 Mann starken afrikanischen Eingreiftruppe in Mali eingetroffen. Die fünfzig Nigerianer und vierzig Togoer sollen die Ankunft der Truppen logistisch vorbereiten, die spätestens am 26. Januar einsatzbereit sein sollen. Ob dieses Datum eingehalten werden kann, ist allerdings fraglich. An diesem Samstag treffen sich in Abidjan abermals die Generalstabschefs der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas, um, wie es hieß, über ebendiese Entsendung zu beraten. Der französische Außenminister Fabius wird an dem Treffen teilnehmen, um den „Prozess zu beschleunigen“, wie es in Paris hieß.

Merkel habe „entschlossen reagiert“

Am Freitag wurden zwei deutsche Transall-Flugzeuge in Mali erwartet, die zuvor mit militärischem Gerät in Frankreich beladen worden waren. Die beiden Flugzeuge sollen anschließend für den Transport afrikanischer Soldaten nach Mali eingesetzt werden. Der französische Premierminister Ayrault hob hervor, dass Europa im Kampf gegen den Terrorismus zusammenrücken müsse. Ayrault sagte der F.A.Z., Bundeskanzlerin Angela Merkel habe entschlossen reagiert. Die Entsendung von Militärausbildern und zwei Transportflugzeugen zur Unterstützung des Einsatzes in Mali sehe er als Zeichen der Freundschaft.

Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton sagte den französischen Streitkräften in Mali Unterstützung in Form von Aufklärungsdrohnen und Transportflugzeugen zu. Die Truppenstärke der französischen „Opération Serval“ beläuft sich gegenwärtig auf 1400 Soldaten, soll aber auf 2500 Soldaten erhöht werden. Nach Informationen der Tageszeitung „Le Monde“ will Washington Frankreich die Nutzung der Transportflugzeuge vom Typ „Globemaster“ in Rechnung stellen.

SPD drängt auf bessere Abstimmung

Die SPD forderte im Zusammengang mit Mali die Bundesregierung dazu auf, in der EU auf eine bessere Abstimmung bei einer Lösung des Konflikts zu drängen. „Das Herumwursteln der letzten Wochen darf nicht mehr so weitergehen“, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rolf Mützenich, der Nachrichtenagentur dpa. Die schrecklichen Folgen des Geiseldramas in Algerien hätten abermals die Brutalität der in Teilen Nordafrikas operierenden Terrorgruppen gezeigt. Deshalb dürften sich die europäischen Aktivitäten nicht nur in sicherheitspolitischen Beiträgen erschöpfen.

Notwendig seien vielmehr auch die Förderung von demokratischen Strukturen und gerechteren Lebensverhältnissen, um dem Terrorismus die Grundlagen zu entziehen. Dazu könnten auch Verhandlungen mit den bislang vernachlässigten Tuareg-Clans gehören. Der SPD-Politiker forderte die Bundesregierung auf, den Bundestag bei allen weiteren Schritten unverzüglich zu informieren. Die Opposition erwarte, dass sich auch kurzfristige Einsätze der Bundeswehr in dem geplanten Mali-Mandat wiederfinden.

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Quelle: dpa/Reuters

 
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