09.08.2008 · Georgien befindet sich laut einem Dekret des Parlaments offiziell im Krieg. Präsident Saakaschwili sagte, sein Land sei in einem „Zustand der totalen militärischen Aggression“. Moskau dementierte derweil, georgische Städte angegriffen zu haben. Doch die Bilder aus Gori sprechen eine andere Sprache.
Georgien befindet sich nun offiziell im Kriegszustand. Das Parlament billigte am Samstag einen Antrag von Präsident Michail Saakaschwili, in dem das formell festgehalten wird. Die Ausrufung gilt den Angaben zufolge ab dem 9. August zunächst für 15 Tage. Über die von Georgien abtrünnige Region Südossetien wurde das Kriegsrecht verhängt. Saakaschwili hatte zuvor im georgischen Fernsehen erklärt, dass sich sein Land in einem „Zustand der totalen militärischen Aggression“ befinde.
Georgien hatte Russland vorgeworfen, mehrere Städte auf georgischem Territorium bombardiert zu haben. Der Streit um die abtrünnige georgische Provinz Südossetien war am Freitag eskaliert, nachdem das georgische Militär eine Offensive begonnen hatte, um die Kontrolle über die Region zurückzugewinnen. Daraufhin lieferten sich georgische und russische Truppen heftige Kämpfe.
Moskau: Zehntausende auf der Flucht
Nach russischen Angaben sind mehr als 30.000 Menschen vor den Kämpfen in Südossetien nach Russland geflohen. Die Flüchtlinge hätten in den vergangenen 36 Stunden die Grenze überquert, zitierte die Nachrichtenagentur Itar-Tass am Samstag den Chef des russischen Präsidialamts, Sergej Sobjanin. Das russische Militär erklärte, es habe seit Samstagmorgen wieder die Hauptstadt Südossetiens unter Kontrolle und georgische Einheiten aus Zchinwali vertrieben.
Unterdessen hat Moskau erstmals bestätigt, zwei Kampfflugzeuge „verloren“ zu haben, wie ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums im Fernsehen sagte. Georgien hatte schon am Freitag den Abschuss mehrerer russischer Flugzeuge verkündet, was das russische Militär als „Provokation“ bezeichnete.
Russland dementiert Bombardierung georgischer Städte
Ein Sprecher der russischen Armee dementierte dagegen georgische Berichte, wonach die Luftwaffe Städte in Georgien bombardiert haben soll. Es sei keine „Zivilbevölkerung in Georgien“ beschossen werden, sagte der Sprecher der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass.
Das georgische Fernsehen hatte zuvor berichtet, die Stadt Gori sei von russischen Flugzeugen beschossen worden. Dabei habe es mehrere tote Zivilisten gegeben, was Fotoaufnahmen aus der Stadt augenscheinlich belegen. Zudem bestätigten westliche Diplomaten, dass Gori bombardiert wurde.
Zur Leserdebatte: Krieg im Kaukasus (Diskussion abgeschlossen)
nach kosovo haben die eu und usa die chance sich für unterdrückte minderheiten
ginka georgieva (g9nk1)
- 09.08.2008, 14:16 Uhr
Saakaschwili provoziert weiter.....
Ivan Poppov (poppov)
- 09.08.2008, 14:23 Uhr
Mit der babarischen, und zudem auch noch grundlosen Bodenoffensive.....
Albert Beerenbaum (Beerenbaum)
- 09.08.2008, 14:54 Uhr