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„Komplizierter chirurgischer Eingriff“ Fidel Castro gibt vorübergehend Macht ab

 ·  Wegen Magen-Darm-Blutungen mußte sich der 79 Jahre alte kubanische Staats- und Parteichef einer Operation unterziehen. Zum ersten Mal seit mehr als vier Jahrzehnten hat Fidel Castro vorübergehend die Macht aus der Hand gegeben. Sein Bruder Raul übernahm die Amtsgeschäfte.

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Zum ersten Mal seit mehr als vier Jahrzehnten hat der kubanische Staats- und Parteichef Fidel Castro vorübergehend die Macht aus der Hand gegeben: Wegen einer schweren Erkrankung übertrug er am Montag die Amtsgeschäfte als Präsident und Erster Sekretär der Kommunistischen Partei auf seinen Bruder Raul.

In einem im Fernsehen verlesenen Brief ließ er seinen Landsleuten mitteilen, daß er wegen großen Stresses Magen-Darm-Blutungen gehabt habe, deretwegen er sich „eines komplizierten chirurgischen Eingriffs“ habe unterziehen müssen. Der Brief wurde von Castros Sekretär Carlos Valenciaga im kubanischen Fernsehen verlesen.

„Mehrere Wochen ruhen“

„Die Operation zwingt mich, mehrere Wochen zu ruhen“, schrieb Castro, der am 13. August 80 Jahre alt wird. Er bat darum, die Feiern zu seinem Geburtstag auf den 2. Dezember zu verschieben, dem 50jährigen Jubiläum der Revolutionären Streitkräfte. Die Übertragung der Macht an seinen designierten Nachfolger sei nur vorübergehend.

Der 75 Jahre alte Raul Castro ist Verteidigungsminister und in den vergangenen Wochen mehr als früher in der Öffentlichkeit aufgetreten. Raul Castro wird laut dem Schreiben kommissarisch sowohl das Präsidentenamt als auch das des Ersten Sekretärs der Kommunistischen Partei ausüben. Von ihm gab es zunächst keine öffentliche Erklärung zu dem vorübergehenden Machtwechsel.

Seit Jahren gesundheitliche Probleme

Fidel Castro ist seit dem Sieg der kubanischen Revolution am 1. Januar 1959 Staats- und Parteichef. In den vergangenen fünf Jahren haben sich Zwischenfälle gehäuft, die auf seine angeschlagene Gesundheit deuten. Am 23. Juni 2001 verlor Castro bei einer Rede in sengender Sonne vorübergehend das Bewußtsein. Am 20. Oktober 2004 brach er sich die Kniescheibe und den Arm, als er bei einer Rede stürzte. Danach kamen Gerüchte auf, er sei an der Schüttellähmung Parkinson erkrankt.

Dazu sagte Castro im November 2005: „Sie haben so oft versucht, mich umzubringen.“ Er fühle sich „besser denn je“, werde sich aber nicht an die Macht klammern. Wenn er sich gesundheitlich nicht mehr dazu in der Lage fühle, das Land zu führen, werde er die Partei bitten, einen anderen Führer zu benennen.

Trauer auf Kuba, Feiern in Forida

Medien berichteten, die Nachricht von Castros Erkrankung habe die Menschen in Havanna und anderen Städten Kubas sichtlich getroffen. Viele seien am späten Abend (Ortszeit) nach Hause gelaufen, um die Nachrichten im Fernsehen zu verfolgen.

In Florida wurde die Nachricht Castro dagegen von Tausenden Exilkubanern gefeiert. In den Straßen von „Little Havanna“ in Miami, einer Hochburg der Exil-Kubaner, waren bis spät in die Nacht zum Dienstag ausgelassene Menschen zu sehen, die Fahnen schwenkten und Autohupen ertönen ließen.

Die Regierung der Vereinigten Staaten, die seit Jahrzehnten einen Regierungswechsel in Kuba anstrebt, äußerte sich zurückhaltend. Der Sprecher des Weißen Hauses, Peter Watkins, sagte: „Wir beobachten die Situation. Wir können über Castros Gesundheit nicht spekulieren, aber wir arbeiten weiter für den Tag, an dem Kuba seine Freiheit erlangt.“

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