04.05.2012 · Moskau, wie es droht und lacht: Während der Westen sich an Kiew abarbeitet, kehrt Russland zum Denken des Kalten Krieges zurück.
Von Berthold KohlerRichtlinien für Lesermeinungen
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...Ernsthaftigkeit - die Geschichte klingt wie eine schlechte Cover-Version von "99 Luftballons". Die "Star Wars"-Hymne, Russen-Pop und Neue Deutsche Welle - ich glaub, ich werd grad irgendwie zugedrönt.
Warum hat man alle möglichen Waffen?
Die russische Führung fühlt sich wahrscheinlich etwas
überflüssig auf der Weltkarte. Die EU, China, die USA , Israel
und die arabischen Länder, auch Indien und Lateinamerka: da
überall tut sich was.
Das ist wahrscheinlich so ein Nordkorea-Syndrom. Man ist da auf der Welt
und weiß gar nicht so recht, was man "anstellen" soll.
Ernst zu nehmen sind diese Drohungen trotzdem.
Und wenn Putin der Ukraine mit Präventivschlägen drohen würde, um Timoschenko freizupressen?
Was ich nicht begreife, ist nur, warum sich Moskau bei seiner Politik
nicht einfach ebenfalls auf Demokratie und Menschenrechte beruft. Oder
glaubt wirklich jemand, in, sagen wir mal, polnischen Gefängnissen
wäre es undenkbar, dass Wärter Häftlinge ins Gesicht
schlagen? Und müsste die internationale Gemeinschaft (sagen wir
mal, vertreten durch Russland) dagegen nicht irgendwann mal was
wirksames unternehmen? Im Namen der Menschenrechte?
.
Ein paar Leitartikelschreiber, die so was voll unterstützen
würde, müssten im russischen Riesenreich dann schon
aufzutreiben sein.
Natürlich richtet sich der Schirm auch gegen Russland.
Ja und? Oder würden wir ihn für russische Raketen abschalten?
Früher oder später wird irgendwer eine Atomrakete einsetzen.
Oder ist es denkbar, daß es irgendeine Waffe gibt, ohne daß
sie jemals in der Geschichte benutzt würde? Wohl kaum (Ok, die
deutsche nachhaltige Politik mag das glauben und die Welt vor dem Klima
retten). Aber man wäre doch höchst dumm, wenn man die Technik
zum Abwehr von Raketen entwickeln könnte, aber es nicht tun
würde. So dumm mögen die Europäer sein, die Amis sind es
nicht, deren Eiliten haben ja auch ein Imperium zu führen,
während die Europäer höchstens Krieg um ihre
Sandtörtchen führen mögen.
Da ist es eigentlich schon fast egal, wie lange es der Euro noch so macht.
Der Verfasser dreht Ursache und Wirkung um!
Denn die Russen reagieren lediglich auf dieses durchsichtige
Wellenschlagen der Amerikaner.
Letztere scheinen zu befuerchten, dass eine Schicksalsgemeinschaft
Europa Realitaet werden koennte. Deshalb treiben sie die Sau mit den
Raketen durch's europaeische Dorf, mit dem Ziel, Russen und Europaer
gegeneinander auszuspielen.
Es liegt an uns Europaern, diesen Versuch souveraen zurueck zuweisen.
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!
Angesichts des unglaublich törichten Rußland-Bashing westlicher Politiker und Medien, bei dem sich die Deutschen – traditionsgemäß – als besonders botmäßige Gefolgsleute der USA hervortun, sollte man sich als Kommentator über scharfe Antworten der Gegenseite nicht wundern. Die Chance, die sich Deutschland durch Glasnost und Perestroika bot, nämlich mit Rußland eine enge wirtschaftliche und kulturelle Beziehung zu knüpfen, wurde und wird durch die dilettantisch agierenden Berliner Politiker jämmerlich vertan.
Zwischen Rußland und den USA gibt es nach wie vor das
nuklearstrategische Patt aus der Zeit des kalten Krieges.
Wenn Rußland den Eindruck gewinnt, die USA wollten durch
Untergrabung seiner Zweitschlagsfähigkeit dieses Patt eliminieren
und erstschlagsfähig werden, ist seine Reaktion verständlich.
Für Rußland zählen nicht politische
Willenserklärungen, die sich jeden Tag ändern können,
sondern die materielle Realität bzw. die realen Möglichkeiten.
Und hier haben die USA einiges Fortschrittliche (moderne
Raketenabwehrsysteme, netzwork centric warfare,...) zu bieten, das die
Russen beunruhigen kann.
Das Errichten jederzeit ausbaubarer und modernisierbarer
Raketenabwehranlagen dicht an seinen Grenzen wirkt kaum beruhigend auf Rußland.
Geschickte Diplomatie und Fingerspitzengefühl sind angesagt.
Das Raketenabwehrsystem ist ein Steckenpferd des Westens und es war zu erwarten daß es Gegenreaktionen geben würde. Wie unintelligent müssen Politik&Medien sein um nicht zu erkennen daß sie mit dieser Kampagne für eine straffällige Politikerin erstens die Regierung in der Ukraine selbst stärken und des weiteren sie in die Arme Rußlands treiben. Die vormalige westliche Politik Rußland 'einzukreisen' ist im wesentliche gescheitert. Die Ukraine ist im besten Fall neutral, Georgien weis wo der Hammer hängt, in den zentralasiat. Rep. mischt Rußland kräftig mit. Nabucco wird als Projekt ständig kleiner, kürzer und teurer. Man kommt an den Russen nicht mehr vorbei. Die UN-Veto, Rohstoff- und Nuklearmacht is back. Infolge der €Krise hat der Westen&EU viel an Anziehungskraft eingebüßt. Siehe auch Türkei, die weis daß sie an einem neuralgischen Punkt sitzt. In Deutschland wird eine dümmliche, oberlehrerhafte Debatte geführt. Renault-Nissan-Avtovaz machen es besser & weitsichtiger.
Amerika fuehrt einen "Kampf gegen den Terror" und schaufelt
sich,von Irak bis Afghanistan,
ein Milliardengrab nach dem anderen. Das russische Angebot an
Amerika,vor Ausbruch der Kriegshandlungen in Afghanistan, den russischen
Afghanistanfeldzug zu studieren, wies Amerika hochmuetig zurueck.
Stattdessen verleiten die Amerikaner Georgien zu einer antirussischen Politik.----
Die Deutschen fuehren einen "Kampf gegen Rechts", drehen sich
selbst den Strom ab
und lassen sich auspluendern. Die von Russland gewuenschte+gesuchte
Annaeherung an Deutschland wurde von Merkel hintertrieben.
Was sollen die Russsen denn denken? "Die spinnen, die
Westler", oder wahrscheinlich:
"Der Westen hat den Kompass verloren"!
"Der Westen hat den Kompass verloren"
Eben.Wie konnte man bloß so lange die luppenreine Demokratie dermaßen mit den Füßen treten?
Der Westen hat den Kompass verloren! - Treffend ausgedrueckt!
(West-) Europa hat (noch) keine geographische Orientierung im 21.
Jahrhundert gefunden.
So loeblich die Standfestigkeit von Kanzlerin Merkel zur Idee des Europa
als Schicksalsgemeinschaft ist, so kritikwuerdig ist ihr Zurueckweichen
gegenueber (illegitimen) Versuchen der Amerikaner, sich auf unserem
Kontinent einzumischen.
Ein Wahlsieg Hollandes waere wuenschenswert, nur um diese aergerliche
Schwaeche Europas zu berichtigen, dass ein Gegengewicht zur
buergerlichen Haltung (des Ausweichens) Deutschlands gegenueber den
Amerikanern zu bilden.