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Kolumbien Lebenszeichen von Ingrid Betancourt

30.11.2007 ·  In Kolumbien sind Videoaufnahmen aufgetaucht, die Geiseln der Rebellenorganisation Farc zeigen. Unter ihnen: Ingrid Betancourt, die vor Jahren entführte Präsidentenkandidatin von 2002.

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In Kolumbien gibt es zum ersten Mal seit Jahren ein Lebenszeichen der entführten Politikerin Ingrid Betancourt. Die Behörden stellten Videos der Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc) sicher, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Darunter seien Bilder von Betancourt und drei entführten Amerikanern.

Die Videos wurden ohne Ton auf einer Pressekonferenz gezeigt. Frau Betancourt wirkt darauf mager und apathisch, sie ist anscheinend gefesselt. Die insgesamt fünf Bänder seien bei der Festnahme von drei mutmaßlichen Farc-Mitgliedern am Donnerstagabend beschlagnahmt worden, sagte der kolumbianische Unterhändler Luis Carlos Restrepo.

„Erster Lebensbeweis seit mehr als fünf Jahren“

Ein Sprecher des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy sagte, die Aufnahmen bewiesen, dass Frau Betancourt noch am Leben sei. „Das ist der erste Lebensbeweis seit mehr als fünf Jahren“, sagte David Martinon und forderte die Farc dazu auf, ihre Geiseln freizulassen.

Die 2002 verschleppte Betancourt besitzt neben der kolumbianischen auch die französische Staatsbürgerschaft. Seit ihrer Entführung hatten die Farc-Rebellen keine Bilder von ihr veröffentlicht. Die Aufnahmen Betancourts datieren nach kolumbianischen Angaben auf den 24. Oktober, die der Amerikaner stammen von Anfang des Jahres. Die Truppen hätten außerdem mehrere Briefe gefunden, die offenbar von den Geiseln geschrieben wurden, sagte Restrepo. Darunter sei einer von Betancourt an ihre Mutter, ebenfalls datiert auf den 24. Oktober.

Die Farc halten etwa 50 Geiseln zum Teil seit Jahren fest. Im Austausch für die Verschleppten verlangen die Rebellen die Freilassung hunderter inhaftierter Gesinnungsgenossen. Ein Vermittlungsversuch des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez scheiterte in der vergangenen Woche, nachdem der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe Chávez sein Mandat entzog. Direkte Verhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und den Guerilleros wurden im 2002 abgebrochen.

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Von Stefan Tomik

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