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Kirchenrecht Vatikan exkommuniziert chinesische Bischöfe

04.05.2006 ·  Der Vatikan hat am Donnerstag zwei durch die staatliche sanktionierte katholische Kirche Chinas berufene Bischöfe exkommuniziert. Papst Benedikt XVI. nannte die Bischofsweihe eine schwere Verletzung der Religionsfreiheit.

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Der Vatikan hat am Donnerstag zwei durch die staatliche sanktionierte katholische Kirche Chinas berufene Bischöfe exkommuniziert. Ebenfalls exkommuniziert wurden zwei weitere Bischöfe, die die Zeremonie ohne Einwilligung aus Rom geleitet hatten.

In einer Stellungnahme erklärte Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls, ein solches Vorgehen sei nach Kirchenrecht unausweichlich. Zuvor hatte der Vatikan die Bischofsweihe als schwere Verletzung der Religionsfreiheit kritisiert. Damit werde der Dialog zwischen Peking und dem Vatikan behindert, erklärte Navarro-Valls. Die Nachricht habe Papst Benedikt XVI. tief betrübt. Die Chinesische Patriotische Katholische Vereinigung setzte am Sonntag und am Mittwoch zwei neue Bischöfe für die Provinzen Anhui und Yunnan an - ohne Zustimmung des Vatikans, der traditionell die Bischöfe in aller Welt ernennt. Die chinesische Regierung erkennt nur die Patriotische Katholische Vereinigung an und geht gegen die katholische Untergrundkirche in China vor.

Peking wies die Kritik des Vatikan am Donnerstag zurück. Die Weihe der beiden Bischöfe sei auf sehr positive Resonanz gestoßen, erklärte das Außenministerium. Die Wahl sei „voller Respekt“ in „demokratischen Prozessen“ abgelaufen. Die Kritik des Vatikans sei „haltlos“. Gleichzeitig unterstrich Peking sein Interesse an guten Beziehungen zum Vatikan. Der Hongkonger Kardinal Joseph Zen hatte jüngst angedeutet, der Vatikan sei bereit, im Rahmen einer Gesamtlösung seine diplomatischen Beziehungen mit Taiwan abzubrechen. Dies ist eine zentrale Forderung Chinas, das Taiwan als abtrünnige Provinz ansieht. Gute Beziehungen zu Peking könnten nach Hoffnung des Vatikans den geschätzten zehn Millionen Katholiken in China die Ausübung ihres Glaubens erleichtern. Auch die Ernennung Zens zum Kardinal durch Papst Benedikt XVI. galt als Zeichen der Annäherung.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP und AP
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