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Kenia „Ich weiß nicht, ob Kibaki die Wahl gewonnen hat“

02.01.2008 ·  Der Vorsitzende der Wahlkommission hat eingestanden, das Ergebnis der Präsidentenwahl trotz Bedenken frühzeitig bekanntgegeben zu haben. „Ich wurde von vielen Seiten bedrängt“, sagte Kivuitu. Er wisse nicht, ob Kibaki die Wahl gewonnen habe.

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Das Ergebnis der Präsidentenwahl in Kenia ist aufgrund von Druck „von mehreren Seiten“ frühzeitig bekanntgegeben worden. Das sagte der Vorsitzende der Wahlkommission, Samuel Kivuitu, am Dienstagabend in Nairobi. Die regierende Partei der Nationalen Einheit (PNU) und die Orange Demokratische Bewegung (ODM) hätten verlangt, das Ergebnis sofort bekanntzugeben, obwohl die staatliche Nationale Kommission für Menschenrechte und die EU-Wahlbeobachter gefordert hatten, die Bekanntgabe der Ergebnisse aufzuschieben, um Fälschungsvorwürfen nachgehen zu können. Der Druck sei von verschiedenen Seiten ausgegangen.

„Ich wollte zurücktreten, aber ich dachte, wenn ich das mache, denken die Bürger, ich hätte Angst, also entschied ich mich, die Sache bis zum Ende durchzustehen“, sagte Kivuitu. „Ich wurde von vielen Seiten bedrängt . . . dann traf ich schnell eine Entscheidung.“ Die Online-Ausgabe der Zeitung „The Standard“ zitiert Kivuitu mit den Worten: „Ich weiß nicht, ob Kibaki die Wahl gewonnen hat.“

Afrikanische Union will vermitteln

Kivuitu hatte am Sonntag den bisherigen Präsidenten Mwai Kibaki offiziell zum Wahlsieger erklärt, nachdem zuvor während der Auszählungen stets dessen Rivale Raila Odinga in Führung gelegen hatte. Kibaki wurde noch am selben Abend vereidigt, und die landesweiten gewaltsamen Proteste weiteten sich daraufhin aus. Bis Dienstagabend kamen weit mehr als 200 Menschen ums Leben.

Wegen der anhaltenden Gewalt in Kenia will die Afrikanische Union (AU) vermitteln. Der AU-Vorsitzende John Kufuor wollte noch am Mittwoch nach Nairobi reisen und sich mit dem offiziellen Wahlsieger Mwai Kibaki treffen, berichtete die BBC am Mittwoch. Die politischen Unruhen hielten unterdessen an.

Etwa 75.000 Menschen befanden sich nach Angaben des kenianischen Roten Kreuzes im zentralkenianischen Rift-Tal auf der Flucht. Aus dem ebenfalls von Gewalt erfassten Westen des Landes fliehen immer mehr Menschen ins benachbarte Uganda. Die meisten von ihnen sind Kikuyu und damit Angehörige der Volksgruppe Präsident Kibakis. Im Westen des Landes hat der Oppositionsführer Raila Odinga, ein Luo, seine politische Hochburg. Kibakis und Odingas Parteien werfen einander vor, die zunehmenden ethnischen Spannungen im Vielvölkerstaat Kenia zu verantworten.

Quelle: FAZ.NET mit AFP, Reuters, dpa
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