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Nach Kenia-Wahl : Beobachter sehen keine Anzeichen für Manipulation

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Polizisten räumen in einem Slum auf, nachdem es am Mittwoch zu Protesten gekommen ist. Bild: dpa

Nach Gerüchten, die Wahl in Kenia sei durch Hackerangriffe manipuliert worden, kam es am Mittwoch zu gewaltsamen Protesten. Beobachter sagen nun, es gebe keine Hinweise auf eine Manipulation.

          Die Präsidentenwahl in Kenia ist nach Einschätzung internationaler Beobachter ohne Unregelmäßigkeiten abgelaufen. Es gebe keine Anzeichen für eine „zentralisierte oder lokal begrenzte Manipulation“, sagte die Leiterin der EU-Beobachtermission, Marietje Schaake, am Donnerstag in Nairobi zu Betrugsvorwürfen der Opposition. Auch andere Beobachter wie der ehemalige südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, der die Mission der Afrikanischen Union leitet, und der ehemalige amerikanische Außenminister John Kerry sprachen von einem fairen Wahlverlauf.

          Der nach den vorläufigen Ergebnissen unterlegene Oppositionskandidat Raila Odinga hatte am Mittwoch gesagt, Hacker seien in das Computersystem der Wahlkommission eingedrungen. Das habe zu einem „massiven und umfassenden“ Wahlbetrug geführt. Der Leiter der Wahlkommission erklärte am Donnerstag, es habe zwar einen Hackerangriff gegeben. Dieser sei aber abgewehrt worden. Am Mittwoch hatte die Wahlkommission Berichte über einen Hackerangriff noch zurückgewiesen.

          Polizei erschoss Protestler

          Nach Auszählung von 97 Prozent der Stimmen erhielt Odinga knapp 45 Prozent der Stimmen. Er lag damit deutlich hinter Amtsinhaber Uhuru Kenyatta, der auf etwas mehr als 54 Prozent kam. Odinga reklamierte dagegen für sich, bei der Abstimmung am Dienstag besser abgeschnitten zu haben. Er berief sich auf Einschätzungen seiner Partei und veröffentlichte 50 Seiten Computerausdrucke, um seinen Vorwurf der Manipulation durch Hacker zu untermauern.

          Sowohl in der Hauptstadt Nairobi als auch in der Oppositionshochburg Kisumu waren Proteste ausgebrochen. Die Polizei erschoss Augenzeugen zufolge mindestens drei Menschen. Demonstranten töteten demnach eine vierte Person. Die Vorkommnisse schürten Befürchtungen, dass es zu ähnlichen Ausschreitungen zwischen den Bevölkerungsgruppen wie bei der Präsidentenwahl 2007 kommen könnte. Damals kamen etwa 1200 Menschen ums Leben.

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