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Autonomie oder Unabhängigkeit? : Separatisten ohne Plan

Der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont Bild: Reuters

Der katalanische Regionalpräsident hat die Unabhängigkeitserklärung verschoben. Das zeigt, dass den Separatisten ein realistisches Konzept fehlt. Und die zentrale Frage bleibt nach Puigdemonts Rede weiter offen. Ein Kommentar.

          Die angespannte Lage, welche die Separatisten in Katalonien selbst herbeigeführt haben, hat sie am Dienstag davon abgehalten, den Bruch mit Spanien zu vollziehen. Ganz offenbar hat die Mischung aus einer harten Madrider Linie, Gegendemonstrationen in Barcelona und fehlender ausländischer Unterstützung den (etwas) gemäßigteren Teil der Nationalisten um Regionalpräsident Puigdemont verunsichert.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

          Die Verschiebung der Unabhängigkeitserklärung ist ein Zeichen, dass die Separatisten letztlich keinen realistischen Plan hatten. Auf ihrer Habenseite können sie nur das Ergebnis des fragwürdigen Referendums verbuchen, aus dem Puigdemont in seiner Rede jetzt den Auftrag zur Bildung eines eigenen Staates herausliest.

          Immerhin scheint er erkannt zu haben, dass er mit seinem Vorgehen die Ängste und die Spaltung der katalanischen Bevölkerung befördert hat. Jetzt will er wieder mit Madrid verhandeln. Die Gretchenfrage aber bleibt: über die Ausgestaltung der Autonomie oder über Unabhängigkeit? Auf Letzteres wird sich Ministerpräsident Rajoy sicher nicht einlassen.

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