http://www.faz.net/-gpf-92ff7

König Felipe : „Stabilität Kataloniens und ganz Spaniens in Gefahr“

  • Aktualisiert am

König Felipe: Liegt in der Verantwortung des Staates, die verfassungsmäßige Ordnung sicherzustellen. Bild: Reuters

Spaniens König Felipe äußert sich erstmals in einer Fernsehansprache zum Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien. Dabei kritisiert er die Regionalregierung scharf. In Barcelona demonstrierten Hunderttausende gegen Polizeigewalt.

          Mit scharfer Kritik an der Regionalregierung in Katalonien hat sich der spanische König Felipe VI. erstmals in den Konflikt um die Unabhängigkeitsbestrebungen in der Region eingeschaltet. Mit ihrem Vorhaben, in den nächsten Tagen die Abspaltung von Spanien auszurufen, setze die Regierung in Barcelona „die wirtschaftliche und soziale Stabilität“ Kataloniens und ganz Spaniens aufs Spiel, sagte der Monarch am späten Dienstagabend in einer TV-Ansprache an die Nation.

          Die Regionalregierung von Carles Puigdemont könnte nach dem Sieg des „Ja“-Lagers bei einem umstrittenen Referendum am Sonntag schon in den nächsten Tagen die Loslösung von Spanien ausrufen. Barcelona hatte das Referendum ungeachtet eines Verbots durch das Verfassungsgericht und auch gegen den Willen der Zentralregierung in Madrid abgehalten.

          Die Regionalregierung bewege sich „außerhalb des Gesetzes“ und habe Katalonien mit ihren Aktionen entzweit, sagte Felipe. „Es sind schwierige Zeiten, aber wir werden sie überwinden und vorwärtskommen“, sagte das 49 Jahre alte Staatsoberhaupt. Allen Spaniern wolle er „eine Botschaft der Ruhe und der Hoffnung“ übermitteln. Ohne demokratischen Respekt gebe es kein friedliches Zusammenleben. Es liege in der „Verantwortung des Staates, die verfassungsmäßige Ordnung sicherzustellen.“

          Nachdem es schon am Sonntag große Kundgebungen für Unabhängigkeit gegeben hatte, gingen am Dienstag erneut Hunderttausende Separatisten in ganz Katalonien auf die Straßen. Im Rahmen eines von Gewerkschaften und anderen Organisationen ausgerufenen Generalstreiks protestierten sie gegen den harten Einsatz der von Madrid entsandten Polizeieinheiten während des Referendums. Diese hatten den Auftrag, die Abhaltung der Abstimmung zu verhindern. Nach amtlichen Angaben wurden knapp 900 Bürger verletzt.

          Weitere Themen

          Waffenruhe folgt auf heftige Gefechte am Gazastreifen Video-Seite öffnen

          Israel : Waffenruhe folgt auf heftige Gefechte am Gazastreifen

          Militante Gruppen im Gazastreifen und Israel haben sich laut palästinensischen Angaben auf eine Waffenruhe geeinigt. Durch die Kämpfe kam es auf beiden Seiten zu Verletzten, im Gazastreifen kamen zwei Menschen ums Leben.

          Des Königs Geldwäsche

          Spanier Juan Carlos : Des Königs Geldwäsche

          Tonmitschnitte scheinen zu belegen, dass Juan Carlos sich kaufen ließ. Zu hören ist Corinna zu Sayn-Wittgenstein, eine „innige Freundin“ des Königs.

          Trump will 2020 wieder zur Wahl antreten Video-Seite öffnen

          Laut Interview : Trump will 2020 wieder zur Wahl antreten

          Am Rande seines Besuchs in Großbritannien hat der amerikanische Präsident Donald Trump in einem Interview gesagt, er wolle sich 2020 abermals zur Wahl aufstellen lassen. Anhänger rechter Organisationen feierten ihn in London.

          Topmeldungen

          4:2 gegen Kroatien : Frankreich ist Weltmeister

          Le jour de gloire est arrivé! Deutschlands Nachfolger kommt aus dem Nachbarland: Frankreich ist zum zweiten Mal nach 1998 Fußball-Weltmeister. Im torreichsten Finale seit 1958 sind die Kroaten der etwas unglückliche Verlierer.
          Frankreichs Präsident Emmanuel Macron jubelt auf der Tribüne über den Erfolg der französischen Nationalmannschaft.

          Liveblog zur Fußball-WM : Macron jubelt am besten

          Küssende Franzosen +++ Frankreichs Präsident rastet aus +++ DFB-Elf gratuliert dem Weltmeister +++ Kroaten feiern trotzdem +++ Kroatiens Präsidentin gewinnt die Herzen +++ Alle Infos zum WM-Finale finden Sie im Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.