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Kaschmir-Konflikt Eskalation an der Demarkationslinie

 ·  Zwei indische Soldaten werden in Kaschmir getötet. Die indische Regierung macht dafür Pakistan verantwortlich und spricht von einer „Provokation“. Trotz des vereinbaren Waffenstillstands eskaliert der Streit um die Himalaja-Region.

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Der Streit zwischen den Atommächten Indien und Pakistan um massive Verletzungen des Waffenstillstands an der Demarkationslinie in Kaschmir eskaliert. Die indische Regierung nannte den jüngsten Zwischenfall, bei dem nach Armeeangaben zwei indische Soldaten getötet wurden, eine „Provokation“. Indiens Außenminister Salman Kurshid sprach im Nachrichtensender NDTV von einem „entsetzlichen“ Vorfall, der nicht hinnehmbar sei. Das werde man Pakistan deutlich machen. Indischen Medienberichten vom Mittwoch zufolge wurde die Leiche von mindestens einem Soldaten verstümmelt.

Ein pakistanischer Armeesprecher wies die Vorwürfe am Mittwoch pauschal zurück. „Das sieht nach indischer Propaganda aus, um von dem Angriff auf einen pakistanischen Posten am Sonntag durch indische Truppen abzulenken, bei dem ein Soldat getötet wurde“, sagte er. Das indische Außenministerium bestellte am Mittwoch den pakistanischen Botschafter in Neu Delhi ein.

Die indische Armee teilte zu dem jüngsten Zwischenfall vom Dienstag mit, pakistanische Truppen seien im Schutz von dichtem Nebel in den indischen Teil Kaschmirs eingedrungen und dort von einer Patrouille in ein Gefecht verwickelt worden. Bei den Kämpfen, die eine halbe Stunde angedauert hätten, seien zwei indische Soldaten getötet und zwei weitere verwundet worden.

Der indische Sender NDTV berichtete unter Berufung auf ungenannte Armeequellen, einer der Toten sei enthauptet worden, sein Kopf sei nicht aufgefunden worden. Es handele sich um einen der schwersten Verstöße gegen das fast zehn Jahre alte Waffenstillstandsabkommen. Indiens Verteidigungsminister A. K. Anthony sagte, die Art und Weise, wie pakistanische Truppen die Leiche des indischen Soldaten behandelt hätten, sei „unmenschlich“.

Drei Kriege seit 1947

Pakistan hatte Indien am Sonntag vorgeworfen, indische Truppen seien über die Demarkationslinie (LOC) in den pakistanischen Teil Kaschmirs vorgedrungen und hätten dort einen Posten angegriffen. Dabei seien zwei Soldaten schwer verwundet worden, von denen einer später gestorben sei. Indien wies das später zurück und warf Pakistan vor, unprovoziert das Feuer eröffnet zu haben. Das sei ein Ablenkungsmanöver gewesen, um muslimischen Extremisten das Eindringen über die LOC in den indischen Teil Kaschmirs zu ermöglichen.

Indien und Pakistan haben Ende 2003 in der geteilten Region Kaschmir einen Waffenstillstand vereinbart. Trotzdem kommt es an der LOC immer wieder zu Zwischenfällen, für die sich die Truppen beider Länder in der Regel gegenseitig verantwortlich machen. Soldaten werden dabei aber selten getötet.

Seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft im Jahr 1947 haben Indien und Pakistan zwei ihrer drei Kriege um Kaschmir geführt. Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen muslimische Extremisten um die Unabhängigkeit der Region oder den Anschluss an Pakistan.

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09.01.2013, 10:52 Uhr

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