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Karzai kritisiert Russland scharf

job. KABUL, 31. Oktober. Der afghanische Präsident Karzai hat die Operation scharf kritisiert, in der russische und amerikanische Spezialeinheiten am vergangenen Donnerstag vier Drogenlabors in Afghanistan zerstört haben.

job. KABUL, 31. Oktober. Der afghanische Präsident Karzai hat die Operation scharf kritisiert, in der russische und amerikanische Spezialeinheiten am vergangenen Donnerstag vier Drogenlabors in Afghanistan zerstört haben. Karzai sprach am Wochenende von einer "illegalen Aktion", die die Souveränität seines Landes verletzt habe. Derartige "Militäroperationen" dürften nicht ohne Zustimmung der afghanischen Regierung stattfinden, hieß es in einer Mitteilung. Ein Mitarbeiter des russischen Präsidenten Medwedjew zeigte sich erstaunt und wurde mit den Worten zitiert, das afghanische Innenministerium sei an der Operation "beteiligt" gewesen. In Kabul hieß es dazu, die Regierung sei nicht angemessen informiert worden. Karzais Sicherheitsberater Spanta sagte, die Nato, die die Operation unterstützte, habe keine Genehmigung gehabt, russische Soldaten zu beteiligen. "Im Haus des Gastgebers ist nicht alles erlaubt", sagte er am Wochenende und verlangte eine offizielle Entschuldigung. Die Sowjetunion war 1979 in Afghanistan einmarschiert und hatte ihre Soldaten Jahre später wieder abziehen müssen. Seitdem waren russische Soldaten in Afghanistan nicht mehr aktiv.

Unterdessen sind bei Gefechten in der afghanischen Provinz Paktika nach Angaben des dortigen Gouverneurs 80 Taliban getötet worden. Die Nato-geführte Internationale Schutztruppe Isaf hatte zunächst "mehr als 30" getötete Aufständische gemeldet. Fünf Nato-Soldaten seien verletzt worden. Die Taliban sprachen hingegen von "schweren Verlusten" für die Isaf und die afghanische Armee. Begonnen hatten die Gefechte nach Isaf-Angaben, nachdem Taliban in der Nacht zu Samstag aus verschiedenen Richtungen einen Armeeposten im Distrikt Barmal nahe der Grenze zum pakistanischen Nordwasiristan angegriffen hatten.

In der Provinz Kundus wurden am Sonntag bei zwei Bombenanschlägen auf die Bundeswehr zwei deutsche Soldaten leicht verletzt. Die Bundeswehr teilte mit, die Anschläge hätten sich etwa sieben Kilometer westlich des deutschen Feldlagers ereignet. (Kommentar Seite 10.)

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 31.10.2010, 17:25 Uhr

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Von Berthold Kohler

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