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Kampf gegen den Terror Militärchef der Al Qaida in Pakistan gefaßt

04.05.2005 ·  Pakistanische Sicherheitskräfte haben die mutmaßliche Nummer drei der Terrororganisation Al Qaida gefaßt. Mit der Festnahme von Abu Faradsch al Liby setzt sich die Reihe von pakistanischen Fahndungserfolgen fort.

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In Pakistan ist ein ranghohes Mitglied der Al Qaida von Osama Bin Ladin gefaßt worden. Der aus Libyen stammende Abu Faradsch Fardsch al Liby sei ein enger Vertrauter Bin Ladins und nach dessen ägyptischstämmigen Stellvertreter Ayman al Sawahiri die Nummer drei der Terrororganisation, sagte der pakistanische Informationsminister Scheich Raschid am Mittwoch.

Nach Liby sei wegen verschiedener Anschläge gefahndet worden. Den Angaben zufolge wurde er gemeinsam mit fünf weiteren Al-Qaida-Mitgliedern am Wochenende im pakistanischen Stammesgebiet Nord-Waziristan gefaßt.

Anweisungen direkt von Bin Ladin

Liby und die anderen fünf Gefangenen würden derzeit von pakistanischen Ermittlern verhört, hieß es. Bisher wurden die meisten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den Vereinigte Staaten mutmaßlichen 700 in Pakistan festgenommenen Al-Qaida-Mitglieder diskret an die amerikanischen Geheimdienste überstellt und in das Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba gebracht.

Die pakistanischen Sicherheitsbehörden nehmen an, daß Liby nach der Festnahme des Al-Qaida-Chefs für Pakistan, Chaled Scheich Mohammed, im März 2003 an dessen Stelle trat. Scheich Mohammed gilt als Chef-Planer der Anschläge vom 11. September 2001. Liby soll in Pakistan sämtliche Fäden der Al Qaida gezogen und den Auftrag gehabt haben, den pakistanischen Präsidenten Musharraf zu beseitigen. Seine Anweisungen habe Liby direkt von Bin Ladin erhalten.

Versuchte Liby Präsident Musharraf zu töten?

Pakistan hatte auf Liby eine Belohnung in Höhe von umgerechnet 260.000 Euro ausgesetzt. Die Vereinigten Staaten hatten ihrerseits ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar (3,9 Millionen Euro) geboten. Der pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharaff beschuldigt Liby, zwei Sprengstoffanschläge gegen ihn im Dezember 2003 geplant zu haben.

Die amerikanischen Behörden fahnden im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet weiterhin vergeblich nach Al-Qaida-Chef Bin Ladin und nach dem früheren Anführer der radikalislamischen Taliban in Afghanistan, Scheich Omar. Bin Ladin wandte sich seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 immer wieder in Video- oder Audiobotschaften an die Öffentlichkeit; von ihm fehlt aber jede Spur.

Die Festnahme von Liby ist Teil einer Reihe von pakistanischen Fahndungserfolgen, seitdem Musharraf sich vor mehr als drei Jahren mit den Vereinigten Staaten verbündete. Im Januar erklärte Islamabad, es habe den wegen der Anschläge auf die amerikanischen Botschaften in Ostafrika 1988 gesuchten Tansanier Ahmad Khalfan Ghailani an die Vereinigten Staaten überstellt. Er stand auf der Fahndungsliste der amerikanischen Bundespolizei FBI ganz oben.

Im vergangenen Jahr töteten pakistanische Sicherheitskräfte Amjad Farooqi. Er soll in einen fehlgeschlagenen Mordanschlag auf Musharraf verwickelt gewesen sein; außerdem wurde er der Entführung und Ermordung des amerikanischen Journalisten Daniel Pearl im Jahr 2002 beschuldigt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AFP
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