http://www.faz.net/-gpf-7tmzm

Kampf gegen den „Islamischen Staat“ : Obama will „in die Offensive gehen“

Barack Obama: Kein neuer Irak-Krieg, sondern gezielte Luftschläge Bild: AP

Der amerikanische Präsident kündigt eine Rede an, in der er den Eintritt in eine neue Phase des Kampfes gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ verkünden will. Schon jetzt nimmt seine Luftwaffe weitere Ziele im Irak ins Visier.

          Amerika weitet seinen Kampf gegen den „Islamischen Staat“ aus. Erstmals griff seine Luftwaffe am Samstag Fahrzeuge und eine Straßensperre in der sunnitisch dominierten Provinz Anbar an, um die Dschihadisten an der Eroberung der Haditha-Talsperre am Euphrat zu hindern. Die mehr als 130 vorherigen Luftschläge hatten Zielen im kurdischen Norden des Iraks gegolten. Für Mittwoch kündigte Präsident Barack Obama eine Rede an, in der er den Amerikanern den Eintritt in eine neue Phase des Kampfes verkünden will.

          Andreas Ross

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          In einem Interview mit dem Sender NBC sagte Obama, in dieser „nächsten Phase beginnen wir, etwas in die Offensive zu gehen“. Offen blieb, ob dazu auch Luftschläge gegen Stellungen des „Islamischen Staats“ auf syrischem Territorium gehören werden.

          Obama sagte, Amerika sei künftig Teil einer „internationalen Koalition, die Luftschläge zur Unterstützung der Arbeit irakischer und kurdischer Truppen ausführt“. Bisher begründet das Pentagon die meisten Luftangriffe mit dem vom Präsidenten am 7. August erteilten Auftrag, das vor allem in Bagdad und Arbil eingesetzte amerikanische Personal zu schützen.

          Die Rückeroberung und Verteidigung des Staudamms bei Mosul war dabei bisher das wichtigste Ziel. Hinzu kamen zwei humanitäre Missionen, um belagerte Yeziden und Turkmenen im Nordirak zu retten. Mit den Schlägen rund um den Haditha-Staudamm in Anbar hat sich die Luftwaffe der Hauptstadt Bagdad bis auf gut 200 Kilometer genähert. Das Pentagon teilte mit, der Angriff habe der Unterstützung der irakischen Streitkräfte und sunnitischer Stämme gedient.

          Wie schon im vorigen Jahrzehnt versucht Amerika, sunnitische Milizen für den Kampf gegen die ebenfalls sunnitischen Dschihadisten zu ertüchtigen. Obama vergleicht den Kampf gegen den „Islamischen Staat“ inzwischen mit dem gegen Al Qaida.

          Es gehe nicht darum, einen neuen Irak-Krieg zu beginnen, sagte er im Fernsehen; den Einsatz von Bodentruppen schloss er wieder aus. Die geplante Mission ähnele vielmehr „den Antiterrorkampagnen der vergangenen fünf, sechs, sieben Jahre“. Darüber solle auch der Kongress diskutieren. Er benötige als Oberbefehlshaber von den Abgeordneten und Senatoren aber keine Genehmigung für sein Vorgehen, bekundete Obama.

          Weitere Themen

          Spielball der Großmächte

          Syrischer Krieg : Spielball der Großmächte

          Syrien versinkt seit Jahren in Krieg und Gewalt – und ein Ende ist nicht in Sicht. Das liegt auch an den vielen verschiedenen Beteiligten und Interessen. Ein Überblick.

          Nordkorea versetzt Mike Pence Video-Seite öffnen

          Treffen geplatzt : Nordkorea versetzt Mike Pence

          Eigentlich hätten sich am Rande der Olympischen Spiele in Pyeongchang Vertreter Amerikas mit denen Nordkoreas treffen sollen. Doch die Nordkoreaner ließen den Termin platzen – nach einer unangenehmen amerikanischen Bekanntmachung.

          Topmeldungen

          Mit einer Kundgebung vor dem Berliner Reichstagsgebäude fordern Demonstranten die Abschaffung von Paragraf 219a.

          Abtreibungsgesetz : Straffrei, aber geächtet

          Die Debatte zum Paragraphen über das Verbot der Werbung für Abtreibung wirft Fragen auf: Können Politiker Reklame und Information nicht unterscheiden? Und verhindert das Gesetz auch nur eine einzige Abtreibung?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.