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Veröffentlicht: 30.05.2016, 09:10 Uhr

Kampf gegen den IS Irakische Truppen dringen in Falludscha ein

Vor einer Woche begann die irakische Armee mit einer Offensive zur Rückeroberung Falludschas. Nun sind die Truppen nach eigenen Angaben von drei Seiten in die vom IS kontrollierte Stadt vorgedrungen.

© Reuters Selfie an der Front: schiitische Kämpfer vor Falludscha

Die irakische Armee rückt nach eigenen Angaben in Richtung des Stadtzentrums der IS-Hochburg Falludscha vor. Vier wichtige Gebiete rund um die Stadt seien bereits von der Herrschaft der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) befreit worden, sagte ein Sprecher. Zudem seien am Montag einige Dörfer rund um die Stadt von den Spezialeinheiten eingenommen worden. Die Truppen kämpften sich offiziellen Angaben zufolge in Richtung des Zentrums vor.

Falludscha wird seit Januar 2014 vom IS beherrscht und ist nach Mossul die wichtigste Bastion der sunnitischen Dschihadisten im Irak. In den vergangenen Tagen hatten regierungstreue Einheiten die Stadt westlich von Bagdad zunehmend eingekreist. In den vergangenen Monaten verlor der IS eine Reihe wichtiger Städte in der Region im Westirak, darunter die Provinzhauptstadt Ramadi.

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Die Militäroffensive auf Falludscha ist aber umstritten, weil an der Offensive auch starke schiitische Milizverbände beteiligt sind. In Falludscha und der dazugehörigen Provinz Al-Anbar leben jedoch vor allem Sunniten. Die Spannungen zwischen den beiden großen muslimischen Konfessionen sind im Irak seit langem groß, weil sich die sunnitische Minderheit von der schiitischen Bevölkerungsmehrheit diskriminiert fühlt. Davon profitiert die sunnitische IS-Terrormiliz, die sich den Unmut zunutze macht.

Schiitenviertel waren auch Ziel von zwei tödlichen Bombenattentaten am Montag in Bagdad. Mindestens 14 Menschen starben, wenigstens 37 wurden verletzt, wie Augenzeugen und medizinisches Personal berichteten. Alleine bei der Explosion einer Autobombe in Al-Schaab im Norden Bagdads wurden demnach elf Menschen getötet. Im Stadtteil Sadr City habe ein Selbstmordattentäter zwei Menschen mit in den Tod gerissen. In den vergangenen Wochen hatten einige schwere Anschläge, zu denen sich die Terrormiliz IS bekannte, das Land erschüttert.

© Reuters, afp Kämpfe gegen IS-Miliz

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Von Berthold Kohler

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