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Kämpfe im Irak : Iran versetzt Truppen in Alarmbereitschaft

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Schiitische Miliz im irakischen Kerbala: Zum Schutz heiliger Stätten setzen sie auch auf die Unterstützung Irans Bild: AFP

Angesichts des Vormarschs der Isis-Miliz hat Iran seine Truppen in Gefechtsbereitschaft versetzt. Iraks Ministerpräsident Maliki lehnt es ab, eine neue Regierung der nationalen Einheit zu bilden.

          Iran hat seine Truppen an der Grenze zum Irak in Alarmbereitschaft versetzt. Grund dafür sei der jüngste Vormarsch der Isis-Terrormiliz, sagte ein Armeesprecher in Teheran laut der Nachrichtenagentur Isna. Iran hat eine 1450 Kilometer lange Grenze zum Irak. In dem Konflikt steht Teheran auf Seiten der Regierung in Bagdad. Berichten arabischer und amerikanischer Medien zufolge war der Kommandeur der iranischen Quds-Brigaden, Qassem Suleimani, nach Beginn der Isis-Offensive Mitte Juni nach Bagdad gereist, um die irakische Führung beim Kampf gegen die sunnitischen Dschihadisten zu beraten.

          Schon vor einer Woche hatte Präsident Hassan Rohani angekündigt, Iran werde alles zum Schutz der heiligen Stätten im Nachbarland tun. Das Land werde nicht zögern, heilige Stätten des Islam zu verteidigen, sagte er in einer Fernsehansprache. Er warne „die Großmächte, ihre Lakaien, die Mörder und Terroristen“, dass das iranische Volk alles zum Schutz der Begräbnisstätten der schiitischen Imame in Kerbela, Nadschaf, Kadhimijah und Samarra tun werde. Es hätten sich bereits zahlreiche Freiwillige gemeldet, um „die Terroristen in ihre Schranken zu weisen“.

          Auch Großayatollah Ali al Sistani hatte die Schiiten dazu aufgerufen, die Waffen zu ergreifen, um die heiligen Stätten zu verteidigen. Iran tritt als regionale Schutzmacht der Schiiten auf, die im Irak die Mehrheit der Bevölkerung stellen.

          Maliki will keine Einheitsregierung bilden

          Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki hat unterdessen die Bildung einer nationalen Einheitsregierung abgelehnt. Ein solcher Schritt stelle einen Verstoß gegen die Verfassung dar und beende das „demokratische Experiment“ im Irak, sagte der schiitische Machthaber am Mittwoch in Bagdad.

          Zugleich rief er alle politischen Kräfte zur Versöhnung auf, um dem „heftigen terroristischen Ansturm“ gemeinsam entgegenzutreten. Der amerikanische Außenminister John Kerry hatte Maliki, dessen „Staats des Rechts“-Allianz im April als Sieger aus der Parlamentswahl hervorgegangen war, zuvor zur Einbindung seiner schiitischen, sunnitischen und kurdischen Kritiker aufgefordert. Am Mittwoch traf Kerry in Brüssel mit EU- und Nato-Diplomaten zusammen, um über das weitere Vorgehen gegen die sunnitische Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und (Groß-)Syrien (Isis) zu beraten.

          Amerikanische Militärberater in Bagdad eingetroffen

          Die irakische Führung dringt seit zwei Wochen auf militärische Unterstützung aus Washington. In der Nacht auf Mittwoch trafen 130 amerikanische Militärberater in Bagdad ein; bis zum Wochenende sollen weitere fünfzig Mann hinzukommen. Aufgabe dieser Spezialkräfte sei es, die Sicherheitslage zu beurteilen und zwei Operationsbasen mit irakischen Streitkräften einzurichten, eine in Bagdad und eine im Norden des Landes, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington.

          Bis zu drei Dutzend Aufklärungsflüge am Tag würden zudem durchgeführt, um Aufschluss über die Bewegungen der Terrorgruppe Isis zu erlangen. Insgesamt hatte Präsident Barack Obama Bagdad vergangene Woche bis zu 300 Berater versprochen.

          Aktivisten: Fusion von Al Qaida und Isis an Grenze Syriens

          Unterdessen haben sich an einer Schlüsselstelle der Grenze zwischen dem Irak und Syrien nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten radikalislamische Extremisten aus beiden Staaten zusammengeschlossen.

          Der syrische Arm des Terrornetzes Al Qaida aus dem syrischen Ort Albu Kamal und di Isis-Dschihadisten aus dem irakischen Al Qaim hätten fusioniert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch.

          Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk von Informanten in Syrien. Sie sind unabhängig kaum überprüfbar. Auf der irakischen Seite der betroffenen Grenzregion hatte Isis in den vergangenen Tagen die Kontrolle übernommen. Seit Anfang Juni hatten Isis-Kämpfer weite Teile des Nordiraks erobert. Der irakischen Armee gelang es nicht, den Vormarsch aufzuhalten. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden in dem Konflikt bereits mehr als tausend Menschen getötet.

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