02.09.2008 · „Dankbar und auch stolz“ auf die deutschen Soldaten - so zeigte sich Bundesverteidigungsminister Jung bei einem nicht angekündigten Besuch in Afghanistan. Trotz der angespannten Lage seien sie hoch motiviert. Unterdessen wurde ein Kommandeur vorzeitig abgelöst.
Von Horst Bacia, KundusBundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat am Dienstagnachmittag auf einem nicht angekündigten Besuch in Afghanistan die in Kundus stationierten deutschen Soldaten gelobt. Er sei „dankbar und auch stolz“, wie sich die Soldaten in dem Einsatz verhielten. Sie seien, was sie ihm während des Besuchs auch bestätigt hätten, „gut ausgebildet und ausgerüstet“, sagte Jung - und „trotz der angespannten Lage hochmotiviert“.
In der Nähe des deutschen Lagers war vergangene Woche der Hauptfeldwebel Micha Meier bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden, als seine Patrouille den Kunduz-Fluss durchquerte. Drei weitere Soldaten wurden verletzt. Am Montag wurde eine Patrouille nördlich von Kundus mit Handfeuerwaffen beschossen. Kurz vor Jungs Eintreffen im deutschen Feldlager rückte eine Patrouille aus, weil es Meldungen über eine Sprengfalle gab; sie erwies sich aber als falscher Alarm.
Unterdessen wurde am Dienstag Oberst Christian Meyer vorzeitig als Befehlshaber des regionalen Wiederaufbauteams Kundus abgelöst. Laut Verteidigungsministerium steht das aber nicht im Zusammenhang mit den jüngsten Vorfällen in Afghanistan. Als Grund wurde ein „gestörtes Vertrauensverhältnis“ zwischen Meyer und Brigadegeneral Jürgen Weigt angegeben, dem deutschen Kommandeur des Regionalkommandos Nord der Nato-geführten internationalen Schutztruppe Isaf. Im Wiederaufbauteam Kundus sind etwa 500 Bundeswehrsoldaten stationiert. Meyer hatte erst im Juli das Kommando übernommen.
Tod von Zivilisten vermutlich durch Schüsse deutscher Soldaten
Weil Hinweise aus der Bevölkerung auf Sprengfallen zur Sicherheit beitragen, bemühen sich die deutschen Soldaten um engen Kontakt zur afghanischen Bevölkerung, was nach Angaben von Offizieren wegen Drohungen von Aufständischen aber nicht immer möglich ist.
Die Angehörigen der Frau und zweier Kinder, die am Donnerstagabend vermutlich durch die Schüsse deutscher Soldaten bei der Fahrzeugkontrolle an einer Straßensperre getötet worden waren, zeigten sich bereit, eine Entschädigung anzunehmen. Die Sperre war errichtet worden, weil es Hinweise gegeben hatte, dass Aufständische auf der Strecke Sprengmittel transportieren wollten. Nach den Ermittlungen auch der Staatsanwaltschaft Potsdam näherten sich zwei Autos nach Einbruch der Dunkelheit in hoher Fahrt der von afghanischen Sicherheitskräften und deutschen Soldaten bemannten Sperre. Es sei befohlen worden, die Autos zu stoppen. Dabei seien sie mit der Laserzielvorrichtung der Gewehre „angeleuchtet“ worden; auch seien Warnschüsse abgegeben worden. Als eines der Autos versucht habe, rasch zu wenden, seien die Schüsse gefallen.
Auf dem Weg nach Kundus traf Jung in Taschkent Usbekistans Verteidigungsminister Mirzayev. Die Bundeswehr nutzt den Flughafen Termez im Süden Usbekistans als Umschlagplatz für Soldaten und Material nach Afghanistan. Die dort stationierten Transportflugzeuge („Transall“) und Hubschrauber werden zurzeit aber nach Mazar-i-Sharif verlegt. Die Bundeswehr wird den Flughafen Termez aber weiterhin benutzen.
Auf die Haltung des Bundesbesatzungsministers
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 03.09.2008, 01:01 Uhr
Lob fuer Soldaten - und gleichzeitig Zahlung einer Entschaedigung
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 03.09.2008, 11:29 Uhr
Tragisch und bedauerlich
Wilhelm Meyer-Glauner (meyer-glauner)
- 03.09.2008, 11:44 Uhr
Lob für Soldaten in Kundus???
ARON GOLAN (ARON57)
- 03.09.2008, 13:02 Uhr
Herr ARON GOLAN
Sascha Schulz (sculz13)
- 03.09.2008, 17:27 Uhr