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Montag, 13. Februar 2012
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Jugendproteste in Griechenland Regierung droht Krawallmachern Konsequenzen an

08.12.2008 ·  Nach den Ausschreitungen in griechischen Städten hat Ministerpräsident Karamanlis Inhabern zerstörter Geschäfte Entschädigungen versprochen - und das Vorgehen „extremer Elemente“ scharf verurteilt. Zugleich kündigte er an, die Todesschüsse auf einen 15 Jahre alten Jugendlichen aufzuklären. In Berlin verläuft die Besetzung des Konsulats bislang friedlich.

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Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis will nach dem Tod eines 15-Jährigen Schülers durch eine Polizeikugel die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. „Wir werden alles tun, damit diese Tragödie sich nicht wiederholt“, sagte Karamanlis in einer Fernsehansprache am Montag. Für die schweren Ausschreitungen am Wochenende machte er „extreme Elemente“ verantwortlich.

„Deren einziges Motiv ist die Gewalt und die Zerstörung“, sagte der konservative Regierungschef. „Wir werden das nicht dulden.“ Er rief die Griechen auf, Ruhe zu bewahren und versprach Entschädigungen für die Inhaber der Geschäfte, die beschädigt oder zerstört wurden. Die Ausschreitungen verursachten nach ersten Schätzungen Schäden in Höhe von rund 100 Millionen Euro.

Schulen bleiben geschlossen

Nach den schweren Krawallen wegen des Todes eines 15 Jahre alten Jugendlichen durch eine Polizeikugel ist es am Montag in Griechenland abermals zu Demonstrationen gekommen. In Athen gingen mehrere tausend Schüler auf die Straßen und protestierten gegen den Tod des Jugendlichen, berichtete das Fernsehen. In der Hafenstadt Thessaloniki warfen Unbekannte mehrere Brandsätze gegen die Fassade eines Bankgebäudes. Schüler blockierten die Straßenbahn von Athen. Andere Jugendliche besetzten eine Station der U-Bahn nahe der Vorstadt Kifissia. Dort musste der Verkehr eingestellt werden.

In fast allen Landesteilen Griechenlands blieben am Montag die Schulen geschlossen. „Sie werden bis Mittwoch aus Protest gegen den Tod des Schülers geschlossen bleiben“, sagte der Generalsekretär des Gymnasiallehrergewerkschaft, Kostas Maniatis, im Radio. Auch das Kultusministerium erklärte den Dienstag zum Tag der Trauer für die Schulen. Für den Abend und die kommenden Tagen wurden neue Demonstrationen autonomer Gruppen und linker Parteien angekündigt.

Bei den Straßenkämpfen waren seit Samstagabend rund 40 Menschen verletzt worden. Der Sachschaden wird auf 100 Millionen Euro geschätzt.. Mehr als 500 Angestellte der Stadt versuchten am Montag in Athen, die Wracks der Autos aus den Straßen zu entfernen. Die Krawalle hinterließen zudem zerstörte Geschäfte, Bankfilialen und Polizeiwachen.

Mutmaßlicher Todesschütze als „Rambo“ bekannt

Auch Privatwohnungen waren demoliert worden. Brennende Barrikaden und massiver Tränengaseinsatz der Sicherheitskräfte legten weite Teile der Innenstadt Athens unter eine dichte Rauchdecke.

Am Samstagabend war in Athen ein 15 Jahre alter Schüler durch eine Polizeikugel gestorben. Der 37 Jahre alter Polizist, der den Schuss abgegeben haben soll, sagte aus, er habe lediglich drei Warnschüsse abgefeuert. Der Jugendliche sei von einem Querschläger getroffen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor.

Einer der Anwälte des Polizisten trat am Montag zurück. Er lies verlauten, dass er einen „solchen Mandanten“ aus Gewissensgründen nicht verteidigen könne. Über den mutmaßlichen Schützen wurde bekannt, dass er wegen seines harten Durchgreifens unter dem Spitznamen „Rambo“ bekannt gewesen sei, berichtete der griechische Rundfunk.

Griechisches Konsulat in Berlin besetzt

Aus Protest gegen den Tod des griechischen Jugendlichen haben am Montag rund 30 Demonstranten das Generalkonsulat des Landes in Berlin besetzt. Die Teilnehmer der Aktion drangen am Montag in das Gebäude im Stadtteil Schöneberg ein und entrollten ein Transparent. Ein Konsulatssprecher sagte FAZ.NET, dass außerdem eine Protestresolution überreicht worden sei. „Bislang hat es weder Gewalt gegeben, noch ist Sachschaden entstanden“, sagte der Sprecher.

Auf dem Schriftzug wurde der griechische Staat für den tödlichen Schüsse auf den Jungen verantwortlich gemacht. Der Berliner Polizei zufolge wurden die Demonstranten in der diplomatischen Vertretung zunächst geduldet, so dass die Einsatzkräfte zunächst nicht einschritten. Ein Räumung sei bis auf weiteres nicht geplant, sagte der Sprecher gegenüber FAZ.NET

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