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Donnerstag, 20. Juni 2013
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John Durham Der Perfektionist

 ·  Der Staatsanwalt John Durham soll als Sonderermittler die umstrittenen Terrorverhöre des CIA untersuchen. Durham, der eingetragener Republikaner ist, aber trotzdem wegen seiner unparteiischen Haltung geschätzt wird, gilt in Washington als Idealbesetzung für schwierige Fälle.

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John Durhams Ermittlungen sind filmreif. Was der Staatsanwalt aus dem amerikanischen Bundesstaat Connecticut vor einigen Jahren über die Verschwörung von FBI-Ermittlern und Bostoner Polizisten mit der Mafia herausfand, war so spektakulär, dass Hollywood-Regisseur Martin Scorsese damit Stoff für seinen preisgekrönten Thriller „Departed – Unter Feinden“ bekam. Durham selbst steht jedoch nicht gern im Rampenlicht. Der 59 Jahre alte Staatsanwalt gibt so gut wie keine Interviews, erst recht nicht mag er zu seinem Privatleben befragt werden. Doch nun spielt Durham abermals eine prominente Rolle. Justizminister Eric Holder hat ihn zum Sonderermittler berufen, der Foltervorwürfe gegen CIA-Mitarbeiter untersuchen soll.

Der Auftrag ist derzeit relativ eng. Von „vorbereitenden“ Ermittlungen ist die Rede. Durham soll in „weniger als einem Dutzend Fällen“ prüfen, ob CIA-Ermittler und private Sicherheitskräfte bei Vernehmungen mutmaßlicher Terroristen die Grenzen überschritten haben, die ihnen von ihren Vorgesetzten und den Juristen der Bush-Regierung gesetzt wurden. Ob auf diese Ermittlungen Strafverfahren folgen werden, ist ungewiss; die Prüfung kann Jahre dauern. Aber es kann sich auch eine Lawine entwickeln, wie man damals bei Durhams Mafiaermittlungen in Neuengland erlebte.

Unparteiische Haltung Durhams wird geschätzt

Als Ende der neunziger Jahre der Verdacht auftauchte, FBI-Agenten und Polizisten hätten in Boston jahrzehntelang gemeinsame Sache mit der Mafia gemacht, war es Bill Clintons Justizministerin Janet Reno, die Durham mit den Ermittlungen beauftragte. Der Staatsanwalt ist eingetragener Republikaner, doch ist es gerade seine unparteiische Haltung, die Politiker beider Parteien an ihm schätzen, wenn es um politisch brisante Ermittlungen geht. Der besonnene Jurist gilt als der Mann für „heiße Fälle“ in Washington. Bevor Holder Durham berief, die Foltervorwürfe gegen die CIA-Mitarbeiter zu untersuchen, hatte der letzte Justizminister aus der Ära Bush, Michael Mukasey, Durham bereits beauftragt, Ermittlungen des Justizministeriums in Washington zur Zerstörung von Videobändern zu leiten. Auf den 2005 vernichteten Bändern waren Verhöre der CIA dokumentiert, auch Szenen des „Waterboarding“. Seitdem präsentiert Durham einer Jury am Bundesgericht in Alexandria, Virginia, die mögliche Anklagen wegen der Zerstörung der Bänder prüft, etwa einmal im Monat Beweismaterial. Dass der Staatsanwalt bereits mit der CIA befasst ist, war ein Grund für Holders Entscheidung, Durham nun auch die Ermittlungen zu den Foltervorwürfen anzuvertrauen.

Hinzu kommt, dass der katholische Familienvater einen untadeligen Ruf genießt. Durham gilt als hart, aber fair. Auch Strafverteidiger bescheinigen ihm, dass er bei seinen Ermittlungen strengstens darauf achte, dass allein rechtliche Erwägungen eine Rolle spielten. Ferner gilt Durham als Perfektionist, dem kein Detail entgeht. Wenn er sich für eine Anklage entscheidet, dann hat diese Entscheidung Hand und Fuß. In den vergangenen 30 Jahren hat John Durham so gut wie keinen Fall verloren.

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