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Jean-Yves Le Drian Guter Soldat

Frankreichs Verteidigungsminister ist kein Mann der Polemik. Mit seiner unaufgeregten Art hat sich Jean-Yves Le Drian Respekt weit über die Sozialistische Partei hinaus verschafft. Die Mission in Mali ist für ihn unabdingbar.

© REUTERS Vergrößern Gut vorbereitet: Jean-Yves Le Drian

Wenn es nach Nicolas Sarkozy gegangen wäre, hätte Jean-Yves Le Drian schon 2007 die Verantwortung für das französische Verteidigungsministerium übernommen. Doch der Bretone ließ sich nicht verlocken und blieb seiner Partei und deren damaligen Vorsitzenden François Hollande treu. Es war deshalb keine Überraschung, dass nach dem Machtwechsel die Wahl Hollandes auf Le Drian als Verteidigungsminister fiel. Die beiden Männer kennen und schätzen einander seit mehr als 30 Jahren.

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Schon Wochen vor dem Wahlsieg hatte sich Le Drian in die wichtigsten Themen eingearbeitet und war diskret in die befreundeten Hauptstädte gereist, um Kontakte zu den Bündnispartnern zu knüpfen. Eine unauffällige Vorbereitungsphase ging auch dem Mali-Kampfeinsatz voran, bei dem Le Drian jetzt täglich an der Medienfront erscheint. Den 65 Jahre alten Mann aus der bretonischen Marinestadt Lorient prägt die Überzeugung, dass Frankreichs Mission in Mali unabdingbar geworden und die logische Folge der Versäumnisse des Libyen-Feldzugs sei. Den Zerfall des malischen Staates und das Erstarken islamistischer Gruppen führt er auf die unzureichende Sicherung der libyschen Waffenarsenale nach dem Sturz Gaddafis sowie auf die Rückkehr der Tuareg-Söldner nach Mali zurück.

Respekt weit über die Sozialistische Partei hinaus

Le Drian ist dabei kein Mann der Polemik, der sich an Pannen seiner Vorgänger aufhält, auch wenn er mit deren Konsequenzen konfrontiert wird. So muss er zum Beispiel für die verpatzte Einführung der Software Louvois gerade stehen, die dazu führte, dass zehntausende französische Soldaten nicht ihren Sold erhielten. Das Debakel führte zu heftigen Protesten innerhalb der Armee, die eigentlich als „die Große Schweigsame“ bekannt ist.

Ähnlich wie Jacques Delors kam Jean-Yves Le Drian über die christliche Arbeiterjugend in die Sozialistische Partei. Der Arbeitersohn leistete seinen Militärdienst in der von Napoleon begründeten Versorgungseinheit „TRAIN“ in Saint-Lô und interessierte sich auch während seines Geschichtsstudium insbesondere für Verteidigungsfragen. 1978 errang er erstmals ein Abgeordnetenmandat und wurde 1981 zum Bürgermeister seiner Heimatstadt Lorient gewählt. Er schloss sich dem Kreis der Delors-Anhänger an und freundete sich mit Hollande, Ségolène Royal und dem jetzigen Arbeitsminister Michel Sapin an. Kurze Zeit zog er als Staatsminister für das Meer in die Regierung Edith Cressons ein.

Bis 1998 sollte er seiner von der Militär- und Werfttradition geprägten Heimatstadt vorstehen. 2004 eroberte er die Region Bretagne für die Linke, die er bis zum Wahlsieg leitete. Die „Maison de Bretagne“ unweit des Gare Montparnasse war lange sein Hauptquartier in Paris. Mit seiner unaufgeregten Art hat sich Le Drian dabei Respekt weit über die Sozialistische Partei hinaus verschafft. Es drängt ihn, anders als Innenminister Manuel Valls oder Industrieminister Arnaud Montebourg, nicht ins Scheinwerferlicht. Der in zweiter Ehe mit einer Regionalpolitikerin verheiratete Minister ist vielmehr stolz darauf, sich als „guter Soldat“ Hollandes zu profilieren.

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Quelle: F.A.Z.

 
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