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Aktualisiert: 04.05.2014, 15:34 Uhr

Jazenjuk in Odessa Prorussische Demonstranten stürmen Polizeihauptquartier

Odessa kommt nicht zur Ruhe. Ungeachtet des Besuchs von Ministerpräsident Jazenjuk haben prorussische Demonstranten das Polizeihauptquartier der Stadt gestürmt.

© REUTERS Polizisten und Demonstranten geraten in Odessa aneinander

In der ukrainischen Millionenstadt Odessa ist während des Besuchs des ukrainischen Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk zu neuen Zusammenstößen zwischen prorussischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Nach einer Kundgebung von rund 2000 Gegnern der Regierung in Kiew hätten moskautreue Aktivisten den örtlichen Sitz der Miliz gestürmt, berichteten Medien aus der Hafenstadt am Schwarzen Meer am Sonntag. Die mit Knüppeln bewaffnete Menge habe ein Tor durchbrochen und die Freilassung von Gesinnungsgenossen gefordert, hieß es. Spezialeinheiten hätten die Menschen zunächst zurückdrängen können

Jazenjuk machte während seines Besuchs die örtliche Polizei für die Straßenschlachten und den Brand in Odessa mit verantwortlich. Jazenjuk sagte  in der südukrainischen Hafenstadt: „Wenn die Polizei richtig arbeiten würde, hätte sie die Lage rechtzeitig entschärft.“ Die komplette Führung der örtlichen Miliz werde entlassen, denn sie sei „ineffizient“ und habe die Vorschriften verletzt, kündigte Jazenjuk an.

Eine Sonderkommission der Generalstaatsanwaltschaft soll nach seinen
Worten die schweren Unruhen untersuchen, bei denen nach jüngsten Zahlen 46 Personen starben und mehr als 200 verletzt wurden. Jazenjuk warf den prorussischen Demonstranten allerdings gleichzeitig vor, die Gewalt „wesentlich provoziert“ zu haben. „Wir werden alle Anstifter und alle Organisatoren finden“, sagte er. „Dutzende Tote sind das Resultat eines gut vorbereiteten und organisierten Angriffs auf das Volk, auf die Ukraine und auf Odessa.“

Der ukrainische Geheimdienst SBU sah außerdem die einstige Führung um den entmachteten Präsidenten Viktor Janukowitsch als verantwortlich an. Von seinem Exil in Russland aus habe insbesondere der frühere Regierungschef Sergej Arbusow die Zusammenstöße organisiert, sagte eine Sprecherin. Arbusow wies die Vorwürfe am Sonntag als „zynisch und frech“ zurück.

Offensive gegen Separatisten fortgesetzt

Im Osten des Landes setzten ukrainische Sicherheitskräfte am Sonntag mit Kampfhubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen ihre Offensive gegen prorussische Separatisten fort. Das teilte Innenminister Arsen Awakow am Sonntag in Kiew mit. In der Großstadt Lugansk starb bei Schusswechseln laut Angaben des Innenministeriums mindestens ein Aktivist, zwei weitere wurden verletzt. In Mariupol begannen die Regierungseinheiten mit dem Sturm auf ein besetztes Verwaltungsgebäude. „Sie haben uns fünf Minuten gegeben, um das Haus zu verlassen, und danach das Feuer eröffnet“, sagte Separatistensprecher Michail Krutko.

Infografik / Unruhen im Osten der Ukraine Unruhen im Osten der Ukraine © dpa Bilderstrecke 

In Konstantinowka wurden mehrere Angehörige der Sicherheitskräfte beim Kampf um einen Fernsehturm verletzt. „Die Terroristen verwenden schwere Waffen. Aber wir halten die Stellung“, teilte Minister Awakow mit. Aus Kramatorsk und aus Slawjansk, wo am Samstag mehrere OSZE-Beobachter freigelassen worden waren, wurden vereinzelte Schüsse gemeldet. „Wir werden weiter gegen Extremisten und Terroristen vorgehen, die Gesetze ignorieren und das Leben der Bürger gefährden“, sagte Awakow.

Unterstützung bekommt die ukrainische Übergangsregierung einem Zeitungsbericht zufolge von Dutzenden Spezialisten des amerikanischen Geheimdienstes CIA und der amerikanischen Bundespolizei FBI. Die Beamten sollen im Auftrag der amerikanischen Regierung dabei helfen, die Rebellion im Osten des Landes zu beenden und eine funktionsfähige Sicherheitsstruktur aufzubauen, berichtet die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise. Die Agenten seien aber nicht direkt an den Kämpfen mit den prorussischen Milizen in der Ost-Ukraine beteiligt. Ihre Tätigkeit beschränke sich auf die Hauptstadt Kiew. Die FBI-Agenten sollten der Übergangsregierung zudem dabei helfen, die organisierte Kriminalität im Lande zu bekämpfen.

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