27.12.2012 · Ist es wirklich klug, in einem Land mit beträchtlichem Erdbebenrisiko nicht nur die Wiederinbetriebnahme vermeintlich sicherer Reaktoren anzukündigen, sondern sogar laut über den Bau neuer Kernkraftwerke nachzudenken?
Von Peter SturmRichtlinien für Lesermeinungen
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Beim Betreiben eines Kernkraftwerks sollten Techniker/Physiker mehr Einfluss bei Entscheidungen
erhalten.In stark hierarchisch aufgebauten Unternehmen wird internen Fachleuten oftmals bei kritischen Problemen e Mundkorb verpasst.Es heißt dann,der Techniker/Physiker macht d Geschäft kaputt bis hin,dass man ihm vorwirft das Vertrauensverhältnis sei zerüttet.Dann schweigen eben interne Fachleute.Was in Japan bei Kernkraftbetreibern offensichtlich der Fall war,kennt man auch in stark hierarchisierten Unternehmen in DE.Schnell kann man seinen Job los sein.--Die an der jap.Küste gebauten KKW waren die ältesten KKW,die einst von der USA gekauft wurden.Dass man die Dieselmotoren f d Stromversorgung auch in Küstennähe baute u nichts veränderte,zeigt den Stellenwert d internen Fachmanns.In Japan gilt auch:Wo viel Licht ist,ist auch viel Schatten.-Ein anderes Beispiel aus d Westen war die explodierte Ölplattform im Golf von Mexiko.Auch dort wurden zB die Dieselmotoren nicht gekapselt;sie zogen austretendes Methan an,liefen immer rascher u explodierten.--Vorsorgende Kritik wird bestraft!
Schade!
Es wird immer wieder in das gleiche Horn gestoßen.
Objektivität? Nicht bei dem Thema. Nicht in Deutschland! Kein
Hinweis darauf, wie es tatsächlich zu der Havarie gekommen ist.
Und dass in Dtl. über das Thema nicht kontrovers diskutiert wird,
liegt doch daran, dass die Politik dies in Keime rücksichtslos
erstickt. Eine alternativlose (einsame Merkelsche) Entscheidung.
Wünsche ich es mir nur, oder drückt der letzte Absatz so etwas
wie versteckte Kritik am dt. Weg aus: ein überstürzter
Verzicht (wie in Dtl.) .... zu bewältigen hat (und uns noch bevorsteht).
Kein Wort dazu, dass die tatsächlichen Kosten in Dtl. nicht
überschaubar sind, der Bürger die Kosten fast alleine tragen
muß, unabhängig davon ob er das kann oder will, Konzepte
fehlen, uns nur ein warmer Winter vor einem Kollaps der Stromnetze
bewahrt.
Flickschusterein allüberall!
Jedes technische System, das kollabieren kann, wird einmal kollabieren. Und der Mensch, dessen
Fehler sich auf technische Vorgänge auswirken können, wird diese Fehler einmal machen.
Nach der abrupten Merkelschen Energiewende stehen wir noch lange nicht
wieder auf festen
Füßen und solange wir das erforderliche Speicherproblem nicht
gelößt haben, ist es
äußerst gewagt vom deutschen Vorbild zu sprechen. Unsere
Nachbarn fangen jetzt schon
an, sich abzuschirmen und wollen nicht den Lückenbüßer
einer verfehlten deutschen
Strom-Politik spielen.
Das in Deutschland "über die Atomkraft nicht mehr diskutiert wird" liegt an den politisch korrekten (Mainstream)-Medien. Die Meinung der "normale" Bevölkerung und der selbsternannten Eliten ist nicht nur beim Thema Kernernergie divergent. Siehe auch EU/ESM, Zuwanderung, Kuscheljustiz etc.
Neben aller Polemik und der Politisierung des Themas wird leider eines nie wirklich gemacht: eine fachlich fundierte Risikobewertung! Und im Besonderen wird z. B. nie über Reaktortypen gesprochen, die Katastrophen wie Tschernobyl oder Fukushima durchaus gänzlich ausgrenzen könnten. Aber davon will der Wikipedia gebildete Renewable-Aktivist natürlich nichts hören. Erst bei unbezahlbaren Stromkosten werden neue Barrikaden errichtet und auf die Politik geschimpft, die nichts weiter tut, als das Unwissen des Volkes als grössten Trumpf des Lobbyismus geschickt auszuspielen. Die Energiewende ist eine 10.0-Kür unserer Regierung im Paarlauf mit der Stromwirtschaft: Netzerneuerung auf Kosten des Steuerzahlers und gleichzeitig den SPD/Linken/Grünen das Leitthema genommen. Vielleicht hätte man vor dem blinden Geschrei über ein "deutsches Fuskushima" mal eine Vorlesung über Reaktortechnik besuchen sollen!? Fraglich ist nur, was für neue Reaktoren jetzt in Japan gebaut werden und wie entsorgt wird!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.12.2012 16:23 Uhr"Fachlich fundierte Risikobewertung"
Genau das haben die Menschen in Deutschland verstanden: Dass
Wissenschaftler mit ihren Allmachtsphantasien immer wieder scheitern.
Ausgerechnet der Kugelhaufenreaktor in Jülich, der nach den
Beteuerungen der Konstrukteure absolut eigen- und narrensicher sein
sollte, hat es in die Top Ten der weltweit gefährlichsten Anlagen
aller Zeiten geschafft.
Auch die Atomwissenschaftler haben sich redlich verdient, dass ihnen
keiner mehr glaubt.
wer kann das besser als die Japaner.
Also schön weiter AKWs bauen und hoffen, dass nichts schief geht.
Wobei diese Entscheidung wohl weniger die öffentliche Meinung
wiederspiegelt sondern, wie auch bei uns bei vielen Entscheidungen, aus
dem unheilvollen Zusammenspiel einiger weniger Lobbyisten und milde
formuliert, ignoranten Politikern, resultiert.
Sehr richtig argumentiert, Herr Sturm! Ich zitiere: "Ein
überstürzter Verzicht auf Atomenergie hätte die
japanische Wirtschaft vermutlich in eine noch tiefere Krise
gestürzt als in jene, die sie wegen der exorbitanten
Staatsverschuldung ohnehin schon zu bewältigen hat. Aber gerade
eine globale Wirtschaftsmacht wie Japan sollte sich überlegen, ob
es nicht klüger wäre, das eine (erneuerbare Energiegewinnung)
zu tun, ohne das andere (Kernkraft) zu schnell zu lassen,"
Lassen Sie uns "Japan" hierin durch "BRD" ersetzen
und nun noch das Erdbebenrisiko subtrahieren, welcher Gedanke
drängt sich dann auf? Hat Frau Merkel ihre "Hausaufgaben"
gemacht, "Schaden vom deutschen Volk abzuwenden und sein Wohl zu mehren"?
Niemand will der deutschen Schnapsidee folgen
Das Festhalten Japans an der Atomkraft macht Sinn. Woher soll ein Land
wie Japan, das weder über Kohle noch Erdgas noch Erdöl
verfügt, auch sonst preiswerte Energie hernehmen? Die japanische
Entscheidung erfolgt aus ökonomisch-rationalen Gründen, und
nicht wie in Deutschland aus rein politischen Erwägungen (weil sich
Merkel die schwarz-grüne Koalitionsoption auf Bundesebene
offenhalten wollte).
Wer will denn schon der deutschen Schnapsidee folgen, künftig ganz
auf die Kernenergie zu verzichten? Bislang sind das meines Wissens nur
Winzlinge wie Österreich und die Schweiz. Das einzige
größere Industrieland, das den Atomausstieg bereits umgesetzt
hat, ist (ausgerechnet) das Dauerkrisenland Italien. Heute muss Italien
Atomstrom aus Frankreich importieren, und die völlig
überteuerten italienischen Energiepreise dürften mit ein Grund
sein, warum die italienische Wirtschaft nicht wettbewerbsfähig ist.
"Woher soll ein Land wie Japan...sonst preiswerte Energie hernehmen?"
Leicht zu beantworten: Japan hat ideale Bedingungen für eine praktisch unerschöpfliche Erdwärmenutzung.
Die Schweiz hat noch lange nicht
unwideruflich auf Kernenergie verzichtet, bis 2035 ist noch lange hin...
Die Österreicher leeben hervorragend mit dem Import von preiswerten
Atomstrom zum Füllen der Pumpspeicher und dem anschließenden
teurem Verkauf des so erzeugten 100 % EE-Regelstromes an die Piefkes ;-)
Italien
hat den Atomausstieg nicht umgesetzt Herr Kowollik. Italien ist nie eingestiegen.
Gerade der Bau neuer KKWs ist sinnvoll, da diese effizienter, sauberer und sicherer arbeiten als die 50 Jahre alten Museen, die wir weiter betreiben.
Es ist wirklich klug, neue Kernkraftwerke zu bauen. Im Gegensatz zu älteren Anlagen hat die neue Generation westlicher Kernkraftwerke ausreichend Reserven gegenüber Erdbeben, Flugzeugabstürzen und Terrorismus. Will man also in einem Land die nukleare Sicherheit erhöhen, ist der Neubau die effektivste Massnahme. In der Nuklearcommunity gilt es als ausgemacht, dass das Fukushimabeben bei modernen Anlagen nicht zu einer radioaktiven Freisetzung geführt hätte. Auch die Nukleartechnik entwickelt sich weiter, Herr Sturm.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 21:12 UhrWas "gilt in der Nuklearcommunity" denn nicht "als ausgemacht"?
Bislang galt auch als ausgemacht, dass die bisherigen Atomkraftwerke sicher seien :)
Herrn P. Sturm: Ihre Empfehlung "Aber gerade eine globale Wirtschaftsmacht wie Japan sollte
sich überlegen, ob es nicht klüger wäre, das eine
(erneuerbare Energiegewinnung) zu tun, ohne das andere (Kernkraft) zu
schnell zu lassen. Das wäre eine zukunftsgerichtete Politik."
In Ihrer Zeitung hiess es gestern aber: "Gleichzeitig kündigte
Motegi den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien an."
Ist das nicht genau das, was Sie vorschlagen, warum heisst es dann bei
Ihnen " , ob es nicht klüger wäre,..."? Genau das
will Japan doch tun.
MfG
Jetzt zerbricht sich auch noch die FAZ
Ihren Kopf über die Probleme der Japaner...
Es gab mal eine Zeit - die nannte man wirtschaftlichen Aufschwung - da
freuten sich Leute über neue Eisenbahnen, Autobahnen,
Industrieansiedlungen und Kraftwerke. Das bedeutete mehr Einwohner,
Arbeitsplätze und steigenden Wohlstand.
In Frankreich freut man sich sogar darüber, dass in der eigenen
Gemeinde ein Atomendlager errichtet wird.
Nur in Deutschland ist man der Meinung, dass der Wohlstand als Manna vom
Himmel fält...
Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Im übrigen liest die japanische Regierung keine deutschen Zeitungen.
Deutsche wie Japaner gefährliche Stromchaoten
Der Kommentar erinnert - möglicherweise ungewollt - wie
unsinnig,verbohrt, ideologisch vernagelt,
an Bürgerbedürfnissen vorbei beide Seiten ihre Politik
betreiben, Anhänger wie Verteufler der
friedlichen Nutzung der Atomernergie. So unbelehrbar der neue japanische Ministerpräsident
offensichtlich in dieser Frage leider ist, so uneinsichtig ist Frau
Merkel mit ihrem planlosen,
chaotische und für die Mehrzahl der Bürger nicht mehr
bezahlbare Verhältnisse in der deutschen Stromversorgung
verursachenden Abschaltung von Atomkraftwerken. Frau Merkel hat dabei ein
Beispiel geliefert, das die deutschen Nachbarn noch ferner von jedem
Atomausstieg rücken läßt.
die Japaner koennen halt keinen guenstigen Atomstrom bei franzoesischen oder tschechischen
Nachbarn kaufen und wollen ihre erfolgreichen Industriestrukturen erhalten , allora ? Nur der deutsche Michel hat diesen masochistischen Hang zur Selbstabschaffung.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 09:27 UhrIm Gegenteil!
Wer sich die Folgen von KKW-Unfällen anschaut, DER sieht, was "masochistische Selbstabschaffung" ist.