Der seit Wochen in Jamaika gesuchte Drogenhändler Christopher „Dudus“ Coke ist gefasst. Allerdings sind die genauen Umstände seiner Festnahme durch die jamaikanische Polizei noch unklar. Lokalen Medienberichten zufolge ergab sich Coke in Begleitung eines Geistlichen der Polizei. Der Pastor sagte, er und Coke hätten sich auf dem Weg in die amerikanische Botschaft befunden, als sie von einer jamaikanischen Polizeieinheit gestoppt worden seien. Coke habe sich stellen wollen.
Bei einer Pressekonferenz bestätigte ein Polizeisprecher die Festnahme Cokes. Der 42-Jährige sei am Dienstag an einer Straßenkontrolle gefasst worden, teilte die Polizei mit. Den Angaben zufolge wehrte sich der Drogenhändler nicht. Der Gefangene sei an einen sicheren Ort gebracht worden und solle schnellstmöglich einem Richter vorgeführt werden.
Die Vereinigten Staaten haben bereits seine Auslieferung wegen Kokain- und Waffenhandels beantragt. Für seine Ergreifung war kürzlich eine Belohnung von fünf Millionen Dollar ausgesetzt worden.
Bei der Jagd auf Coke war es im Mai zu blutigen Straßenkämpfen gekommen. Bei Schießereien zwischen Verbündeten des Drogenhändlers und Sicherheitskräften starben in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston mehr als 70 Menschen. Coke hatte sich während der Unruhen mit seinen Bandenmitgliedern in dem Stadtviertel Tivoli Gardens verschanzt. „Dudus“ wird in den Vereinigten Staaten auch Drogen- und Waffenhandel vorgeworfen. Für seine Ergreifung war kürzlich eine Belohnung von fünf Millionen US-Dollar ausgesetzt worden.
Das amerikanische Justizministerium bezeichnete Coke als einen der „weltweit gefährlichsten“ Drogenbarone. Er soll seit 1990 einen international agierenden Drogenring namens „Shower Posse“ anführen, der laut amerikanischen Ermittlern Marihuana und Crack vor allem in den Großraum New York liefert. Im August war Coke in den USA angeklagt worden. Im Falle einer Auslieferung und Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.
