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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Italien Trübe Tage am Tiber

 ·  Italiens Ministerpräsident Monti hat einen Gutteil des Rückhalts, den er bei Amtsantritt genoss, längst eingebüßt. Schon droht sein Vorgänger mit Rückkehr.

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Michael Muscholl

Avanti Diletanti

Die Italiener müssen ähnlich wie alle anderen südeuropäischen Pleitestaaten erkennen lassen, dass SIE die Verantwortung für ihre Staatsfinanzen zu tragen bereit sind. Sonst wird das nichts mehr mit dem Vertrauen der Märkte in diese Staaten.
Wir Deutsche sollten uns mal fragen, wie sehr die anderen unsere Situation interessieren wird, wenn wir alle zusammen nach Vergemeinschaftung der Schulden abgesoffen sind. Ganz schnell wird klar: Jeder muß für sich kämpfen- nur dann bleiben wir gute Freunde.
Wenn ich die Immobilienschulden meiner Nachbarn auch noch abtragen sollte und sehen dürfte, wie sie es sichim Gegenzug gut gehen lassen, würden wir nicht mehr zusammen grillen.

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Chris Chaix
Chris Chaix (Chaix) - 29.06.2012 10:00 Uhr

Trübe Tage am Tiber

Sparen u. Verzicht!?, zuerst die anderen. Wie immer reagieren Menschen überall gleich; Hemd ist näher als Hose. Bequemer ist Siesta und Probleme ignorieren. Kommen Probleme, kommt ESM. Berlusconi führt Italien in griechische Verhältnisse, ein Mentalist der erzählt was Menschen hören wollen. Its Showtime in Rom! Nur wenige EU-Staaten wie DE haben Menschen gespart und verzichtet, Reformen erduldet. Alle andere EU-Staaten waren mehr Nutznießer statt Solidarpartner. Aus welchen Gründen erwarten solche Schuldenstaaten Solidarität in Krisenzeiten? Alle deren "Einfälle" wie Eurobonds usw. ist nichts anderes was bisher Banken, Versicherungen ectr. auch mit Menschen gemacht hatten. Absolut NO-GO. Vielleicht ist eine DE Verschuldung bei €-Austritt überschaubarer statt €+ESM-Faß ohne Boden!?

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Gus Savel
Gus Savel (gsavel) - 29.06.2012 09:59 Uhr

in Zeiten wie diesen...

...bräuchte Italien eine Margret Thatcher...die diese korrupten Gewerkschaften "aus dem Weg räumt". Dann gäbe es auch eine Wendung in den seit Jahrzehnten nötigen Maßnahmen im Arbeitssektor.

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Klaus Wege
Klaus Wege (covenants) - 29.06.2012 09:41 Uhr

Monti:In der Maske des Biedermanns als ESM-Schutzgelderpresser in Brüssel

Monti wird abgezogen, sobald seine Täuschungsmission in Brüssel erfüllt ist. Schon jetzt bröckelt die von Monti vorgeschobene Reformkulisse - eine kurze Zeit des Wohlverhaltens, um weitere EU-Subventionen zu erschwindeln.
Tatsächlich verdient der Subventionist Italien keinerlei EU-Solidarität. Italiens Bürger horten (gemessen am BIP) mehr Nettofinanzvermögen, als die Bewohner Deutschlands.
Italien, dem das Kino vor allem Diebeskomödien verdankt, frönt immer ungenierter seinen Nationalcharakter:
So lässt das wohlhabende Italien arme EU-Staaten wie die Slowakei hart für Rettungsschirme sparen, damit Italiens Bürger weiterhin ihre opulente Staatszeche prellen können.
(So vergeudet das unbedeutende italienische Präsidialamt das 8-Fache seines dt. Pendants).
Das Italien des Goldman Sachs-Beraters Monti täuscht Reformbereitschaft nur vor. Als sich dort verräterische Risse zeigten, ersetzte Monti Glaubwürdigkeit durch EU-Untergangsdrohungen.
Ein Schutzgelderpresser bei der Arbeit.



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Wolfgang Richter

Keine Unterstützung

Sanieren und Sparen schafft genauso viel Frust, wie das Verprassen geliehenen Geldes Spaß macht. Und wer nur "blood, sweat and tears" zu bieten hat, hat es schwer.
Diese Erfahrung macht jetzt Monti. Die Parteien lassen seine ehrgeizigen, oft harten Reformen bestenfalls halbiert durch das Parlament.
Die Gläubiger sind damit verständlicherweise unzufrieden, zumal spätestens 2013 ein populistischer Berlusconi oder eine Hollande-freundliche Links-Koalition droht. Daher bleibt der Zins-Spread hoch.
Mit unverschämten Forderungen nach Euro-Bonds will Monti die Italiener bei Stimmung halten, verprellt damit aber die Deutschen.
Die gute Zeit für Monti ist vorbei. Aber alle Alternativen sind noch schlechter.

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Jahrgang 1952, politischer Korrespondent für Italien und den Vatikan mit Sitz in Rom.

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