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Italien Prodi gegen Berlusconi

17.10.2005 ·  Prominenter Herausforderer: Der frühere EU-Kommissionspräsident Romano Prodi hat die Vorwahlen der italienischen Linksparteien gewonnen. Damit wird Prodi wohl bei den Parlamentswahlen im Frühjahr 2006 gegen Ministerpräsident Berlusconi antreten.

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Romano Prodi wird aller Voraussicht nach Spitzenkandidat des linken Oppositionsbündnisses in Italien bei der Parlamentswahl im kommenden Jahr.

Der ehemalige italienische Ministerpräsident und frühere EU-Kommissionspräsident wurde am Sonntag von Mitgliedern und Sympathisanten des Bündnisses mit großer Mehrheit gewählt. Nach Auszählung von knapp 90 Prozent der Wahllokale erhielt Prodi rund drei Viertel der Stimmen. Er hatte sechs Gegenkandidaten.

„Italien hat das gebraucht“

Die Organisatoren der Abstimmung zeigten sich mit der Beteiligung an der ersten derartigen Vorwahl nach dem Vorbild der „Primaries“ in den Vereinigten Staaten äußerst zufrieden. Rund drei Millionen Menschen gaben ihr Votum ab. Wahlberechtigt waren alle, die eine Gebühr von einem Euro für die Organisationskosten zahlten und sich als Wähler des Oppositionsbündnisses ausgaben.

Prodi selbst sagte über die Beteiligung: „Das ist mehr als wir uns erträumt hatten. Wir haben das gebraucht. Italien hat das gebraucht.“ Viele Menschen hätten mit ihrer Teilnahme zum Ausdruck gebracht: „Berlusconi, geh nach Hause.“

Mordanschlag auf Politiker

Der ehemalige EU-Kommissionspräsident war bereits 1996 gegen Silvio Berlusconi angetreten und hatte die Wahl damals für das Linksbündnis gewonnen. Von den sechs anderen Kandidaten erreichte der Parteivorsitzende der Kommunisten (Partito della Rifondazione Comunista), Fausto Bertinotti, bei dem Referendum am Sonntag mit rund 15 Prozent das beste Ergebnis.

Überschattet wurde die Abstimmung von einem Mordanschlag auf einen Politiker in der südlichen Region Kalabrien. Der 54 Jahre alte Francesco Fortugno wurde vor einem Wahllokal in der Ortschaft Locri von zwei Männern mit Pistolenschüssen niedergestreckt. Nach Angaben von Krankenhausärzten erlag der Politiker noch vor einer Notoperation seinen Verletzungen. Über die Hintergründe der Bluttat lagen zunächst keine Informationen vor.

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