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Italien Attentäter entschuldigt sich bei Berlusconi

15.12.2009 ·  In einem Brief an den italienischen Ministerpräsidenten hat der 42 Jahre alte Angreifer sein „tief empfundenes“ Bedauern über seine „feige und unbedachte Tat“ geäußert. Heute muss er vor dem Untersuchungsrichter aussagen. Berlusconi bleibt bis Mittwoch im Krankenhaus.

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Drei Tage nach der Wurfattacke wird Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi voraussichtlich am Mittwoch das Krankenhaus wieder verlassen. „Der Premier müßte morgen entlassen werden können, mit aller Wahrscheinlichkeit am Nachmittag“, erklärte der Chefarzt des Hospitals San Raffaele, Alberto Zangrillo, am Dienstag. Zangrillo empfahl dem angeschlagenen Regierungschef, „sich mindestens zwei Wochen aller öffentlichen Verpflichtungen zu enthalten“.

Auch die zahlreichen Krankenbesuche könnten den Ministerpräsidenten „zusätzlich unter Stress setzen“, so Zangrillo. Nach Angaben des Chefarztes ist Berlusconi „froh über die fortschreitende Genesung“, aber „niedergeschlagen und verbittert“ über den Vorfall. Der umstrittene Medienmogul war am Sonntagabend nach einer Wahlveranstaltung in Mailand von einem 42 Jahre alten Mann attackiert worden.

„Feige und unbedachte Tat“

Der Täter hatte dem Regierungschef eine Miniatur-Nachbildung des Mailänder Doms ins Gesicht geworfen. Dabei erlitt der 73 Jahre Berlusconi einen Bruch der Nasenscheidewand, außerdem wurden zwei Vorderzähne beschädigt. Unmittelbar nach der Tat war Berlusconi blutüberströmt zusammengebrochen und ins Mailänder Krankenhaus gebracht worden.

Der Attentäter hat sich inzwischen bei seinem Opfer entschuldigt. In einem Brief an Berlusconi sprach der 42 Jahre alte Massimo Tartagli am Montagabend von „tief empfundenem“ Bedauern über „die feige und unbedachte Tat“, wie italienische Medien berichteten. Der Angreifer befindet sich in Polizeigewahrsam und sollte am Dienstag vor dem Mailänder Untersuchungsrichter aussagen.

Nach Angaben seines Vaters befindet er sich seit Jahren in psychischer Behandlung. Die gewalttätige Attacke hat in Italien eine heftige Diskussion über den Verfall der politischen Kultur ausgelöst. Alle Vertreter der Regierungsparteien sowie große Teile der Opposition machen das „aggressive Politklima“ für die Tat verantwortlich.

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