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Wehrpflicht-Protest : Ultraorthodoxe Juden rufen „Tag des Zorns“ aus

  • Aktualisiert am

Keinen Bock auf Wehrpflicht: Ultraorthodoxe Juden sitzen aus Protest auf einer Autobahn nahe Modi’in. Bild: Reuters

Demonstrationen und Straßenblockaden in Israel: Streng religiöse Juden wehren sich gegen die zwangsweise Einberufung zum Wehrdienst. Zwischen Tel Aviv und Jerusalem blockieren sie eine Autobahn.

          Als Protest gegen die Verhaftung zweier Wehrdienstverweigerer haben streng religiöse Juden in Israel einen „Tag des Zorns“ ausgerufen. Angekündigt sind Demonstrationen und Straßenblockaden in mehreren Städten, wie die Tageszeitung „Haaretz“ (Donnerstag) berichtete. Eine erste Gruppe blockierte am Donnerstagmorgen die Autobahn nahe der orthodoxen Siedlung Modi'in Illit im Westjordanland. Sie liegt etwa auf halben Weg zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Offenbar wurde die Demonstration jedoch nach kurzer Zeit aufgelöst. Bilder der Nachrichtenagentur Reuters zeigen, wie Sicherheitskräfte die Protestierenden von der Autobahn wegtragen.

          Hintergrund ist die Verurteilung zweier Talmudstudenten zu 20 Tagen Militärgefängnishaft. Sie hatten sich zuvor dem Einzug ins israelische Militär widersetzt. „Die Massen des Hauses Israel werden nicht ruhen, bis die Plage des Wehrdienstdekrets entfernt ist, das über den Köpfen der Jeschiwastudenten schwebt“, zitiert die Zeitung aus einer Erklärung der Protestorganisatoren um den prominenten Rabbiner Schmuel Auerbach, welcher wiederholt Talmudstudenten zur Wehrdienstverweigerung aufgefordert hat.

          In den vergangenen Tagen war es bei Demonstrationen streng religiöser Juden in verschiedenen Städten des Landes wiederholt zu Zusammenstößen und Festnahmen gekommen.

          Der Streit um die Wehrpflicht streng religiöser Juden hält seit Jahren an. Israels oberstes Gericht hatte im September ein erst im März 2016 revidiertes Wehrgesetz als unzulässig erklärt. Streitpunkt ist unter anderem die Wehrdienstbefreiung für Talmudstudenten.

          Sicherheitskräfte tragen die Protestierenden weg.

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