03.12.2007 · Israel hat mehr als 400 inhaftierte Fatah-Mitglieder auf freien Fuß gesetzt. Damit will Israel angeblich die gemäßigte Palästinenserführung stärken und den politischen Dialog fördern.
Knapp eine Woche nach der Nahostkonferenz in Annapolis hat Israel am Montag mehr als 400 palästinensische Gefangene freigelassen. Damit wolle die Regierung „die gemäßigte Palästinenserführung stärken und den politischen Dialog zwischen Israel und den Palästinensern fördern“, sagte ein Regierungssprecher.
Die Palästinenser wurden nach Angaben der Gefängnisverwaltung mit neun Bussen vom Gefängnis Ketziot in der Negev-Wüste zu den Übergangsstellen zum Westjordanland und zum Gazastreifen gefahren. Eine erste Gruppe verließ am frühen Morgen das Gefängnis. Hunderte Schaulustige empfingen den Bus vor dem Hauptquartier der palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah. Sie sangen, tanzten und hielten die palästinensische Flagge hoch. Insgesamt sollten 429 Inhaftierte freikommen.
Freilassung verzögerte sich
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte von Israel vor der Konferenz in Annapolis gefordert, dass 2000 der etwa 10.000 palästinensischen Häftlinge die israelischen Gefängnisse verlassen und zu ihren Familien zurückkehren dürfen. Ursprünglich wollte Israel die Gefangenen bereits vor der Konferenz als Geste des guten Willens freilassen. Die Freilassung verzögerte sich jedoch aus unbekannten Gründen.
Es handelt sich bei den Freigelassenen in der überwiegenden Mehrheit um Männer, die zur Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Abbas gehören. Mitglieder der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas sind nicht freigelassen worden.
Mitglieder der Hamas getötet
Unterdessen haben israelische Soldaten bei einem Feuergefecht im nördlichen Gazastreifen drei Mitglieder der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas getötet. Die drei Männer hätten in der Nähe des Grenzzaunes zu Israel eine Bombe gezündet und dabei einen israelischen Armeeangehörigen verletzt, heißt es in einer Erklärung der Al-Kassam-Brigaden, des militanten Flügels der Hamas.
Nach palästinensischen Angaben sind damit in den vergangenen zehn Tagen 17 Hamas-Mitglieder getötet worden. Eine Armeesprecherin sagte, allein am Sonntag hätten militante Palästinenser 14 Kassam-Raketen aus dem Gazastreifen auf israelische Grenzstädte abgefeuert. Im vergangenen Monat sei Israel mit rund 240 Kassam-Raketen und Mörsergranaten beschossen worden.