Home
http://www.faz.net/-gq5-wg3w
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Israel Olmert: Mit Teilung Jerusalems rechnen

Israel muss sich nach Einschätzung seines Ministerpräsidenten Olmert langfristig damit abfinden, dass Jerusalem im Rahmen einer künftigen Friedensregelung für den Nahen Osten geteilt wird. Im Gazastreifen kam es in der Neujahrsnacht wieder zu Zusammenstößen zwischen Hamas und Fatah mit mehreren Toten.

© REUTERS Vergrößern Aus dem Westjordanland will sich Israel nicht vollständig zurückziehen

Israel muss sich nach Einschätzung seines Ministerpräsidenten Olmert langfristig mit einer Teilung Jerusalems im Rahmen einer künftigen Nahost-Friedensregelung abfinden. In einem Interview mit der Zeitung „Jerusalem Post“ sagte Olmert, Israel müsse „verinnerlichen“, dass selbst seine engste Freunde in der Staatengemeinschaft ein Land in den Grenzen von 1967 und mit einem geteilten Jerusalem anstrebten.

Olmert äußerte in dem Gespräch die grundsätzliche Bereitschaft zu einer Teilung des Landes mit den Palästinensern, hob aber hervor, Israel sei im Westjordanland nicht zu einem vollständigen Rückzug auf die Grenzen von 1967 bereit. Er bezeichnete etwa die Siedlerstadt Maale Adumim als „untrennbaren Teil“ Israels. Dabei verwies er auf einen Brief von Präsident Bush aus dem Jahre 2004, in dem dieser von „1967 plus“ gesprochen habe.

Mehr zum Thema

Olmert: Rechte Parteien haben unrealistische Ideen

Nach den Worten Olmerts haben einige der oppositionellen, rechtsorientierten Parteien in Israel unrealistische Ideen, weil sie selbst einen Kompromiss über „Teile des Landes Israel“ (im Westjordanland) ablehnten. Sollte zwischen Mittelmeer und Jordan nur ein Staat für zwei Völker bestehen, so könnte dies „das Ende der Existenz Israels als jüdischer Staat“ bedeuten.

© reuters Vergrößern Video: Wieder Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern

Unterdessen sind bei Zusammenstößen der rivalisierenden Palästinensergruppen Hamas und Fatah im Gazastreifen in der Neujahrsnacht mindestens acht Menschen getötet und mehr als 30 verletzt worden. Unter den Toten waren Anhänger beider Organisationen sowie unbeteiligte Opfer. Fatah und Hamas beschuldigten einander, für den neuen Ausbruch der Gewalt verantwortlich zu sein.

Die Unruhen hatten am Montagabend bei Feiern der Fatah in Chan Junis im südlichen Gazastreifen begonnen. Die radikal-islamische Hamas hatte Feiern zum 43. Gründungstag der Fatah zuvor verboten. In einer Fernsehansprache forderte Palästinenserpräsident Abbas von der Fatah am Montag baldige Wahlen. Nur so könne ein Ausweg aus der Krise gefunden werden.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Messerattacke in Linienbus Palästinenser verletzt neun Israelis in Tel Aviv

Ein 23 alter Palästinenser hat in einem Linienbus in der israelischen Stadt neun Menschen mit einem Messer verletzt. Auf der Flucht wird er von Passanten niedergeschossen. Die Hamas nennt seinen Angriff heldenhaft. Mehr Von Hans-Christian Rößler, Jerusalem

21.01.2015, 08:30 Uhr | Politik
Waffenruhe in Gaza vereinbart

Drei Tage lang sollen im Gazastreifen die Waffen schweigen. Israel und die radikalislamische Hamas haben sich ebenso dazu bereit erklärt, über eine dauerhafte Waffenruhe zu verhandeln. Mehr

01.08.2014, 09:26 Uhr | Politik
Deutschlandbild in Israel Das beliebteste Land in Europa

Die Israelis haben eine überaus positive Einstellung gegenüber Deutschland. Das ergab eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung. Daran ändert sich auch durch Berlins Eintreten für palästinensische Interessen nichts. Mehr

12.01.2015, 10:31 Uhr | Politik
Israel ist zu einseitiger Waffenruhe bereit

Die israelische Regierung hat sich zu einer siebenstündigen Waffenruhe für den größten Teil des Gazastreifens bereiterklärt. Währenddessen könnten humanitäre Hilfsgüter in den Gazastreifen gebracht werden. Mehr

04.08.2014, 09:29 Uhr | Politik
Widerstand gegen Ermittlungen Israel will Strafgerichtshof finanziell austrocknen

Israel hat eine Kampagne begonnen, um die Finanzierung des Internationalen Strafgerichtshofs zu kappen. Die Regierung forderte unter anderen Deutschland auf, die Zahlungen auszusetzen. Mehr

18.01.2015, 10:47 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.01.2008, 20:54 Uhr

Kleine Sprünge

Von Friederike Böge

Obwohl Indien neuerdings ein „guter Freund“ Amerikas ist, hat der indische Ministerpräsident Modi wahrscheinlich Hintergedanken zu diesem Verhältnis. Mehr