http://www.faz.net/-gpf-wg3w
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 01.01.2008, 20:54 Uhr

Israel Olmert: Mit Teilung Jerusalems rechnen

Israel muss sich nach Einschätzung seines Ministerpräsidenten Olmert langfristig damit abfinden, dass Jerusalem im Rahmen einer künftigen Friedensregelung für den Nahen Osten geteilt wird. Im Gazastreifen kam es in der Neujahrsnacht wieder zu Zusammenstößen zwischen Hamas und Fatah mit mehreren Toten.

© REUTERS Aus dem Westjordanland will sich Israel nicht vollständig zurückziehen

Israel muss sich nach Einschätzung seines Ministerpräsidenten Olmert langfristig mit einer Teilung Jerusalems im Rahmen einer künftigen Nahost-Friedensregelung abfinden. In einem Interview mit der Zeitung „Jerusalem Post“ sagte Olmert, Israel müsse „verinnerlichen“, dass selbst seine engste Freunde in der Staatengemeinschaft ein Land in den Grenzen von 1967 und mit einem geteilten Jerusalem anstrebten.

Olmert äußerte in dem Gespräch die grundsätzliche Bereitschaft zu einer Teilung des Landes mit den Palästinensern, hob aber hervor, Israel sei im Westjordanland nicht zu einem vollständigen Rückzug auf die Grenzen von 1967 bereit. Er bezeichnete etwa die Siedlerstadt Maale Adumim als „untrennbaren Teil“ Israels. Dabei verwies er auf einen Brief von Präsident Bush aus dem Jahre 2004, in dem dieser von „1967 plus“ gesprochen habe.

Mehr zum Thema

Olmert: Rechte Parteien haben unrealistische Ideen

Nach den Worten Olmerts haben einige der oppositionellen, rechtsorientierten Parteien in Israel unrealistische Ideen, weil sie selbst einen Kompromiss über „Teile des Landes Israel“ (im Westjordanland) ablehnten. Sollte zwischen Mittelmeer und Jordan nur ein Staat für zwei Völker bestehen, so könnte dies „das Ende der Existenz Israels als jüdischer Staat“ bedeuten.

© reuters Video: Wieder Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern

Unterdessen sind bei Zusammenstößen der rivalisierenden Palästinensergruppen Hamas und Fatah im Gazastreifen in der Neujahrsnacht mindestens acht Menschen getötet und mehr als 30 verletzt worden. Unter den Toten waren Anhänger beider Organisationen sowie unbeteiligte Opfer. Fatah und Hamas beschuldigten einander, für den neuen Ausbruch der Gewalt verantwortlich zu sein.

Die Unruhen hatten am Montagabend bei Feiern der Fatah in Chan Junis im südlichen Gazastreifen begonnen. Die radikal-islamische Hamas hatte Feiern zum 43. Gründungstag der Fatah zuvor verboten. In einer Fernsehansprache forderte Palästinenserpräsident Abbas von der Fatah am Montag baldige Wahlen. Nur so könne ein Ausweg aus der Krise gefunden werden.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Westjordanland Die Dattel aus Jericho ist nur der Anfang vom Frieden

In den besetzten Palästinensergebieten wachsen teure Früchte. Die EU hat für Produkte aus Siedlungen eine Kennzeichnungspflicht eingeführt – Israel steht dem misstrauisch gegenüber. Mehr Von Hans-Christian Rößler, Hendrik Kafsack und Jan Grossarth

15.05.2016, 10:37 Uhr | Wirtschaft
Zusammenstöße in Brasilien Senat spricht über Amtsenthebung

In Brasilien ist es während der Senatsdebatte über die politische Zukunft von Präsidentin Dilma Rousseff am Mittwochabend zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizisten setzten Tränengas gegen Anhänger der linken Politikerin ein. Mehr

12.05.2016, 08:16 Uhr | Politik
Israel Lieberman tritt Regierungskoalition bei

Die Koalition von Benjamin Netanjahu erweitert sich nach rechts. Der neue Verteidigungsminister Avigdor Lieberman ist für seine scharfe Rhetorik bekannt, bewies in der Vergangenheit aber auch Pragmatismus. Mehr Von Hans-Christian Rößler

25.05.2016, 10:19 Uhr | Politik
Dokumentarfilm Ai Weiwei ist Flüchtlingen in Gaza auf der Spur

Der chinesische Künstler und Regierungskritiker Ai Weiwei hat im Gazastreifen mit Arbeiten für einen Dokumentarfilm über Flüchtlinge begonnen. Zu diesem Zweck führte er Interviews mit Menschen, die im Gazakrieg 2014 ihre Häuser verloren haben. Ai Weiwei befasst sich seit längerem mit dem Schicksal von Flüchtlingen. Mehr

13.05.2016, 12:19 Uhr | Politik
Nahostkonflikt Friedensvermittler aus Frankreich blitzt bei Netanjahu ab

Derzeit gibt es keine direkten Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern – eine internationale Friedenskonferenz lehnt Israels Premier Netanjahu ab. Frankreich will es trotzdem versuchen. Und muss den ersten Rückschlag einstecken. Mehr

15.05.2016, 19:31 Uhr | Politik

Obamas Abschreckung

Von Peter Sturm

Eine einseitige Abrüstung der Vereinigten Staaten gibt es nur in der Theorie. Trotzdem ist es wichtig, dass Barack Obama von einer atomwaffenfreien Welt spricht. Mehr 1