Home
http://www.faz.net/-gq5-70f1g
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Israel Netanjahu plant 851 neue Wohnungen im Westjordanland

 ·  Der israelische Ministerpräsident Netanjahu will 851 neue Wohnungen im besetzten Westjordanland bauen lassen. Die Vereinigten Staaten und die UN kritisieren die Pläne.

Artikel Bilder (1) Video (1) Lesermeinungen (40)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 10.06.2012 16:23 Uhr

1967 griff Israel seine Nachbarn an und nannte es "Präventivkrieg".

Israel griff an: (1) Ägypten, (2) Syrien, (3) Jordanien. Nur einige Palästinenser in Jerusalem verteiditen ihre heilige Stadt nach dem Angriff Israels, sonst blieb Jordanien untätig. Warum stört diese Wahrheit so sehr?

Empfehlen
Udo Meissner
Udo Meissner (carmudo) - 08.06.2012 14:52 Uhr

@Cornelia Holtmann: Da mein Urgroßvater einige Zeit in Norwegen kampierte

werde ich demnächst in Norwegen einen eigenen Staat gründen.
Die Norweger werden dagegen sein. Das juckt mich aber nicht, meine Familie ist dafür.
Die Palästinenser sind aber auch so was von störrisch. In der heutigen gesetzlosen Welt kann sich doch jeder Land nehmen, wo er will. Für ganz Unbelehrbare kann man sich bei Obama ein paar nette Drohnen ausleihen. Auch sehr völkerrechtlich.
Was die Kriegszüge Israels betrifft, müssen wir scheinbar umlernen.
Schuld waren ja nunmehr immer die anderen.
Das passt zusammen mit der Doktrin jüdischer Hardliner: außer jüdischen Opfern gibt es keine Opfer auf der Welt, weder armenische, noch Opfer unter der deutschen Zivilbevölkerung im II.WK, auch nicht unter dem deutschen Widerstand, den gab es sowieso nicht, noch sonstwo.
Um den Sturm zu bremsen: ich bin nicht links, nicht rechts, nicht antisemitisch.
Aber ich hasse Kriegstreiber und die gibt es außer Opfern auch unter den Juden.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 16:34 Uhr
Cornelia  Holtmann

Wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen an die Vereinten Nationen, Herr Meissner.

Die haben den Juden nämlich einen Teil Palästinas zugesprochen.

Empfehlen
günther reichert

Ein guter Ausgleich ist die Schenkung der Häuser d Siedlungen für den zukünftigen palästinensischen

Staat an die Bevölkerung im Westjordanland.Die israelischen Regierungen vergessen,dass Hass auf tausende Jahre festgelegt werden kann.Wie soll denn irgendwann Israel in Ruhe leben können,wenn Israel immer einen latenten Angriffskrieg per Siedlungsbau auf fremden Land fortführt.Diese mittelalterlichen Methoden ein fremdes Land Stück für Stück zu unterwerfen passen nicht in die heutige Zeit mit höherer Bevölkerungsdichte.
Auch heute sind z.B.die Schotten gegenüber den Engländern sauer,weil sie unter König Eduard genau so einst unterworfen wurden.Das führte sogar soweit,dass man den libyschen Attentäter,der mitverantwortlich für d Flugzeugabsturz in Lockerbie(aus humanen Gründen) freigelassen hat,auch um die Engländer zu ärgern.Das zeigt,wie uralte offene Rechnungen bis in die jeweils aktuelle Zeit hineinwirken.GB und die USA waren ziemlich sauer.

Empfehlen
Adalbert Doliwa

851 Neubauten

Solange die den Israelis wohlgesonnene Staatengemeinschaft außer Statements keine Konsequenzen gegenüber diesen Landräubern ergreift, wird sich keine Friedensinitiative entwickeln können. Aber wenn lt. Merkel, die Sicherheit des Staates Israel zu unserer Staatsraison gehört, wird sich kaum etwas ändern. Wir leisten unseren Beitrag für die Sicherheit Israels mit der Lieferung von U-Booten, die zur Abschreckung mit Atomsprengköpfen ausgestattet werden können. Es ist auch Dank unserer Waffenexporte ausreichende Sicherheit vorhanden, für die Weiterführung der aggressiven Siedlungspolitik Israels. Wie erbärmlich und verlogen ist doch die Politik, die unsrige mit eingeschlossen.

Empfehlen
mary van de cremer

851.000 Wohnungen

Die PLO plante zwischen 1948 und 1967, über 19 Jahre, als kein einziger Israeli im Westjordanland zu finden war, 851.000 Wohnungen.. Aber sie wurden nie gebaut. Weil man dachte, besser erst alle palästinensischen Juden aus Westpälestina erledigen..
Und jetzt der 194(8) ste Staat UNO Mitglied ... Wie sagen die Kölner : Was fott es , es fott.
Chancen verpassen ist immer schade. Neulich sagte Herr Abbas sogar öffentlich, daß man damals einen fehler gemacht habe..

Empfehlen
Michael Muscholl

Merkels Kuhhandel geht nicht auf!

Da gab es letzte Woche eine Meldung, dass die Deutschen ihr U-Boot Rüstungsgeschäft mit Israel zu 1/3 gleich selber bezahlen und dies mit dem Kuhhandel verbunden haben, dass die Israelis im Westjordanland keine neuen Siedlunen errichten. Ich halte fest, hier wurde unsere Bundesmutti mal wieder für blöd verkauft- und wir gleich mit!!! Außerdem dürfen wir uns mal wieder zu selbstverschuldeter Steuerverschwndung gratulieren. Erstaunlich nur, dass das keinen zu stören scheint

Empfehlen
Christian Rumpf

Inkonsequens Israels

Natürlich ist die Siedlungs Pollitik falsch und Israel unterdrückt ein ganzes Volk.
Ja passiert halt und der Rest der Welt ist das ganz egal.
Aber warum handelt Israel so inkonsequen ?, Milliärisch und Wirtschaftlicher wäre es besser alle Palestinensar zu vertreiben und so das West Jordanland komplett zu besetzen, das würde die Grenze bedeuten verkürzen und Israel müsste sich weniger sorgen machen. Nach ein paar Jahren akzeptiert das der Rest der Welt wie üblich bei jedem Genozid .

Ach und bevor jetzt der große aufschreih kommt, de facto macht das Israel ja jetzt schon in dem sie verhindert das mehrere Millionen Flüchtlinge zurück gehren ins West Jordanland!.
Den seit 50 Jahren dürfen die Flüchtlinge die sich vor den Morden und Plünderten Israelis in Sicherheit gebracht haben, nicht zurück kommen.

Empfehlen
klaus keller
klaus keller (klkeller) - 08.06.2012 11:48 Uhr

Er kann ja in einige Palästinenser einziehen lassen, am besten Atheisten.

Das Westjordanland ist die Gegend in der Welt in der man sich am meißten über sozialen Wohnungsbau aufregt außerhalb des Westjordanlandes. Über Wohnungsbau im Ostjordanland hört man hier zu Lande gar nix.

Eine Frage noch zum Abschluß, kann es sein das es für die Häuser egal ist wer später darin wohnt, ggf eine jüdische, eine muslimische und eine atheistische Palästinenserfamilie gleichzeitig in einem Haus.

Empfehlen
Dietrich Ostermann
Dietrich Ostermann (didio) - 08.06.2012 11:30 Uhr

Das Existenzrecht des Staates Isreal wird durch Israel slbst gefährdet

Für micch liegt es auf der Hand. Die im Moment bestimmende politische Kraft will ein Großisrael. Die Palistinenser dürfen sichin diesem Staat als allenfalls geduldete Bewohner der unteren Einkommensschicht fühlen.
Ich bin dafür, das der deutsche Staat den Schutz Israels als Staatsräson aufgibt.
Israel hat besonders als einigermaßen funktionierender Demokratischer Staat die Pflicht Friedenspolitk zu betreiben. Das umfasst auch auf Maßnahmen der Provokation, wie der Siedlungspolitik zu verzichten. Erst die internationalen Garantien zum Schutz Isreals setzen die pol. Kräfte in Israel in die Lage ungehindert mit der Siedlungspolitik weiter zu machen und immer weiter Öl ins feuer zu gießen. Und wenn ich diese Meinung habe, bin ich KEIN Antisemit, sondern ein Gegener der momentanen politischen Ausrichtung Isreals. Auch Israel muss spühren, dass er im Begriff ist, den Bogen zu überspannen und seinen Feinden nur weitere Munition liefert. Wann gibt es endlich Frieden im nahen Osten?

Empfehlen
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 15:22 Uhr
Cornelia  Holtmann

Bitte informieren Sie sich, Frau Orti,

noch in der Nacht der Staatsgründung wurde Israel von seinen arabischen Nachbarn angegriffen. Und wenn wir den Sechstagekrieg als einen Angriffskrieg Israels definieren, dann können wir des Wort "Präventivschlag" komplett aus unserem Wortschatz streichen.

Empfehlen
Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 08.06.2012 14:03 Uhr

jeder Krieg im Nahen Osten hat Israel angefangen

Ausnahme war nur der beschränkte Feldzug von 1973. Aber Propaganda und Zensur bestimmt, was man über den Nahen Osten wissen soll.

Empfehlen
Cornelia  Holtmann

Sie haben recht, Israel sollte auf Provokationen verzichten.

Vergessen Sie aber nicht, dass jeder Krieg im Nahen Osten durch arabische Staaten begonnen wurde. Sie haben die Folgen ihrer Angriffskriege nie akzeptiert.

Und provoziert wird Israel eigentlich täglich, wenn die Bevölkerung der arabischen Staaten ständig für die Vernichtung des Staates Israel demonstriert. Haben wir schon von israelischen Selbstmordattentätern gehört?

Ob die Palästinenser in einem eigenen Staat zu einem friedlichen Verhältnis zu Israel stehen werden, ist zu hoffen. Sicher ist das nicht. Die Araber haben ja schon vor der Staatsgründung Israels im Jahr 1947 den UN-Teilungsplan für Palästina abgelehnt, während er von jüdischer Seite mehrheitlich akzeptiert wurde.

Eine meiner Schülerinnen, ein ausgesprochen nettes, hilfsbereites und auch kluges Mädchen, eine Palästinenserin, hat es so ausgedrückt: "Ich habe nichts gegen die Juden, sie haben nur in unserem Land nichts zu suchen." Und damit war das gesamte Staatsgebiet Israels gemeint.

Empfehlen
Albrecht Schmidt

Was soll Israel denn machen?

1. Dieses Land wurde ihnen 1948 zugesprochen bzw. sie haben es in Verteidigungskriegen erobert!!
2. Wo sollen denn die ganzen Auswanderer hin? Würden nicht auf der ganzen elt Juden verfolgt werden würden sie nicht nach Israel flüchten. So einfach ist das!

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 13:30 Uhr
Christian Rumpf

Sich in die grenzen von 1949 zurück ziehen

Israel hat von anfang an massive Aggressiv reagiert, die Grenze von 1948 hat Israel von Anfang an abgelehnt ! Ein Palästina Staat hätte es auch 1948 geben sollen, Israel hat das immer abgelehnt . Schon vor der Gründung Israels gab es viele Massaker die Juden an den Palästinensan angerichtet haben.

Zu Punkt zwei.
In den USA leben mehr Juden als in Israel !

Empfehlen
Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 08.06.2012 13:11 Uhr

So einfach ist es eben nicht, Her Schmidt,

wenn Sie sich die Einwanderungsgeschichte der Juden in das "Land der Väter" einmal vergegenwärtigen wollen. Zu den damals schon in Palästina lebenden Juden zogen im Rahmen des "Zionismus" seit ca. 1860 zehntausende nach Palästina ... und verdrängten zwangsläufig die Nichtjuden in der Region bzw. sie wurden als Eindringlinge empfunden, was schon 1920 (!) zu ersten militärischen Auseinandersetzungen mit den dort wohnenden Arabern geführt hat. Im Endeffekt hat hier eine kleine Völkerwanderung stattgefunden, die zwar völkerrechtlich mit der Staatsgründung Israels sanktioniert wurde, aber bis auf den heutigen Tag von den Anrainern und Vertriebenen schwer akzeptiert wird.
Was soll Israel machen, lautete Ihre Frage.
Israels Regierung müsste den völkerrechtswidrigen Besatzungsstatus im Westjordanland und das Knechten der im Gazastreifen lebenden Palästinenser aufgeben. Dann könnte dort Ruhe einkehren, vorher jedenfalls nicht!

Empfehlen
Cornelia  Holtmann

Wir sollten nicht ganz vergessen,

dass die arabischen Staaten den Krieg mit Israel gesucht haben und dass die Gebietsgewinne der Israelis die Folge dieses Kriegs sind. Dass die arabischen Staaten diese Folgen als Unrecht begreifen und breite Unterstützung erhalten, ist eigentlich unverständlich. Wie würde die Welt reagieren, wenn Deutschland seine Ostgebiete zurückforderte?

Trotzdem ist der Bau weiterer Siedlungen natürlich eine Provokation, die letztendlich auch Israel teuer zu stehen kommen wird. Diese Politik steht ja nicht nur international in der Kritik, sondern vor allen Dingen in Israel selbst. Die Mehrheit der Israelis will einfach nur in Ruhe leben. (Ich bezweifle allerdings, dass die arabischen Staaten ihnen dazu die Gelegenheit geben werden, selbst wenn die Palästinenser einen eigenen Staat haben.)

Empfehlen
Antworten (9) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.06.2012 15:43 Uhr
Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 10.06.2012 15:43 Uhr

@Ulrich Stauf (DH7XU)

Israel hat ein "Rückkehrrecht", das Juden erlaubt, nach 2000 Jahren nach Palästina einzuwandern und sofort die israelische Staatsbürgerschaft zu bekommen. Die Palästinenser haben Zeit mindestens bis zum Jahr 3948, um in ihre Heimat zurückzukehren. Nennen wir es "Gleichheitsprinzip", so wie im deutschen Grundgesetz. Über Deutschland ist viel komplizierter, aber grundsätzlich haben deutsche Vertriebene das Recht, in ihre Heimat zurückzukehren, egal wo Staatsgrenzen liegen und lagen. Sie können nicht pauschal individuen kollektiv mit der Verbannung bestraffen und enteignen.

Empfehlen
Cornelia  Holtmann

@ Herrn Stauf

Darauf können wir uns sogar einigen. Und ich denke, dass Israel den Bau weiterer Siedlungen komplett stoppen muss. Inwieweit eine Aufgabe der Siedlungen möglich ist, kann ich nicht einschätzen, wünschenswert wäre es.

Ich hatte in meinen Kommentaren die Siedlungspolitik auch nicht verteidigen wollen. Die ist ja auch in Israel hochumstritten. Mir war es nur wichtig, an die Ursprünge dieser Politik zu erinnern. Mir scheint, dass in der Beurteilung des Konflikts zu einseitig die palästinensische Position übernommen wird.

Empfehlen
Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 09.06.2012 12:48 Uhr

@SOPHIA ORTI

Sie schreiben "Rückkehrrecht sollte Vorrang vor Bleiberecht haben". Soll das auch nach rd. 1800 (!) Jahren gelten? Mit dieser Forderung würden Sie dem Revanchismus Tür und Tor öffnen: Soll z.B. Deutschland Ansprüche auf die Grenzen von vor 1918 erheben? Was würden die Polen gegenüber Russland zu fordern haben, welche Ansprüche hätte Mexiko gegenüber den USA usw., usw.... .
Es kann in dieser Frage nur um einen später zu leistenden Ausgleich für eine Landnahme gehen, wenn dieser nicht von vorne herein wegen begangener Verbrechen, wie z.B. während des "Dritten Reiches" unzweifelhaft geschehen, als verwirkt anzusehen ist. Im Fall Israel bzw. beüglich der Rückkehr "in das Land der Väter" besteht m.E. diese Ausgleichspflicht und dieser ist bedauerlicherweise von israelischer Seite nicht nachgekommen worden.

Empfehlen
Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 09.06.2012 09:44 Uhr

@Ulrich Stauf (DH7XU)

(1) Palästinenser haben, so weit ich weiß, nie die Vertreibung von Juden gefordert, nicht mal von den Eingewanderten. Wenn araber die zwei Staaten Lösung 1948 ablehnten, dann mit den bis dahin eingewanderten Juden als Bürger. Das wollten aber die anderen nicht, die wllten einen "jüdischen Staat", auf einem Land, wo bis vor kürzen kaum Juden gab. Dieses Ziel war nicht ohne Unrecht und Gewalt zu erreichen, unmöglich!

(2) Die Story des "ins Meer Werfen" gehört zur israelischen Propaganda.

(3) Rückkehrrecht sollte Vorrang vor Bleiberecht haben. Sonst legitimieren Sie jeden Überfall mit Vertreibungen.

Empfehlen
Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 08.06.2012 23:35 Uhr

@ Frau Holtmann

In gewisser Weise haben Sie sogar recht, wenn ich dem Staat Israel unter den von mir geschilderten Gesichtspunkten das Existenzrecht abspreche ... . ABER für mich gibt es ein höheres Recht als die Berufung auf eine Staatsgründungsurkunde, nämlich das Bleiberecht von mittlerweile rd. 8 Millionen Menschen seit einigen Generationen. Die Forderung von Ahmadinedschad und früher seitens der PLO, dass die Juden die Region zu verlassen haben bzw. sie ins Meer geworfen werden sollen, ist allein aus dem menschlichen Bleiberecht in Gänze abzulehnen. Eine Vertreibung kann nie gerechtfertigt werden. Allerdings ist Israel nach meiner Ansicht zum Ausgleich - wie auch immer der aussehen mag - verpflichtet. So, wie sich Israels Regierung derzeit bzw. schon seit Jahrzehnten aufführt, ist dieser bisher nicht geleistet worden und es wird daher so schnell auch keinen Frieden in der Region geben.

Empfehlen
Weitere Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Cornelia  Holtmann

@ Herrn Stauf

wenn Sie so argumentieren, dann sprechen auch Sie Israel das Existenzrecht ab. Und wenn Sie darauf verweisen, dass die "massive Einwanderung von Juden" von der arabischen Bevölkerung als ein "Eindringen" empfunden wurde, dann haben Sie natürlich recht. - Sie müssten dann aber auch Verständnis für die Deutschen aufbringen, die mit der massiven Einwanderung nach Deutschland Schwierigkeiten haben.

Und wie Sie es schon sagten: Die "Fehler" - wenn wir von solchen sprechen wollen - wurden vor fast 100 Jahren begangen. Die UN hat den Juden dann einen Teil Palästinas zugesprochen. Wie hätten die Juden hier handeln sollen? Ablehnen?

Empfehlen
Cornelia  Holtmann

@ Frau Orti

Das wollten die Juden auch. Auch sie sind ja vertrieben worden.

Empfehlen
Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 08.06.2012 14:28 Uhr

Aber warum haben die arabischen Staaten mit Israel "den Krieg gesucht"???

Die Geschichte Israels fängt ja nicht erst mit der Staatsgründung an, sondern lange davor mit der Einwanderung von Juden unter der Überschrift Zionismus. Die massive Einwanderung von Juden wurde als ein Eindringen von den in der Region lebenden Arabern verstanden und deshalb kam es ja schon 1920 zu den ersten militärischen Auseinandersetzungen.
Kann unter diesem Aspekt von einer "Kriegssuche" der arabischen Staaten gesprochen werden?

Empfehlen
Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 08.06.2012 14:06 Uhr

Araber wollten lediglich in ihre Häuser zurückkehren

Araber wollten lediglich ähnliche Rechte haben, die Sie für selbstvertändlich halten.

Empfehlen
Klaus Letis

Obama und andere wirken abgehoben und realitätsfern

Im fernen Washington lässt sich trefflich über eine Balance zwischen P und I diskutieren.
Die P sind aber keine berechenbare Größe. Also besser Demokraten als Raketenwerfer.
Die Sache muss gut durchdacht sein. Befriedung durch Ansiedlung ist EINE mögliche Lösung.

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.06.2012 11:13 Uhr
Klaus Letis

Sehr geerhter Herr Ostermann, ...

... die P sind immer im Vollausschlag provoziert. Es ist Teil der Interaktionsrituale.

Da nützt auch das von den Imamen in den Sechzigern ausgerufenen Programm
"Gebär-Maschine gegen Israel" nichts.

Empfehlen
Dietrich Ostermann
Dietrich Ostermann (didio) - 08.06.2012 11:34 Uhr

Oder Provokation durch Ansiedlung

Isreal weicht mit dem Siedlungsbau in das Westjordanland aus, weil es kaum noch bezahlbares Bauland im Rumpfstaat Isreal gibt. Das Westjordanland ist im Moment das willkommene Ventil für die enorme Nachfrage nach Bauland. Die Provokation der Palistinenser wird einfach in Kauf genommen. Eine Befriedung durch die Siedlungspolitik kann ich nicht erkennen.

Empfehlen
Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 08.06.2012 09:45 Uhr

Sie lernen es einfach nicht,

dass eine solche Maßnahme nun alles andere, nur keinen Frieden in der Region bringt. Was muss erst passieren, bis die Hardliner in Tel Aviv endlich aufwachen und einen Kurs einschlagen, der dem Völkerrecht entspricht?

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 14:09 Uhr
Cornelia  Holtmann

Leider lernen es die Araber aber auch nicht,

dass ständige Demonstrationen für die Vernichtung Israels und Selbstmordattentate keinen Frieden in die Region bringen. Selbstmordattentäter sind doch die Märtyrer eines großen Teils der arabischen Bevölkerung.

Empfehlen
egon soppe
egon soppe (egonsoppe) - 08.06.2012 09:34 Uhr

Herr Hebold, der kleine Unterschied macht es

"Moslems lassen sich doch überall in Europa nieder".
Ja, das stimmt, aber nur mit Zustimmung der entsprechenden Länder. Das ist der feine Unterschied. Was Israel bezweckt mit dem Siedlungsbau ist einfach zu erklären. Überall im Westjordanland wird gesiedelt - das sieht schon aus wie ein löcheriger Käse. Israel will dieses Land auf Dauer ganz kassieren. Und durch den Siedlungsbau erfolgt das Stück für Stück bis Israel der ganze Käse gehört und den Palistinänsern nur noch die Löcher. Dann wird der Sack zu gemacht.

Empfehlen
Peter Linder

Und ewig rauschen die Wälder...

Ach wie niedlich: Die USA und der Rest der Welt kritisieren diese nächste Bauwelle - das kostet ja kaum Wählerstimmen. Wann werden diese völkerrechtlich illegalen Baugenehmigungen endlich mit Sanktionen die weh tun bestraft?

Empfehlen
Herbert Antonius Weiler

Judäa und Samaria

Es sollte nicht vergessen werden, dass diese Provinzen des Westjordanlandes traditionell Judäa und Samaria heißen, auch unter der arabischen Bevölkerung, und dass dort schon seit je her eine jüdische Bevölkerung ansässig war - bis diese im Zuge des Krieges 1948 von den Jordaniern vertrieben wurde.

Empfehlen
Closed via SSO
Wolfgang Hebold (hebold) - 08.06.2012 07:18 Uhr

Legaler Siedlungsbau

Dass sämtliche jüdische Siedlungen illegal sind, ist durch nichts belegt. Zum einen handelt es sich in etlichen Fällen um Siedlungen aus der Zeit von vor 1948. Zum anderen gibt es keinen international anerkannten Souverän über das Westjordanland. Denn weder die Palästinenser noch die Araber haben der 1947 von der UNO angebotenen Gründung eines Staates Palästina zugestimmt. Wo aber kein Staat ist, da ist auch Souverän. Illegal sind damit allenfalls Siedlungen auf illegal enteignetem Land, also nur im Einzelfall. Und darüber entscheiden israelische Gerichte, die hier zuständig sind. Warum sollten Juden im Westjordanland auch nicht siedeln? Moslems lassen sich doch auch überall in Europa nieder.

Empfehlen
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 16:11 Uhr
mary van de cremer

kein Staat kein Souverän

Genau das wird eben völlig übersehen. Die Katastereintragungen ( aus dem Osmanischen Sultanat , oder ja wie ist das eigentlich ? ) werden sehr wohl berücksichtigt. Deshalb gibt es, wie Sie schreiben, auch immer wieder gerichtliche Prozesse, wie neulich über ein sehr altes Gebäude. Und werden auch Außenstellen / Siedlungsanfänge auf privatem arabischen Boden niedergerissen. Man kann nicht einfach nur bauen wie man will. Aber hier gibt es wieder zig Sachverständige, die alle zu wissen scheinen, wie die alten / neuen Gesetze vor Ort genau aussehen.. und auch wohl in Ägypten, wo das Eigentumsrecht auch sehr kompliziert ist, obwohl dort ein Souverän ist. Hätten die Araber in Palästina einen zweiten Staat aufgebaut, gäbe es ja ein Souverän.
Unsere Verwandte in den NL dürfen auch nicht einfach auf einem Eigentumsgrundstück bauen, direkt im Ort an einer bestehenden Straße, bereits mit Anschluß an Kanalisation, Strom, Gas. So sind nunmal die Gesetze im NL Staate. Eigentum ist nicht absolut

Empfehlen
Cornelia  Holtmann

Sehr geehrter Herr Ostermann,

die kriegerischen Auseinandersetzungen, die zu der Besetzung geführt haben, sind aber von den arabischen Staaten ausgegangen.

Empfehlen
Dietrich Ostermann
Dietrich Ostermann (didio) - 08.06.2012 11:08 Uhr

Warum sind israelisxche Gerichte zuständig?

Also gehört jetzt das Westjordanland und der Gazastreifen offiziell zum Staat Israel?
Ich kenne diese Gebiete nur unter: "Von Israel besetzte Gebiete" Hat eine Besetzer automatisch die staatliche Hoheit über ein Gebiet oder nimmt er sich einfach das Recht? Ihre Sichtweise macht mich wütent. Die Eigentumsrechte der Palestinenser werden mit Füßen getreten, nur weil sie zum Zeitpunkt der Besetzung über keine staatliche Struktur verfügten und soetwas wie Grundbücher nicht existierten. Dann ist auch die Vertreibung der Indianer in Amerika legal oder? Was ist mit den Rechten der ansässigen Bevölkerung? Und was heißt: " Moslems lassen sich ja auch überall nieder"? haben Sie hier in Deutschland erlebt, dass Moslems sich eines Stücks Land bemächtigen ohne Rechtsgrundlage? Wenn, dann klären Sie mich auf.

Empfehlen
Walter Müller
Walter Müller (camier) - 08.06.2012 06:51 Uhr

Die Sonderbehandlung Israels

Wie immer: während die ganze Welt noch über die Verteilung des Kuchens diskutiert, isst ihn Israel einfach auf. Ernstzunehmenden Widerstand dagegen gibt es leider immer noch nicht. Stattdessen ist die Unterstützung des Landraubs bei uns Staatsräson. Israel erhält vor allen anderen Staaten auf der Welt eine Sonderbehandlung. Das ist die Kehrseite der Medaille "Antisemitismus". Die meisten Philosemiten sind nichts anderes als umgedrehte Antisemiten. Beiden sollte man nicht trauen. Was uns fehlt ist eine vorurteilsfreie, nüchterne, an Recht und Gesetz orientierte Nahostpolitik.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 14:18 Uhr
Cornelia  Holtmann

Und die früher deutschen Ostgebiete sind für Sie also auch "Landraub"?

Oder sind sie die Gebietsverluste zwar bedauerlich, aber gerechtfertigt, weil Deutschland die Konsequenzen eines verlorenen Angriffskriegs zu tragen hat? -

Ich denke auch, dass Israel sich aus den besetzten Gebieten zurückziehen sollte. Es wäre auch für Israel ein Gewinn, denn dann müssten die Palästinenser zeigen, ob sie den Frieden tatsächlich wollen.

Es ist schon aber schon merkwürdig, dass die Ursache für die Besetzung in keiner Weise mehr von Bedeutung ist.

Empfehlen
Weitersagen

Jahrgang 1967, politischer Korrespondent für Israel und die Palästinensergebiete mit Sitz in Jerusalem.

Jüngste Beiträge

Eine neue Qualität des Terrors

Von Peter Sturm

Attentate brauchen Öffentlichkeit. In London hat der Terror nun eine neue Stufe der Selbstinszenierung erklommen. Mehr 11 13