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Israel-Kommentar : Funke für ein neues Feuer

Israel ist das Leben mit dem Terror gewohnt. Doch nach dem Attentat auf dem Tempelberg ist die Furcht vor neuen Unruhen berechtigt. Der einstige Schlüsselkonflikt im Nahen Osten ist weiter weit von einer Lösung entfernt.

          Das Attentat auf dem Tempelberg in Jerusalem könnte der Funke sein, der ein neues Feuer entfacht. Drei israelische Palästinenser haben zwei israelische Polizisten getötet, danach wurden sie in einem Feuergefecht erschossen. Israel ist das Leben mit dem Terror gewohnt. Ungewöhnlich ist, dass der Tempelberg, der Juden und Muslimen heilig ist, zur Bühne für ein Attentat wird. Die israelischen Behörden schätzen die Lage als gefährlich ein, sonst hätten sie nicht, erstmals seit Jahrzehnten, das islamische Freitagsgebet auf dem Tempelberg abgesagt.

          Die Palästinenser fürchten, das könnte der Auftakt für eine Ausweitung der Rechte der Juden auf und um den Tempelberg sein, die zu ihren Kosten ginge. Nicht unbegründet ist die Furcht, dass auf der Westbank Unruhen ausbrechen können. Ein Gutes haben die neuen Spannungen: Ministerpräsident Netanjahu und Palästinenserpräsident Abbas haben zum ersten Mal seit Monaten wieder miteinander telefoniert. Der Anschlag erinnert daran, dass der einstige Schlüsselkonflikt in Nahost, der zwischen Israel und den Palästinensern, von einer Lösung weit entfernt ist.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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