Der frühere israelische Staatspräsident Katsav hat am Mittwoch seine sieben Jahre dauernde Haftstrafe wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung angetreten. Als er das Maasiyahu-Gefängnis in Ramle betrat beteuerte er seine Unschuld und verglich seine Verurteilung mit einer Hinrichtung. „Man begräbt mich lebendig“, sagte Katsav, dessen Anwälte und Freunde bis zuletzt versuchten, ihn nur unter Hausarrest zu stellen.
Das Oberste Gericht in Jerusalem hatte Anfang November einen letzten Berufungsantrag zurückgewiesen. Vor knapp einem Jahr hatte ein Tel Aviver Gericht den 66 Jahre alten Politiker wegen Vergewaltigung in zwei Fällen sowie sexueller Nötigung von Untergebenen verurteilt worden. Die Richter hatten es als erwiesen angesehen, dass er seine Macht als Tourismusminister und später als Präsident dazu ausgenutzt habe, ihm unterstellte Frauen zu vergewaltigen und sexuell zu nötigen.
Der aus Iran stammende Katsav betrachtete das Verfahren gegen ihn als politisch motiviert. Er ist das erste ehemalige Staatsoberhaupt Israels der ins Gefängnis muss. Seine Zelle in der Abteilung für religiöse Häftlinge wird Katsav mit dem wegen Korruption verurteilten früheren Gesundheitsminister Benizri teilen, der der ultraorthodoxen Schas-Partei angehört. Ein Wärter wurde laut Presseberichten damit beauftragt darauf zu achten, dass Katsav sich nicht das Leben nimmt.
