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Nach Trumps Absage an Atomdeal : Israel bereitet sich auf iranischen Angriff vor

  • Aktualisiert am

Israels Premierminister Netanjahu erklärt in einer Fernsehansprache seine Unterstützung für Trumps Entscheidung gegen den Atomdeal mit dem Iran. Bild: AFP

Israel rechnet mit einem baldigen Angriff Irans auf seine Nordgrenze und verschärft die Sicherheitsvorkehrungen. Iran hatte zuvor Rache für israelische Luftangriffe in Syrien angekündigt.

          Die israelische Armee teilte am Dienstag mit, wegen „ungewöhnlicher Aktivitäten“ iranischer Militäreinheiten auf syrischem Boden sei der Zivilschutz auf den Golan-Höhen angewiesen worden, Schutzbunker für die Zivilbevölkerung zu öffnen. Zudem wurden zusätzliche Luftabwehr-Batterien in Nordisrael stationiert und einige Reservisteneinheiten mobilisiert.

          Generalstabschef Gadi Eisenkott sagte einen Auftritt auf einer Sicherheitskonferenz ab und beriet sich stattdessen mit führenden Militärs, Geheimdienstlern und Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, wie aus Verteidigungskreisen verlautete.

          Syrien meldete unterdessen unmittelbar nach der Aufkündigung des Atomabkommens mit Iran durch den amerikanischen Präsidenten Donald Trump am Dienstagabend einen Raketenangriff nahe der Hauptstadt Damaskus, an der auch Israel beteiligt gewesen sein soll. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, Raketen seien in Kisweh südlich von Damaskus eingeschlagen. Die syrische Luftabwehr habe zwei israelische Raketen abgeschossen. Ein Kommandeur der Regierungstruppen sagte, Israel habe in Kisweh einen Armeestützpunkt angegriffen, es habe zwei Opfer gegeben.

          Donald Trump unterzeichnet das Dokument, das die Sanktionen gegen Iran wieder in Kraft setzt.

          Bedauern und Enttäuschung : Trump stößt auf Unverständnis

          Aktivisten zufolge sind mindestens neun Menschen getötet worden. Diese hätten für die syrische Regierung gekämpft, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Es gebe aber keine Bestätigung, ob die Kämpfer Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden gewesen seien. Die Rakete habe zudem Waffendepots und Raketenwerfer getroffen, die mutmaßlich den Revolutionsgarden in Al-Kiswah gehörten.

          Israel äußerte sich nicht zu den Berichten. Israelische Geheimdienste fürchten einen unmittelbar bevorstehenden Vergeltungsangriff Irans auf Israel nach einem Luftangriff, bei dem am 9. April in Syrien sieben iranische Militärangehörige getötet worden waren. Syrien und Iran machen Israel dafür verantwortlich. Die israelische Regierung verfolgt seit vielen Jahren eine Politik der gezielten Uneindeutigkeit und äußert sich zumeist nicht dazu, ob sie hinter Angriffen im Nachbarland verantwortlich ist. Iran hat Rache für die Luftangriffe angekündigt.

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